Würzburg

Wie Schüler mit einer App für mehr Umweltschutz sorgen wollen

Kann ein bewussterer Umgang mit der Umwelt durch eine digitale App funktionieren? Ja, meinen Schüler des Gymnasiums Marktbreit, die nun ein Programm entwickelt haben.
Gymnasiasten aus Marktbreit erstellten in Kooperation mit Studierenden der FHWS eine Umwelt-App, von links: Jonas Hoh, Tim Bucko und Maximilian Ziegler aus der 12. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Marktbreit. Foto: Thomas Obermeier

"In welchen Müll gehört ein leerer Tetrapack?" - Fragen wie diese sollte eigentlich jeder beantworten können. Mit der "UmwApp" wird Naturschutz im Alltag vermittelt. Von Schülern für Schüler. Rund anderthalb Jahre hat es gedauert: Eine 15-köpfige Schülergruppe des Gymnasiums Marktbreit entwickelte in ihrem Projektseminar gemeinsam mit Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) eine Handy-App. Ziel der App ist es, Schülern ein umweltbewusstes Handeln näher zu bringen. Die Themenwahl war hierbei kein Zufall, denn das Gymnasium ist vom Bayerischen Umweltministerium zur Umweltschule ausgezeichnet worden

Schüler konnten ihrer Kreativität freien Lauf lassen 

Rainer Gall hatte ursprünglich die Idee zur Entwicklung einer App. Der Lehrer des Gymnasiums gab hierbei jedoch nur den Anstoß. "Herr Gall hat das relativ frei gehalten. Wir konnten alle Ideen einbringen", erklärt Maximilian Ziegler, einer der beteiligten Schüler. Zu Beginn diskutierten die Schüler etwa darüber, ob sie die Handy-App mit Minispielen füllen sollten. Man einigte sich dann aber auf Erklärvideos zu Umweltthemen und ein Quiz zum Abfragen der neu erlernten Inhalte. 

In jeder Runde des Quiz sind 20 Fragen zu beantworten. Nachdem man sich zu Beginn einen Namen gegeben hat, sammelt man Punkte für das korrekte Beantworten der Quizfragen. Ist die Punktzahl hoch genug, wartet am Ende der Eintrag in eine Bestenliste, welche von allen Spielern eingesehen werden kann. Die Fragen handeln etwa von den Themen Mülltrennung, Heizen, Treibhauseffekt, Papier und Licht. Zu jeder Rubrik stehen außerdem kurze Lernvideos zur Verfügung.  

Das Design der Anwendung ist bewusst schlicht gehalten.  Foto: Thomas Obermeier

Auch für die beteiligten Studierenden war das Projekt fester Bestandteil im Lehrplan. Prof. Dr. Isabel John leitete die Aktion auf Seiten der FHWS. Sie erklärt, dass Projektmanagement wichtig für die Studierenden sei. Sie planen Prozesse, leiten die Schüler an und stehen ihnen beratend zur Seite. Außerdem sollen zwischen den Lehreinrichtungen Anknüpfungspunkte geschaffen werden, erklärt John: "Wir machen öfter Projektseminare mit Schulen, um eine Verbindung herzustellen." 

Projektteilnehmer spezialisierten sich 

Als es an die Umsetzung der Anwendung ging, teilten sich die Schüler in drei Arbeitsteams auf: Team-Content kümmerte sich um die Inhalte, Team-Design um die Gestaltung und die Programmierer um die Umsetzung des Programmes in eine funktionierende App. 

So war es beispielsweise die Aufgabe des Content-Teams, Skripte für die Lernvideos zu schreiben, in Filmszenen umzusetzen, den Ton aufzunehmen, Animationen anzupassen und die Filme zu schneiden. Das Programmier-Team arbeitete ein Feedbacksystem in die App ein und programmierte eine Bestenliste der Quizteilnehmer, während die Designer an Grundoptik und Farbgestaltung arbeiteten. Ihnen zur Seite gestellt waren stets E-Commerce Studierende, sowie Wirtschaftsinformatiker.

"Das Thema ist nah am Puls der Zeit."
Christiane Lehrieder, Lehrerin 

Oliver Dippold ist einer der letzten Informatikstudenten, der die Schülergruppe während des Projektes betreute. Kurz bevor die Anwendung im Play Store von Google veröffentlicht wurde, wollte er noch die letzten Fehler ausbessern. "Ich war total überrascht. Das haben die Schüler am Wochenende schon zu Hause gemacht", sagt er und zeigt sich erstaunt über deren Durchhaltevermögen.  

Nachdem Rainer Gall mit seinen Schülern in das Projekt startete, übernahm Christiane Lehrieder im letzten halben Jahr. Auf die Themenkombination von Umwelt und Informatik ist sie stolz: "Das Thema ist nah am Puls der Zeit", erklärt sie. Ob ihre Schüler einmal den beruflichen Weg eines Informatikers einschlagen, lässt sich natürlich noch nicht sagen. Bei einer Führung durch die Techniklabore der Hochschule, zum Abschluss des Projektes, betrat möglicherweise jedoch der eine oder andere Schüler bereits seinen zukünftigen Studienplatz. 

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