WÜRZBURG

Wie Stadtvermarkter Weier Melone manscht

Fürs gute Vermarkten der Stadt immer am Ball, hier an der Wassermelone: Wolfgang Weier kocht sein Leibgericht. Foto: Joachim Fildhaut

Rajasthan ist eine der unfruchtbarsten Regionen Indiens. Wenn der Geschäftsführer von Stadtmarketing Würzburg, Wolfgang Weier, nach dem Weihnachtsgeschäft die zehnte Indienreise seines Lebens antritt, so wird das zugleich seine dritte nach Rajasthan sein. Die bevölkerungsreichste Wüste der Welt, die mit Jaipur immerhin eine Dreimillionenmetropole zur Bezirkshauptstadt hat, faszinierte den Soziologen Weier schon vor seinem ersten Besuch. In einem Kochbuch hatte er das Rezept für Wassermelonencurry aus Rajasthan entdeckt. Damit erreichte er sogar einmal den zweiten Platz in einem Kochwettbewerb. Und entdeckte es dann später vor Ort.

Ein Teil der Melone wird zu einer scharfen Soße verarbeitet, die den größeren Teil, in Würfel geschnitten, überzieht. Weier findet das praktisch: „Das Scharfe wird direkt im Mund gelöscht.“ Er selbst würzt sehr beherzt brennend, nimmt statt Chilipulver auch gern eine frische Schote.

Im Winter sind Melonen hierzulande allerdings schwer zu finden. Es sei „allerdings nicht unmöglich, man bekommt dann ein schön wärmendes Gericht – und kann es mit einer Prise Zimt weihnachtlich machen“.

Übrigens ist die Region für ihre Wasserspeicherkultur bekannt. Man könne sagen, sagt Weier, dass die Melone Teil dieses Systems ist. Und man muss sagen: Die angegebenen Mengen passen für vier Personen als Hauptgericht mit Reis. Für das Curry als Beilage genügt die Hälfte der angegebenen Mengen.

Das wird gebraucht:

0,5 große Wassermelone

Salz

3 TL rotes Chilipulver

2 Prisen gemahlener Gelbwurz

1 TL gemahlener Koriander

2 TL zerdrückter Knoblauch

0,5 TL Kreuzkümmelsamen

4 EL Öl

4-6 TL Limonen- oder Zitronensaft

Zucker nach Geschmack

So wird's gemacht:

Die Wassermelone mit einem großen, scharfen Messer segmentieren, so dass sich die Kerne mit einem Löffel rauskratzen lassen. Schälen und das Fruchtfleisch in Würfel mit rund vier Zentimetern Kantenlänge schneiden. Die Hälfte der Würfel wird mit dem Pürierstab zu einer glatten Masse gequirlt.

In das Püree mischt man die angegebenen Gewürze bis auf den Kümmel. Der kommt in einem großen Topf, einer Pfanne oder eben einem Wok kurz in das heiße Öl und wird angebraten. Wer mag, kann hier auch den Koriander mitrösten oder den Knoblauch leicht angaren. Nach 20 Sekunden löscht man die Gewürze mit dem Wassermelonenpüree ab und verrührt den Brei. Den lässt man nun so lange köcheln, bis er ein Drittel an Volumen eingebüßt hat. Nun zuckern – behutsam oder gar nicht – und am Ende den Limonen- oder Zitronensaft unterrühren. Der soll eine Minute mitköcheln.

Zum Finale kommen die Melonenwürfel in die Soße, in der sie bei niedriger Temperatur drei oder vier Minuten durchziehen. „Vorsichtig umrühren“, warnt Wolfgang Weier, bis alle Stücke ohne zu zerfallen gleichmäßig mit der Gewürzmischung überzogen sind.

Vor seiner Jahresendreise in die Grenzregion nach Pakistan blickt er noch einem „Würzburg macht Spaß“-Highlight entgegen: dem vorweihnachtlichen Lichterglanz in der Altstadt am 1. Dezember.

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