Würzburg

Wie das Wagner-Museum kostenlos ein wertvolles Gemälde bekam

Für Gemälde des Malers Karl Hofer (1878 - 1958) werden auf dem Kunstmarkt sehr hohe Preise bezahlt. Das Martin-von-Wagner-Museum hatte Glück und einen "privaten Gönner".
Neues Bild für das Martin-von-Wagner-Museum: Ausschnitt aus Karl Hofers "Junge Frau mit Blumenvase" von 1924/25. Foto: Ramin Shafiai

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass ein Museum ein Kunstwerk im Wert von rund einer halben Million Euro erhält. Im Martin-von-Wagner-Museum ist dieser Glücksfall kurz vor dem Jahreswechsel eingetreten. Die neuere Abteilung des Museums in der Residenz hat nämlich von einem "privaten Gönner", wie es in einer Pressemitteilung heißt, ein Bild des bekannten deutschen Malers Karl Hofer (1878 bis 1958) als Stiftung erhalten. Es trägt den Titel "Junge Frau mit Blumenvase" und ist auf den Entstehungszeitraum 1924/25 datiert. Prof. Damian Dombrowski, der Direktor der Neueren Abteilung des Museums, schätzt den Marktwert des Gemäldes auf 400 000 bis 500 000 Euro.

Der zweite Coup auf dem Kunstmarkt in einem Jahr

Schon vorher ist dem Museum im letzten Jahr mit dem Erwerb eines Bildes von Bartolomeo Passerotti ein echter Coup auf dem Kunstmarkt gelungen. Es entstand um 1570 und ist die Ergänzung des Gemäldes "Zwei Künstlerfreunde vor dem Spiegel" (um 1530) des venezianischen Malers Bernardino Licinio, das seit 1834 zur Sammlung des Museums gehört. Es wurde damals aus dem Nachlass der Erben Balthasar Neumanns ersteigert.

Bei der Neuerwerbung des Passarotti-Bildes handelt es sich um den bisher teuersten Ankauf des Museums in seiner Geschichte. Bei der Präsentation im Sommer 2019 sprach Damian Dombrowski von einem Kaufpreis in Höhe von 130 000 Euro. Maßgeblich für den Erwerb war, dass mehrere Stiftungen und Sponsoren zusammenlegten, um den Kaufpreis aufzubringen.

Herausragender Gewinn für das Museum

Nach dem Bild aus der Renaissance nun also ein Gemälde aus der Moderne. Die Entstehungszeit des Hofer-Bildes bezeichnet Dombrowski als die "qualitativ beste Phase im Schaffen dieses herausragenden Vertreters der deutschen Malerei zwischen den Kriegen". Für die nicht gerade große Sammlung moderner Kunst im Wagner-Museum sei das Bild ein herausragender Gewinn, sagt Dombrowski: "Das Bild ist kompositionell, koloristisch und maltechnisch von einer seltenen Stimmigkeit, es hat absolut museale Qualität. Hofer hat eine ganze Reihe halbfiguriger Akte mit Blumen geschaffen, aber dieses ist vielleicht seine ausgereifteste Komposition dieses Typs", lautet die Einschätzung des Kunsthistorikers.

Hofer-Bild war erst einmal ausgestellt

Das 106 cm hohe und 90 cm breite Bild zeigt eine weibliche Figur - Hofers Modell Martha - mit einem modischen Bubikopf und ist erst einmal öffentlich gezeigt worden, nämlich 2012 bei einer Hofer-Werkschau in der Kunsthalle Emden. Jetzt kann es dauerhaft im Martin-von-Wagner-Museum besichtigt werden.

Öffnungszeiten des Museums im zweiten Stock des Südflügels der Residenz: Montag bis Samstag zehn bis 13.30 Uhr sowie sonntags im vierzehntägigen Wechsel mit der Antikensammlung von zehn bis 13.30 Uhr.

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