Würzburg

Wie der Kinderbeirat bald über tausende Euro mitentscheidet

Einen Mehrwert für die Region schaffen, das hat sich die Bürgerstiftung Würzburg und Umgebung zur Aufgabe gemacht und finanziert mithilfe von Spenden unter anderem gemeinnützige Projekte von Bürgern. Das neuste Förderungskonzept betrifft jedoch auch die Stiftung selbst: Ab März 2020 wird im Kinderbeirat eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen bei ausgewählten Projekten entscheiden, ob diese von der Bürgerstiftung finanzielle Unterstützung erhalten sollen.

Kinder an Teilhabe und Verantwortung heranführen

Das Projekt der Bürgerstiftung in Zusammenarbeit mit der Kinderhilfsorganisation „Children for a better world“ zielt darauf ab, Kinder an Teilhabe und Verantwortung heranzuführen. „Wir können auf fundierte Erfahrung zurückgreifen“, betonte Joachim Erhard, Mitglied des Vorstands der Volksbank Raiffeisenbank Würzburg, durch die die Bürgerstiftung gegründet wurde. „Kinderbeiräte gibt es bereits in mehreren anderen Städten. Aber für die Bürgerstiftung Würzburg ist das Projekt etwas Neues. Wir haben dabei auch den Langfristhorizont im Auge. Der Kinderbeirat soll keine Eintagsfliege sein.“

Wir haben dabei auch den Langfristhorizont im Auge."
Joachim Erhard -Vorstandsmitglied Volksbank Raiffeisenbank Würzburg

Ab Frühjahr 2020 soll der Kinderbeirat zwei- bis dreimal im Jahr tagen. Wie genau die Sitzungen ablaufen, konnten Interessierte bereits bei der Auftakt- und Informationsveranstaltung am 24. September ausprobieren. In einer Diskussionsrunde überprüften die 15 Kinder und Jugendlichen probeweise drei Anträge. Dazu hatten sich die Teilnehmer zunächst Auswahlkriterien wie Nachhaltigkeit oder Wirkung überlegt, um dann die einzelnen Projekte durchzugehen. Pro Sitzung soll dem Kinderbeirat später maximal 5000 Euro zur Verfügung stehen. So wie andere Projekte der Bürgerstiftung wird auch der Kinderbeirat durch Spenden finanziert.

Zwei neue Klassenzimmer in einer Partnerschule in Togo

Während der Probesitzung wurde bereits klar, dass die Kinder durchaus kritisch an die Entscheidung herangehen. Der erste Antrag für zwei neue Klassenzimmer in einer Partnerschule in Togo wurde rege diskutiert. „Wir müssen auch schauen, ob überhaupt so viele Kinder da sind, dass sie zwei neue Klassenzimmer brauchen“, merkte eine der Teilnehmerinnen an. „Darum müsst ihr euch zum Glück nicht kümmern. Dass der Antrag sauber ist, überprüft die Bürgerstiftung schon vorher“, versicherte Lorenz Wohanka, Projektleiter des Kinderbeirats Würzburg.

Auch welche Anträge im Kinderbeirat landen, werde bereits vorher entschieden, erklärte Erhard. „Damit die Kinder eine größere Identifikation mit den Projekten haben, über die sie abstimmen, wird sich der Kinderbeirat nur mit Anträgen zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen beschäftigen“, stellte er klar. Dennoch wird dem Kinderbeirat viel Verantwortung übertragen: Die von ihm getroffene Entscheidung wird nicht mehr einem Gremium der Bürgerstiftung vorgelegt, sondern so übernommen. „Die Kinder sollen das wirklich entscheiden“, betonte Erhard.

Eine Teilnehmerbegrenzung gibt es derzeit noch nicht

Dass ihre Entscheidung tatsächlich Einfluss hat, sollen die Kinder auch vor Ort erfahren. „Wenn ihr Lust habt, können wir die geförderten Projekte in der Umgebung auch besuchen“, versprach Wohanka der Runde. Eine Teilnehmerbegrenzung für die Zehn- bis 18-Jährigen gibt es derzeit noch nicht, aber laut Erhard soll das Projekt mit 20 bis 25 Kindern überschaubar bleiben. Der endgültige Kinderbeirat wird sich in den kommenden Monaten zusammenfinden, wobei bei der Auswahl der Beiräte vor allem die Bereitschaft und das Interesse mitzuwirken im Vordergrund stehen.

Informationen zum Kinderbeirat erhalten Interessenten unter: kinderbeirat@buergerstiftung-wuerzburg-und-umgebung.de.

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