Bütthard

Wie der Mundartdichter Hermann Hehn mit Augen und Ohren klaut

Unter dem Motto "Horch und pass mer fei guat auf" hat Mundartdichter Hermann Hehn aus Bütthard auch nach 20 Jahren noch viel zu sagen und zu erzählen. Foto: Hannelore Grimm

"Horch und pass mer fei guat auf", so lautet der Titel, mit dem Hermann Hehn sein Jubiläum "20 Jahre fränkische Mundart" feiert. Nach seinem Credo "Zurück zu den Wurzeln" findet die Lesung mit Musik an diesem Samstag, 28. September, um 19.30 Uhr im Saal des Gasthauses Henneberger in Bütthard statt. Für die Besucher ist die Gaststube ab 17 Uhr geöffnet.

Wer bei Hehns Jubiläumslesung dabei ist

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Kulturherbstes im Landkreis Würzburg statt. Mit ihr möchte sich der Autor, wie er sagt, "selbst beschenken". Auch seine treuen Weggefährten sind mit von dieser lustigen Partie. Dazu gehört Bluesgitarrist Rainer Weisbecker aus Hanau. Kurt Klawitter präsentiert mit seinem Hohenloher Scharfsinn Blöd- und Eigensinn. Das Büttharder Männergesangsensemble "acapiano" darf nicht fehlen: Die Sänger, die mit ihren Liedern im Stil der "Comedian Harmonists" die Zuhörer begeistern, begleiten oft Hehns Lesungen.

Neun Bücher und zwei CDs hat der mit seinem Heimatort fest verwurzelte Büttharder in den letzten zwei Jahrzehnten herausgegeben. Er erinnert sich: Vor 20 Jahren hielt er sein erstes Buch mit dem Titel "Lach doch, wenn's zum Heula nit reicht" in der Hand.

Wo der Dichter Ideen für seine Verse findet

Für den 60-Jährigen, der als Vermessungstechniker bei der Stadt Würzburg beschäftigt ist, war das Dichten bereits in seiner Jugend "das Maß aller Dinge". Anregungen für seine Verse, die er in einer Mischung aus Büttharderisch und der Sprache des Ochsenfurter Gaus zu Papier bringt, findet er im Alltag überall. Alles, was um ihn herum passiert, Begegnungen mit Menschen, Nachrichten und ganz alltägliche Dinge, würde ihn so beschäftigen, das er sich oft einen Zettel greift, um seine Gedanken dazu festzuhalten.

Die beiden Mundartkünstler Hermann Hehn aus Bütthard (links) und Rainer Weisbecker aus Hanau treten bei Hehns Jubiläumsl... Foto: Kulturfreunde

Alles, was er, wie er scherzhaft sagt, "mit den Augen und Ohren geklaut hat", begleite ihn in die Sauna. Der Ruheraum sei sein liebster Ort zum Schreiben, hier entstehen seine Werke. Obwohl sich in seinen Gedichten und Geschichten Heiteres und Besinnliches die Waage halten und er Liebesgedichte an seine Frau Maria verfasst, scheut er sich ebenfalls nicht davor, auch brisante Themen wie Natur- und Umweltschutz anzusprechen.

Wo der Büttharder schon aufgetreten ist

War es vor über 20 Jahren sein größter Wunsch, ein Buch mit Gedichten herauszubringen, so hat er sich heute längst einen Namen weit über Bütthard hinaus gemacht. Bei rund 400 Lesungen bekamen die Zuhörer sowohl im Stückfasskeller der Würzburger Residenz als auch im Schüttbau in Rügheim, in der Heidingsfelder Weinoase, im Giebelstädter Kartoffelkeller, beim Gaukönigshöfer Marktfest sowie bei privaten Feiern und im Rundfunk Kostproben seiner Dichtkunst zu hören. 

Eine Weihnachtslesung in Zell am Main ist Hehn besonders in Erinnerung geblieben. Nach dieser stimmungsvollen Veranstaltung sei eine ältere Dame zu ihm gekommen und habe ihn gefragt, ob sie ihn mal umarmen dürfe. "Eine Umarmung ist schöner als jedes Honorar", erzählt er mit leuchtenden Augen.

Mundartdichter Hermann Hehn (rechts) unterhält seine Zuhörer mit "Gedichtle und Geschichten". Foto: Hannelore Grimm

Für Hehn, der in Bütthard fest eingebunden ist und sich in der Dorfgemeinschaft für ehrenamtliche Aufgaben zur Verfügung stellt, dem örtlichen Männergesangverein angehört und seit langem im Fasching in die Bütt steigt, ist es selbstverständlich, anderen zu helfen. 

In den letzten 20 Jahren spendete er einige tausend Euro an die Station Tanzbär der Würzburger Missio-Kinderklinik. Zu seinem 60. Geburtstag, den der bekennende Gefühlsmensch vor kurzem feierte, verzichtete er auf Geschenke und bat seine Gäste um Spenden: Auch dieses Geld werde zu gleichen Teilen der Station Tanzbär und dem Büttharder Kindergarten zugute kommen.

Welches Projekt er als nächstes plant

Für einen Wunsch, den er noch hat, benötigt er aber kein Geld, sondern sein Talent und einen schier unerschöpflichen Reichtum an Ideen, die meist nur so aus ihm raussprudeln: Neben dem ins Auge gefassten Projekt, ein "Best-of" mit Beiträgen aus seinen bisherigen Werken herauszubringen, plane er ein Buch über "Fränkisches Essen und Trinken".

Neben alten Rezepten seiner Mutter soll es "Gedichtle und Geschichten" rund ums Essen enthalten. Damit möchte er einst alltägliche, aber aus den ländlichen Küchen verschwundene Gerichte wie "Stöpferle und Bohnebrühe" oder "Zemetle" vor dem Vergessen bewahren.

Platzreservierungen für Hermann Hehns Lesung mit Musik an diesem Samstag, 28. September, im Gasthaus Henneberger in Bütthard sind unter Telefon (01 57) 52 93 77 54 möglich.

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