Würzburg

Wie die Grüne Jugend die Clubkultur erhalten will

Die Grüne Jugend hat im Wahlkampf zum Thema Sperrzeitverlängerung Stellung genommen und sich für den Erhalt der Clubkultur ausgesprochen.
Diskussion zur Clubkultur in Würzburg im Cafe Rudowitz von der Grünen Jugend. Foto: Thomas Obermeier

Das Nachtleben einer Studentenstadt im Konflikt mit der Nachtruhe der Innenstadt-Bewohner: Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Clubkultur in Würzburg" haben sich die Stadtratskandidaten der Grünen Jugend klar gegen eine mögliche Verlängerung der Sperrzeiten ausgesprochen. "Es gehört zu einem attraktiven Studienort dazu, jungen Leuten auch nachts etwas zu bieten", betonte Spitzenkandidat Konstantin Mack.

"Es geht immer nur um Bereiche, in denen sich junge Leute aufhalten."
Konstantin Mack, Spitzenkandidat der Grünen Jugend

Als passenden Ort für ihre Wahlkampfveranstaltung hatten die jungen Grünen das kleine Café Rudowitz in der Partymeile Sanderstraße gewählt. Viele Stimmen für den 15. März dürften sie in den 90 Minuten freilich nicht gesammelt haben: Neben ihren eigenen Kandidaten und einigen Vertretern von CSU und Junger Union nahmen nur vier Bürgerinnen und Bürger teil.

Seit einem CSU-Antrag zur Überprüfung der Situation in anderen Städten steht eine Verlängerung der nächtlichen Sperrzeiten zumindest im Raum – laut Kommunalreferent Wolfgang Kleiner aber nur als letztes Mittel, wenn andere Maßnahmen nicht greifen.

Alkoholverbote im öffentlichen Raum sehen Mack und Laier kritisch

Derzeit dürfen alle Kneipen und Diskotheken der Stadt mit Ausnahme einer Putzstunde von 5 bis 6 Uhr morgens geöffnet sein. "Wenn ich gewählt werde, werde ich mich im Stadtrat vehement gegen eine Sperrzeitverlängerung stellen", sagte Magdalena Laier, die Spitzenkandidatin der Grünen Jugend.

Alkoholverbote im öffentlichen Raum sehen Mack und Laier ebenfalls kritisch: "Dadurch werden die Probleme nicht gelöst, sondern nur an andere Orte verlagert", betonte Mack und wies darauf hin, dass in Sachen Alkoholverbot bisher nie über die Alte Mainbrücke gesprochen wurde: "Es geht immer nur um Bereiche, in denen sich junge Leute aufhalten." Kritik übte die Grüne Jugend in diesem Zusammenhang an den Kontrollmaßnahmen der Polizei im vergangenen Jahr an der Hafentreppe hinter dem Kulturspeicher.

Prominenter Gast bei der Veranstaltung war Sanne Kurz aus München

Prominenter Gast der Veranstaltung war mit Sanne Kurz die kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen – die Wahl-Münchnerin sprach sich für den Erhalt der Clubkultur in den Städten aus: "Clubs haben eine sozio-kulturelle Funktion, weil in ihnen ganz unterschiedliche Leute zusammenkommen und miteinander reden.

Die 45-jährige Filmemacherin hatte aber auch einen Vorschlag parat, um die Probleme zwischen lärmenden jungen Menschen und den Anwohnern in den Griff zu bekommen: In München gibt es als zentrale Stelle speziell für Konflikte im öffentlichen Raum ein "Allparteiliches Konfliktmanagement", kurz AKIM.

"Damit versucht man, alle Parteien auf Augenhöhe zusammenzubringen."

"Damit versucht man, alle Parteien auf Augenhöhe zusammenzubringen", so die Abgeordnete. In München sei der Erfolg spürbar: Wo AKIM eingreift, gehen laut Kurz Beschwerden, Konflikte und Straftaten zurück. Das Münchner Projekt setzt auf Mediation und Kommunikation und hat dafür im vergangenen Jahr einen "Eurocities Award" erhalten.

In Würzburger Stadtrat hat die SPD zur Konfliktlösung die Einstellung eines Nachtbürgermeisters vorgeschlagen. Kurz hält das nur in Verbindung mit einem Konfliktmanagement für sinnvoll: "Es bringt nichts, wenn ein Nachtbürgermeister nichts anderes tut als die Polizei zu rufen."

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