Würzburg

Wie die OB-Kandidaten die Kulturszene unterstützen wollen

Die Würzburger Kulturschaffenden dürfen sich künftig über mehr Geld freuen. Über eine mögliche Unterstützung darüber hinaus wurde indes kontrovers diskutiert.
Könnten im Ringpark bald Open-Air-Bühnen stehen? Foto: Patty Varasano

Die Antworten einzelner Stadtrats-Kandidatinnen und -Kandidaten auf ihre "Wahlprüfsteine" waren dem Dachverband Freier Würzburger Kulturträger (DFWK) nicht genug – die Kulturschaffenden der Stadt wollten auch von den OB-Bewerberinnen und -Bewerbern wissen, was sie in den kommenden sechs Jahren für die Kulturszene tun wollen.

Amtsinhaber Christian Schuchardt und vier seiner Herausforderer stellten sich auf der Chambinzky-Bühne den Fragen des Publikums und von Moderator Wolfgang Jung – nur Volker Omert (Freie Wähler) fehlte aus terminlichen Gründen. Es wurde – wie bei einem knappen Dutzend Veranstaltungen in gleicher Besetzung zuvor – eine weitgehend sachliche Diskussion, bei der sich die Kandidaten in vielen Punkten einig waren. Die gute Nachricht für die freien Träger, denen es in erster Linie um bessere Rahmenbedingungen geht: Alle fünf Bewerber äußerten ihre große Wertschätzung für die freie Kulturszene in der Stadt, keiner von ihnen hat die Absicht, die freiwilligen Leistungen der Stadt zu kürzen.

Im Kulturetat werden signifikante Mittel frei

Die konkrete Frage, ob für sie eine jährliche Erhöhung der städtischen Förderung der freien Träger um pauschal fünf Prozent in Betracht kommt, beantworteten alle fünf mit Ja. Welche Unterstützung darüber hinaus möglich wäre, darüber gingen die Meinungen auseinander.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) setzt dabei in finanzieller Hinsicht auf die Umwandlung des Mainfranken Theaters in ein Staatstheater. Derzeit steckt die Stadt rund zehn Millionen Euro und der Freistaat Bayern 5,5 Millionen Euro pro Jahr in das Theater. Durch die 50-Prozent-Förderung des Freistaats ab der Spielzeit 2022/2023 "werden in unserem Kulturetat signifikante Mittel frei, mit denen wir in der Kulturpolitik Akzente setzen müssen", so Schuchardt.

Dagmar Dewald (ÖDP) und Sebastian Roth (Linke) sehen eine schnellere Möglichkeit, mehr Gelder für die Kultur bereitzustellen: Sie lehnen eine städtische Beteiligung für Projekte wie ein neues Kickers-Stadion und die geplante Multifunktions-Arena an der Grombühlbrücke kategorisch ab. "Wir wollen das Geld lieber dort ausgeben, wo die Leute es nicht selbst schultern können", betonte Dewald.

"Würzburg wäre sicherlich eine tolle Kulturhauptstadt, aber allein die Bewerbung kostet bis zu sieben Millionen Euro."
Christian Schuchardt, OB der Stadt Würzburg

Roth will die Kulturszene vor allem durch den Erhalt bestehender und die Schaffung neuer Räumlichkeiten für Ateliers, Ausstellungsflächen und Proberäume unterstützen. Seine Idee, im Ringpark mehrere kleine Open-Air-Bühnen zur freien Nutzung zu schaffen, wurde von den Mitbewerbern unterstützt. "Damit können wir den Leuten zeigen, dass wir auch kurzfristig etwas erreichen können", sagte Roth.

Weniger Unterstützung bekam der Plan von Kerstin Westphal (SPD), Würzburg solle europäische Kulturhauptstadt werden: "Wir müssen jetzt mit der Bewerbung dafür anfangen. Die Stadtgesellschaft rückt dadurch zusammen", meinte die SPD-Kandidatin. Damit habe sich die Stadt bereits 2014 intensiv befasst, konterte Christian Schuchardt: "Würzburg wäre sicherlich eine tolle Kulturhauptstadt, aber allein die Bewerbung kostet bis zu sieben Millionen Euro."

Großes Potenzial für neue Angebotsräume für die Kulturszene sehen alle Bewerber auf dem Faulenberg-Areal – unter anderem als Ersatz für die Räume, die bei der Schließung des Posthallen-Areals wegfallen. Alle Kandidaten wollen das Konzept Posthalle erhalten, als neuer Standort für die Konzert- und Veranstaltungshalle selbst halten sie die ehemalige US-Kaserne aber eher für nicht geeignet – unter anderem wegen der dort auch geplanten Wohnbebauung: "Wer will direkt neben eine Konzerthalle wohnen?", fragte Martin Heilig. Der Kandidat der Grünen will bei der Faulenberg-Planung "die Bürger einbeziehen und einen gemeinsamen Plan für das Areal machen."

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels war ein Archiv-Bild einer anderen Kultur-Podiumsdiskussion mit OB-Kandidaten zu sehen. Dieses wurde nun gegen  ein thematisches Bild ausgetauscht.

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