Würzburg

Wie jung oder alt ist Würzburgs neuer Stadtrat?

Die Mitglieder des neuen Würzburger Stadtrats stehen fest. Neben einer höheren Frauenquote gibt es auch einen neuen Rekord, was das jüngste Mitglied angeht.
Die Mitglieder des neuen Würzburger Stadtrats stehen fest. Künftig werden sie regelmäßig im Ratssaal tagen. 
Die Mitglieder des neuen Würzburger Stadtrats stehen fest. Künftig werden sie regelmäßig im Ratssaal tagen.  Foto: Daniel Peter

Es war eine spannende Stadtratswahl 2020. Am Ende wurden die Nerven aller Kandidaten noch einmal strapaziert. Einige mussten bis in den Montagnachmittag hinein lange bangen und zittern, bis ihr Einzug ins Rathaus feststand. Bei der Eingabe der letzten drei Briefwahlbezirke gab es technische Probleme mit der Wahlsoftware und der Darstellung im Internet. Doch nun steht fest, wer es geschafft hat. Und obwohl oft von einem Generationenwechsel im Stadtrat gesprochen wurde, blieb dieser auch diesmal wieder weitgehend aus.

53,06 Jahre ist das Durchschnittsalter des neuen Stadtrats und damit nur knapp ein Jahr jünger als der Stadtrat bei der Wahl vor sechs Jahren (54,6 Jahre). Da aus Datenschutzgründen keine näheren Angaben zur Verfügung standen, wurde für die Berechnung nur Geburtsjahr und nicht Geburtsdatum herangezogen.

Mit drei Sitzen wird die Linke um Sebastian Roth, der die vergangenen sechs Jahre als Einzelkämpfer agierte, im neuen Stadtrat vertreten sein und bildet somit auch gleichzeitig mit 43,66 Jahren die jüngste Fraktion im Rat. Zweitjüngste Fraktion bilden die Grünen. Hier beträgt das Durschnittsalter der insgesamt neun neuen Mitglieder 41,1 Jahre. Damit liegt das Durchschnittsalter der 16-köpfigen Fraktion bei 49,25.

Das jüngste Stadtratsmitglied ist 21 Jahre alt

Knapp danach folgt die CSU, der außerdem mit der 21-jährigen Rena Schimmer das jüngste Stadtratsmitglied in diesem Jahrtausend angehört. Hier beträgt das Durchschnittsalter der zwei neuen Mitglieder genau 33 Jahre. Das Durchschnittsalter der 14 Fraktionsmitglieder liegt bei 49,78 Jahren. Mit einem Durchschnittsalter von genau 54 Jahren liegt die vierköpfige SPD-Fraktion auf Platz vier. Die älteste Fraktion stellen die drei FW-Stadträte mit durchschnittlich 57 Jahren.

Die ältesten Stadtratsmitglieder sind mit jeweils 74 Jahren Jürgen Weber (WL), Adolf Bauer (CSU) und Karin Miethaner-Vent (Grüne). Willi Dürrnagel (WL) ist 73, Charlotte Schloßarcke (Bürgerforum) und Wolfgang Baumann (ZfW) sind jeweils 70 Jahre alt. 

Die Kommunalwahl 2020 hat zu einem leichten Anstieg des Frauenanteils im Stadtrat geführt. Mit 21 Frauen und damit zwei mehr als bei der Wahl 2014 liegt die Frauenquote nun bei 42 Prozent.

Wer muss den Stadtrat verlassen?

Besonders hart trifft es wohl die Menschen, die es in diesem Jahr, trotz Bewerbung, nicht mehr in den Stadtrat geschafft haben. So sind der Fraktionsvorsitzende der ÖDP, Raimund Binder, und seine Partei besonders traurig über den Abschied von Heinz Braun. "Wenn Menschen wie er, die sechs Jahre lang für Stadt und die Menschen großen Aufwand betrieben haben, nicht mehr in den Stadtrat kommen, dann ist das einfach nur noch traurig", sagt Binder am Telefon.

Auch Uwe Dolata (FWG) muss sich aus dem Stadtrat verabschieden, der Kriminologe hat es mit 8257 Stimmen nicht mehr geschafft. Ihre drei Mandate haben die Freien Wähler behalten, statt Dolata zieht nun aber der ehemalige OB-Kandidat Volker Omert ein.

SPD trifft es besonders hart

Die SPD erhielt mit 4,89 Prozent bei der OB-Wahl das schlechteste Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte. Und auch bei der Stadtratswahl lief es nicht besser. Die SPD schrumpfte um über die Hälfte auf 9,22 Prozent und von zehn auf künftig nur vier Sitze. So sagt Posthallen-Geschäftsführer Jojo Schulz (SPD) nach sechs Jahren Adieu. "Vielen Dank für 6549 Stimmen", schreibt er auf dem sozialen Netzwerk Facebook. "Es hat mir viel Spaß gemacht." Er bedankt sich bei all seinen Mitstreitern und auch seinen Genossen.  Den Gewählten wünscht er "ein gutes Händchen", denn die Herausforderungen seien massiv. "Toi Toi Toi für unsere schöne Stadt."

Auch für Lore Koerber-Becker (SPD) hat es für einen erneuten Einzug in den Stadtrat nicht gereicht. "Das ist schade", sagt sie. "Aber gleichzeitig freue ich mich jetzt auf ein wenig mehr Freizeit und mehr Zeit mit meinen Lieben." Für die Themen Verkehrswende oder Klimaschutz werde sie weiter aktiv bleiben, aber: "Mit mehr Zeit für die konkreteren Projekte." 

In einer früheren Version dieses Artikels waren die Angaben zu den ältesten Stadtratsmitgliedern nicht korrekt. Diese Angaben wurden korrigiert.

Rückblick

  1. Anita Feuerbach nahm leise Abschied vom Zeller Rathaus
  2. Die lebendige Ortsmitte soll in Höchberg erlebbar bleiben
  3. Das ist der neue Würzburger Stadtrat
  4. Diese neuen Fraktionen gibt es im Würzburger Stadtrat
  5. ZfW: Gleich mehrere Gründe für schlechtes Kommunalwahlergebnis
  6. Was passiert mit den Wahlplakaten in der Stadt?
  7. Wie jung oder alt ist Würzburgs neuer Stadtrat?
  8. OB-Wahl in Würzburger Stadtteilen: Kontinuität im Wahlverhalten
  9. FDP: Bei der jungen Generation nicht gepunktet
  10. Wahlen: Würzburger Liste verliert erstmals Fraktionsstatus
  11. "Historischer Erfolg" für Grüne Fraktion im Würzburger Stadtrat
  12. Würzburg: So lief die Auszählung der Stadtratsstimmen
  13. Kommentar: Diese Würzburger Stadtratswahl bedeutet eine Zäsur
  14. Die Linke: Das Wahlziel absolut erreicht
  15. Stadtrat: Warum die Freien Wähler vom Ergebnis enttäuscht sind
  16. Stadtratswahl in Würzburg: AfD holt zwei Sitze
  17. CSU: Mit dem Ergebnis zufrieden und das Hauptziel erreicht
  18. Grüne legen in allen Stadtteilen zu, große Verluste für die SPD
  19. Bürgerforum: Das Ziel Fraktionsstärke deutlich verfehlt
  20. Stadtrat Würzburg: Grüne gewinnen, CSU und SPD verlieren 
  21. Kommentar: Warum Heilig gegen Schuchardt nicht punkten konnte
  22. OB-Wahl Würzburg: Schuchardt schafft den Sieg im ersten Wahlgang
  23. ÖDP setzt jetzt auf die Stadtratswahl
  24. Im  Amt bestätigt: Schuchardt kann nach vorne blicken
  25. Keine Stichwahl in Würzburg: Enttäuschung bei den Grünen
  26. OB-Wahl: Das sagt Kerstin Westphal zum vierten Platz
  27. OB-Wahl: Warum Volker Omert mit dem Ergebnis zufrieden ist
  28. OB-Wahl: Sebastian Roth zeigt sich zufrieden
  29. Live-Blog: Alle Infos über die Würzburger Wahl
  30. Plakate, Podcast, Post: Wie die Parteien Wahlkampf machen
  31. Warum die Wahl in Würzburg dieses Mal besonders spannend wird
  32. Würzburg: Wie beeinflusst die Briefwahl die Wahlbeteiligung?
  33. Wer steht noch hinter Park & Ride in der Sanderau?
  34. Wahlkampf: Wer will in Würzburg Parkplätze und wer die Linie 6? 
  35. ÖPNV: Welche Tickets in Würzburg teurer, welche günstiger werden
  36. Kommentar zum ÖPNV: Teurere Tickets sind das falsche Signal
  37. Würzburger Liste: Die Stadt hat viel verschlafen
  38. Klimaschutz: Was die Würzburger Parteien tun wollen
  39. Würzburger Norden: Ein Tunnel durch den Steinberg soll helfen
  40. Wie Christian Schuchardt Würzburgs OB bleiben will
  41. Kolumne zur Wahl: Helle Köpfe, Zenners Dackel und die grüne Lady
  42. Schulen schneller sanieren und mehr KiTa-Plätze schaffen
  43. Speed-Dating: Im Gespräch mit den Würzburger OB-Kandidaten
  44. CSU-Ascherdonnerstag: Warum die AfD Feind der Demokratie ist
  45. Wie die Linken am Politischen Aschermittwoch austeilten
  46. Politischer Aschermittwoch: Grüne wehren sich gegen "Mief der 80er"
  47. Aschermittwoch der FDP: Applaus für Stellungnahme zur AfD
  48. Stadtratswahl in Würzburg: Was junge Kandidaten bewegt
  49. OB-Kandidat Heilig: Jugendparlament und Kindersprechstunde
  50. OB-Wahl: Wie Sebastian Roth rote Akzente setzen möchte

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Sophia Scheder
  • CSU
  • Charlotte Schloßareck
  • Facebook
  • Fraktionschefs
  • Freie Wähler
  • Heinz Braun
  • Kommunalwahl 2020 in Würzburg
  • Kommunalwahlen
  • Lore Koerber-Becker
  • Raimund Binder
  • SPD
  • SPD-Fraktion
  • Sebastian Roth
  • Soziale Netzwerke
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Städte
  • Technische Probleme
  • Uwe Dolata
  • Wolfgang Baumann
  • Wähler
  • Ökologisch-Demokratische Partei
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
7 7
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!