MARGETSHÖCHHEIM

Wie viele Supermärkte verträgt Margetshöchheim?

Noch ist das Grundstück ungenutzt: Auf dem Götz-Gelände könnte ein neuer Supermarkt entstehen. Je nach Größe hätte der fatale Auswirkungen für die bestehenden Geschäfte. Foto: G. Zoryiku

Kann eine kleine Gemeinde wie Margetshöchheim zwei Supermärkte vertragen? Diese Frage beschäftigt derzeit viele. Neben den Ärztehäusern soll ein neuer Lebensmittelmarkt auf dem brachliegenden Gelände der Großbäckerei Götz in Margetshöchheim-Süd angesiedelt werden. Das ist an und für sich eine tolle Sache – bleibt allerdings ein Problem: Wie würde sich das auf die bestehende Tegut-Filiale auswirken?

Aufschluss darüber soll ein von der Gemeinde bestelltes Gutachten geben. Der Auftrag wurde an die in München ansässige Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) vergeben. Wie die Verwaltung mitteilte, liegt jetzt ein vorläufiger Entwurf vor. An diesen Donnerstag stellt ein Mitarbeiter von GMA den Gemeinderäten, Grundstückeigentümer Wolfgang Götz und seinem Projektentwickler das Gutachten im Rathaus vor. Der vorläufige Entwurf eines Gutachtens zur zukünftigen Einzelhandelskonstellation in der Gemeinde wird am Donnerstag, 1. Oktober um 17 Uhr, im Rathaus vorgestellt. Die Präsentation mit den Gemeinderäten, dem Grundstückeigentümer und seinem Projektentwickler ist öffentlich, alle Interessierten sind willkommen. Untersucht wurden die Ansiedlung von Netto (1100 Quadratmeter-Verkaufsfläche), Penny und Norma (jeweils 1000 Quadratmeter-Verkaufsfläche).

Dabei wurden auch die jeweiligen Umsatzverluste abgeschätzt, die dann für den Tegut-Markt in Margetshöchheim und den Edeka-Markt in Zell entstehen würden. Umsatzverluste von zehn Prozent gelten dabei als noch tolerabel.

Wie man hört, sehen die Gutachter eine Ansiedlung von Netto oder Penny sehr kritisch, da mit Umsatzverlusten von jeweils bis zu 13 Prozent für die bestehenden Märkte zu rechnen wären.

Im Zuge der Diskussion um die Bebauung des Götz-Geländes entzündet sich die Debatte vor allem an der Größe des geplanten Lebensmittelmarkts. Um zu verhindern, dass eine Ansiedlung eines zweiten Supermarkts die vorhandene Einzelhandelsstruktur gefährdet, hatte der Gemeinderat im Frühjahr bei einem sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan beschlossen, die Verkaufsfläche auf 800 Quadratmeter zu beschränken.

Mittlerweile sind die CSU und SPD jedoch bereit, von diesem Beschluss abzurücken. Stattdessen plädieren sie nun für eine Ausweisung eines Sondergebiets, da kein Discounter ihrer Meinung nach dort unter 1000 Quadratmeter ansiedeln wird. Derweil pochen der Eigentümer und der Projektentwickler auf ein Sondergebiet, das eine Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts mit 1100 Quadratmetern Fläche zulässt. Das aber lehnt die Margetshöchheimer Mitte ab, notfalls würde sie es auf ein Bürgerbegehren ankommen lassen.

Um das Projekt mit den Ärztehäusern nicht von vornherein zu gefährden, schlug Bürgermeister Waldemar Brohm (CSU) dann ein unabhängiges, wissenschaftliches Gutachten vor. Mit der Expertise über die Einzelhandelskonstellation in der Gemeinde soll eine Faktenlage für eine endgültige Entscheidung geschaffen werden.

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