Sanderau

Wieder Mieter-Mobbing in der Sanderau? Feuerwehr rettet Bewohner

Nur über die Leiter eines Feuerwehr-Krans konnte ein Mieter seine Wohnung in der Arndtstraße verlassen. Was hinter der Rettungsaktion steckt und was dort bisher geschah.
Verpixelt: Ein Mieter aus dem Mietshaus in der Arndtstraße 6 wird von der Feuerwehr aus seiner Wohnung geholt. Foto: Jan Buschermöhle

Am Mittwochnachmittag gegen 16.30 Uhr begann die Polizei und die Feuerwehr in Würzburg einen spektakulären Einsatz in der Arndtstraße. Ein Bewohner des Hauses kam nicht mehr aus seiner Wohnung, da er vermutlich mutwillig von einer bislang unbekannten Person eingeschlossen wurde. Er musste von der Feuerwehr mit einem Kran befreit werden. Die Polizei ermittelt nun wegen Freiheitsberaubung. Nach Ende des gut zweistündigen Einsatzes marschierte der Mann mit einem Rollkoffer davon. Sein restliches Hab und Gut musste er zurücklassen.

In dem Haus, das mittlerweile bis auf den einen Mieter komplett leer steht, wurden in der Vergangenheit die restlichen Bewohner regelrecht rausgemobbt. Im vergangenen Juli wurde das Gebäude an die Arndtstraßen Vermietungs GmbH mit ihrem Geschäftsführer Sebastian Pfister verkauft. Im Anschluss wurde den Mietern dort so zugesetzt, dass bis Ende des Jahres fast alle Parteien ihre Wohnungen freiwillig verließen. Die meisten Wohnungen werden aktuell bereits saniert.

Vermieter vermüllte das Grundstück

Wie diese Redaktion bereits berichtete, ließ der Vermieter durch Bauarbeiter Müll im Treppenhaus und im Vorgarten liegen, belegte gemietete Parkplätze, rodete die Bäume im Vorgarten und stellte teilweise sogar den Strom ab. Im Dachboden riss er Lagerabteile der Vermieter heraus und entsorgte den darin befindlichen Besitz der Mieter. Mittlerweile sind die Garagen auf dem Grundstück ab- und die Einfahrt aufgerissen. Absprachen mit den Mietern gab es keine. Jegliche Versuche der Konktaktaufnahme von Mieterseite verliefen im Sande.

Auch der Versuch über eine Anwaltskanzlei Kontakt zum Vermieter aufzunehmen und zu vermitteln, war erfolglos. Laut dem Landesverband Bayern des Deutschen Mieterbunds (DMB) sind diese Vorgänge leider gängige Praxis. "Sowas gibt es immer wieder mal. Vermieter nutzen Handwerker, um ihre Mieter aus dem Haus zu ekeln", so Monika Schmid-Balzert vom DMB.

Täter bisher unbekannt

Ob hinter der Freiheitsberaubung des am Mittwoch befreiten Mieters tatsächlich der Vermieter steckt, ist bisher unbekannt. Wie die Pressestelle der Polizei bekannt gab, werden das die weiteren Ermittlungen zeigen. Auch der Mieter selbst ist für diese Redaktion bisher nicht zu erreichen gewesen. 

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