Würzburg

Wieso Margit Rotter seit 40 Jahren im Dienst der Kirche ist

Margit Rotter arbeitet seit vierzig Jahren für die Diözese Würzburg. Sie ist im Diözesanbüro Würzburg tätig. Foto: Thomas Obermeier

40 Jahre lang hat sie ihr Leben der Kirche gewidmet. Margit Rotter hat viel erreicht und sich dabei als Frau in der katholischen Kirche nie eingeschränkt gefühlt. Nun beging die Geschäftsführerin des Diözesanbüros Würzburgs ihr Dienstjubiläum. Rotters Fazit zu vier Jahrzehnten im kirchlichen Dienst: „Mir geht es gut hier!“

Erste Schritte im Dienst der Kirche

Sie ist heute Würzburgerin, doch geboren wurde Rotter im nordbadischen Sinsheim. Nach der Mittleren Reife absolvierte sie eine Ausbildung zur medizinisch-kaufmännischen Assistentin. „Meine Eltern wollten etwas Solides“, erklärt Rotter. Vor allem ihre sehr gläubige Großmutter und der fortschrittliche Gemeindepfarrer stellten die Weichen für ihr weiteres Leben. Prägend war für Rotter auch, wie sie die Kirche in ihrer Jugend erlebte. „In den späten 60er Jahren gab es einen starken Auftrieb in der Kirche, beispielsweise durch die deutsche Liturgie mit Jazz-Messen. Das war ein blühendes Leben“, so Rotter.

1979 trat sie schließlich in den kirchlichen Dienst und wurde Sekretärin des Direktors des Instituts für Pastorale Bildung in der Erzdiözese Freiburg. Rotter beschreibt diese Zeit als außerschulische Lehrjahre. „Ich habe mit fast allen namhaften Theologen im deutschsprachigen Raum korrespondiert und telefoniert“, so Rotter. Nebenbei erwarb sie in Freiburg theologische Kenntnisse in einem Theologie- und einem Pastoralkurs.

Würzburg – „Eine Insel der Glückseligen“

1990 wechselte Rotter nach Würzburg und wurde Geschäftsführerin des Stadtdekanats. „Ich habe Würzburg als behäbig, gut katholisch und sehr herzlich erlebt“, fasst Rotter zusammen. „Ich habe hier schnell meinen Platz gefunden.“ Würzburg sei kirchlich betrachtet eine Insel der Glückseligen. Umso mehr berge das die Gefahr, dass Glaube und Kirche zu selbstverständlich würden.

Deshalb sei sie froh, dass mittlerweile auch in der Diözese ein Umdenken begonnen hat. „Wir dürften nicht immer nur auf die Kerngemeinde schauen, sondern müssen auch die Menschen mitnehmen, die ihre Kinder zur Taufe bringen und sich dann kaum wieder blicken lassen“, betont Rotter. Bereits vor 40 Jahren habe der Pastoraltheologe Paul Zulehner von einer „Verdunstung des Glaubens“ gesprochen. „Heute sind wir da angekommen“, stellt Rotter klar. „Wir müssen die Frage nach Gott wachhalten.“

Immer in der ersten Reihe dabei

Seit 2002 ist Rotter Geschäftsführerin des Diözesanbüros Würzburg, das aus den Dekanaten Würzburg rechts-, Würzburg links des Mains und dem Stadtdekanat Würzburg entstand. Ihr läge das Organisatorische, erklärt Rotter. Ihre größten Projekte waren dabei der Orgelimpuls „5 nach 12 im Dom“, die ökumenische Informations- und Servicestelle „i-Punkt-Kirche“ sowie die „Nacht der offenen Kirchen“. „Das sind sozusagen meine Kinder“, resümiert Rotter lachend.

Was die nächsten Jahre bringen werden

Obwohl ihre Arbeit sehr viel Kontakt mit Menschen beinhaltet, verbringt Rotter reichlich Zeit am Schreibtisch. „Das liegt mir“, sagt sie. „Ich ziehe gerne alle Register und kann schnell Entscheidungen treffen.“ Diese Fähigkeit könnte auch zukünftig förderlich sein, denn Rotter ist sich sicher, dass sich in ihren letzten Berufsjahren noch viel ändern wird. „Aber das hat auch seinen Reiz“, stellt sie klar. „Ich werde auf jeden Fall dabei sein, wenn das Schiff umgesteuert wird.“

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