REGION WÜRZBURG

„Wir sind heiß auf den Endspurt“

Klar zum Endspurt: Im Herbst dieses Jahres könnte die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes erfolgen. Die BI gegen den Bau der Westumgehung Würzburg/B26n traf sich in der Laudenbacher Mehrzweckhalle zur Jahresversammlung und Demonstration ihres Willens. Foto: Günter Roth

Der Verein Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg/B 26n will die Zeit der entscheidenden Phase bis zur erwarteten Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans nutzen und den Widerstand gegen das geplante Vorhaben mit Nachdruck fortsetzen, das betonte der Vorsitzende Matthias Zorn bei der Jahresversammlung in der Laudenbacher Mehrzweckhalle nach seiner Wiederwahl. Zuvor hatte der Verkehrsexperte Professor Matthias Gather aus Erfurt in einem Fachvortrag den Sinn einer Verbindungstrasse zwischen der A 7 und der A 3 nachdrücklich bezweifelt.

In einer durchaus humorvollen, bisweilen sogar sarkastischen Präsentation verwies der Fachmann auf zahlreiche Erfahrungen mit Autobahnneubauten in den vergangenen 25 Jahren. In den weitaus meisten Fällen habe sich die „implizite Theorie der Politik“ – neue Autobahnen brächten große Vorteile für die Regionen – nicht erfüllt. Vielmehr habe sich herausgestellt, dass die Lage einer Region wichtiger sei als die Infrastruktur. Angewandt auf den Landkreis Main-Spessart hob der Wissenschaftler die gute wirtschaftliche Situation und die geringe Arbeitslosigkeit hervor, die geplante Trasse würde hier gewiss kaum positive Effekte bringen. Wörtlich: „Die angeführten Erreichbarkeitsvorteile für MSP erschließen sich mir nicht; ich verstehe den Sinn dieser Umgehungsstraße nicht.“ Allenfalls könne die sogenannte Westspange nur als Teil eines großen gesamteuropäischen Verkehrsplans begründet werden.

Für das Werntal allerdings müsste man sich etwas einfallen lassen. Gather zeigte einerseits Verständnis für die Wünsche und Forderungen der stark vom Durchgangsverkehr betroffenen Gemeinden, warnte aber gleichzeitig auch hier vor zu großen Erwartungen. Zurzeit würden auf der B 26 im Werntal rund 4000 Fahrzeuge täglich gemessen, die Höhentrasse würde zwar einen großen Teil dieses Verkehrs aufnehmen, aber ganz gewiss würde die Entlastung nicht so stark ausfallen, dass man in den betroffenen Dörfern künftig ruhig leben könne. Es würden dort mit Sicherheit „keine Oasen der Ruhe“ entstehen, denn eine Halbierung des Verkehrsaufkommens werde nicht gleichzeitig zu einer Halbierung des Lärms führen. Vielmehr würde die entstehende Entlastung dort oft kaum messbar sein, so Gather. Keinesfalls aber dürfe eine Verbesserung der Lebensbedingungen im Werntal zur Mehrbelastung von Menschen in dann neu betroffenen Gebieten führen.

Die gegenwärtige Autobahnferne müsse für Main-Spessart kein Makel sein, und die Frage, ob groß dimensionierte Verkehrsinfrastrukturen zum regionalen Leitbild passten, solle gründlich erwogen werden.

Zorn forderte die rund 2400 Mitglieder des Vereins auf: „Jetzt ist die Zeit des verstärkten Widerstands, denn wir treten in die entscheidende arbeitsreiche Phase.“ So wolle man demnächst mit vielen Mitgliedern und bis zu 20 Bürgermeistern „beim Bundesverkehrsminister aufschlagen“ und dort eine machtvolle Demonstration zeigen.

Schlagworte

  • Redaktion Süd
  • Bundesstraße 26n
  • Bundesverkehrswegeplan
  • Bürgerinitiativen
  • Matthias Zorn
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!