SOMMERHAUSEN

Wirbelwind am Main: Viel Aufmerksamkeit im Netz

Mini-Tornado bei Sommerhausen.
Der Mini-Tornado von Sommerhausen in der Momentaufnahme. Foto: Screenshot
So etwas sieht man nicht alle Tage: Ein Wirbelwind fegt über den Main, bewegt sich über das Wasser zum Ufer, geht kurz an Land und löst sich dann auf dem Wasser wieder auf. Dieses faszinierende Naturschauspiel hat Matthias Fuchs aus Sommerhausen geistesgegenwärtig mit seinem Handy festgehalten - und bekommt dafür viel Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken.

Faszinierender Anblick

Es war ein ziemlicher Zufall, dass Fuchs den Wirbel überhaupt zu sehen bekam. "Ich war gerade vor der Garage, zum Vorarbeiten für ein Fest", erzählt er der Redaktion. Fuchs ist Juniorchef beim Gasthof Hotel Anker in Sommerhausen. Seine Mutter bemerkte die Unruhe auf dem Main und gab Fuchs Bescheid. "So etwas habe ich überhaupt noch nicht gesehen", sagt er rückblickend. "Es war sehr faszinierend."

Video

Mini-Tornado in Sommerhausen-Main gesichtet.


Der Wirbelwind wanderte vom Wasser auf die Wiese in unmittelbarer Nähe des Gasthofes. Um Angst einflößend zu wirken, war er aber zu klein. "Wäre der Wirbel größer gewesen, dann hätte ich mir schon Gedanken gemacht,", sagt Fuchs. Ganz kurz sei der Wirbelwind auch auf die Terasse gewandert - allerdings ohne, dass irgendetwas passiert sei.

Tornado-Video ist ein Renner auf Facebook

Fuchs war fast alleine am Ufer. "Da habe ich mir gedacht, das kann ich nicht für mich behalten." Daher filmte der 27-Jährige den Wirbelsturm und stellte ihn unter der Bezeichnung "Mini Tornado in Sommerhausen-Main gesichtet" auf seine Facebook-Seite. 24 Stunden später wurde das Video bereits fast 21.000 Mal aufgerufen und mehr als 250 Personen haben es geteilt. Eine Userin kommentiert scherzhaft: "Twister auf fränkisch". Fuchs wurde völlig überrascht von diser Aufmerksamkeit für sein knapp dreiminütiges Filmchen. "Ich kriege jetzt andauernd Freundschaftsanfragen von Leuten, die ich überhaupt nicht kenne", sagt er.

Dass es sich bei dem Naturspektakel nicht um einen Mini-Tornado oder eine Wasserhose handelt, bestätigte Magdalena Bertelmann, Diplom-Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst, auf Anfrage der Redaktion. Stattdessen handelt es sich um einen sogenannten Staubteufel, der sich zufällig über dem Wasser gebildet hat.

Staubteufel sind kurzlebig und lokal

Ein Staubteufel, auch Staubwirbel, Sandwirbel oder Kleintrombe genannt, sei "ein kleiner, eng begrenzter Wirbelwind." Er entsteht meist im Sommer durch das plötzliche Aufsteigen einer heißen Luftblase, die am Erdboden erhitzt wurde. Durch die schnelle vertikale Bewegung entsteht ein rotierender Luftwirbel. Die Drehrichtung von Staubteufeln ist zufällig.

Durch diese kleinen Wirbelwinde werden Blätter, Sandkörner und sonstige leichte Gegenstände vom Boden aus in unterschiedliche Höhen transportiert. Dadurch wird der Wirbel erst sichtbar. Staubteufel haben eine recht kurze Lebensdauer und lösen sich schlagartig wieder auf.

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