EICHELSEE

Wird die „Goldgrube“ ein Draufzahlgeschäft?

Das zähe Ringen um die Erweiterung des Baugebiets „Goldgrube“ hat immer noch kein Ende. Auch in der jüngsten Sitzung kam der Gemeinderat Gaukönigshofen trotz einer einstündigen Debatte zu keinem Ergebnis, wie weiter verfahren werden soll. Die hohen Erschließungskosten sorgen für anhaltendes Kopfzerbrechen.

Die „Goldgrube“ ist ein Dauerbrenner. Vor einigen Jahren gab es Pläne für eine großzügige Erweiterung. Die scheiterte, weil das Wasserwirtschaftsamt hohe Auflagen machte. Die Abwasserentsorgung wäre entweder gar nicht, oder nur mit einem gewaltigen technischen und finanziellen Aufwand möglich gewesen. Daraufhin wollte man sich auf nur sechs neue Bauplätze beschränken.

Kleine Lösung

Aufgrund der tatsächlichen Nachfrage wurde der Bebauungsplan zunächst so gestaltet, dass drei Parzellen ausgewiesen wurden. Für die Erschließung dieser kleinen Lösung hat die Gemeinde eine Ausschreibung gemacht. Aber selbst beim günstigsten Anbieter lag der Preis mit rund 153 000 Euro noch erheblich über der Kostenschätzung und dem Ansatz im Gemeindehaushalt. Die Verwaltung hatte daher vorgeschlagen, sich der Nachfrage anzupassen. Es waren nämlich nur zwei Interessenten da, von denen einer seit längerem ernsthafte Absichten hat.

Das Planungsbüro wurde mit einer Berechnung der noch kleineren Lösung mit zwei Bauplätzen beauftragt. Die Baufirma, die das günstigste Angebot abgegeben hatte, der Verlängerung der Vergabefrist und der Leistungsverringerung zugestimmt, wie Verwaltungsleiter Winfried Betz in der Sitzung ausführte. Die Neuberechnung ergab Kosten von knapp 88 000 Euro.

Bezogen auf den einzelnen Bauplatz sei der Preis auch kaum günstiger, stellten einige Ratskollegen fest. Würde man durch sechs teilen, wäre das Verhältnis vorteilhafter für die Käufer. Doch dafür müsste der Bebauungsplan geändert werden, und das Risiko wäre hoch, auf den Grundstücken sitzen zu bleiben – – man steckt in der Zwickmühle.

In der Diskussion tauchte deshalb die Kernfrage auf, ob man angebots- oder nachfrageorietiert handeln sollte. Einige Ratsmitglieder meinten, man müsste ein „richtiges“ Baugebiet ausweisen, dann kämen auch die Käufer. Andere wollten nach Bedarf vorgehen. Dass man dem ernsthaft bauwilligen Bewerber in Eichelsee das Bauen ermöglichen sollte, war dabei unstrittig.

Kalkulation überholt

Es gibt noch ein Problem: Der in Aussicht gestellte Festpreis für den Bauplatz, der auf einer früheren Kalkulation mit niedrigeren Preisen basiert, ist nicht zu halten. Es sei denn, die Gemeinde zahlt drauf, was einer Subvention gleich käme. Einen solchen Präzedenzfall wollten viele Ratsmitglieder nicht schaffen, sondern plädierten für eine Umlegung der Erschließungskosten.

Die Idee, eine erneute Ausschreibung im Herbst zu machen, wurde verworfen. Denn es sei nicht zu erwarten, dass die Preise in absehbarer Zeit sinken. Auch vom Gedanken einer „Billiglösung“ mit vorläufigem Verzicht auf eine feste Fahrbahndecke nahm man schnell Abstand.

Nachdem sich die Debatte im Kreis drehte, kam man überein, dass die Kämmerei genaue Zahlen ermitteln und zur nächsten Sitzung vorlegen soll. Die Firma müsste weiter stillhalten und die Frage steht im Raum, ob der letzte Kaufinteressent bei der Stange bleibt.

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