WÜRZBURG

Wissenschaftler mischen bei der Landesgartenschau mit

Gemeinsam stellen sie das Zukunftsprojekt LAB 13 vor: (v.l.) Christoph Wünsch (HfM), Klaus Heuberger (LGS), Robert Grebner (FHWS), Wolfgang Roth (Uniklinikum), Claudia Frey (FHWS) und Barbara Sponholz (Universität).
Gemeinsam stellen sie das Zukunftsprojekt LAB 13 vor: (v.l.) Christoph Wünsch (HfM), Klaus Heuberger (LGS), Robert Grebner (FHWS), Wolfgang Roth (Uniklinikum), Claudia Frey (FHWS) und Barbara Sponholz (Universität). Foto: Regina Urbon

Ungewöhnlich ist es schon, dass die Landesgartenschau den Besuchern neben allen grünen Aspekten auch Wissenschaft serviert. Das soll durch ein Netz an Informationen geschehen, die in verschiedene Bereiche eingeklinkt werden und sich fortentwickeln. Das ganze Leben ist Entwicklung, und so entwickeln sich auch Projekte im „Lab 13“. Das ist das Gebäude 13 auf dem Baustellengelände der Landesgartenschau 2018 in der Rottendorfer Straße, in dem nun Studenten und Dozenten von vier Hochschulen quasi ein Labor eingerichtet haben und in die Zukunft denken.

Linien verknüpfen Projekte

Eingebunden sind durch die Landesgartenschau die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt (Hochschule für angewandte Wissenschaften FHWS), die Hochschule für Musik (HfM), Universität und Uni-Klinikum.

Das Gebäude stellt die Gartenschaugesellschaft für die Zeit der LGS (12. April bis 7. Oktober 2018) zur Verfügung. Innen und außen verlaufen Linien, die Projekte und Räume verknüpfen, sich aber auch ändern können. Optisch geschieht das mit Seilen, buntem Tape oder durch Lichtprojektion. Das symbolisiert fächerübergreifendes Arbeiten. Die Linien von drinnen setzen sich draußen fort, lenken mit weiteren Aspekten in die Zukunft.

Ganz praktisch mit dabei

Wem das zu wissenschaftlich klingt, der kann – praktisch – während der Landesgartenschau einen Blick in das Innere von Pflanzen wagen oder Vorträge zur Sprache der Pflanzen hören. Den Blick „hinein“ ermöglicht dabei der Lehrstuhl für Röntgenmikroskopie und greift damit das Thema „Wissenschaft und Kunst“ auf. Im Zusammenwirken der LGS-Gesellschaft mit der Stadt wird bei dieser Gelegenheit an Wilhelm Conrad Röntgen erinnert, der vor 120 Jahren in Würzburg die nach ihm benannten Strahlen entdeckt hat.

„Bei unserer Konzeption legen wir besonderen Wert auf Einblicke in moderne Forschungsthemen und Aspekte von Studium und Lehre an der Julius-Maximilians-Universität (JMU), aber auch Themen zur Nachhaltigkeit und zu sozialen Belangen werden aufgegriffen“, erläutert die Vizepräsidentin der Universität, Barbara Sponholz, die den Auftritt der JMU auf der Landesgartenschau koordiniert.

3-D-Techniken und Virtual Reality Labor

Wie FH-Präsident Robert Grebner erläutert, zeigt die FHWS Techniken wie 3-D-Tomografie (bildgebende Verfahren, die die innere räumliche Struktur eines Objektes in Form von Schnittbildern darstellen können), Computersimulationen in Natur und Technik oder ein Pflanzen-Navi zu den auf der LGS gezeigten Pflanzen. Im Virtual Reality Labor gibt es eine 3-D-Blumenberechnung und einen 3-D-Punktewolkenscan zu bestaunen. Dort können Besucher auch an einem virtuellen Schnittkurs an Rosen, Sträuchern und Bäumen teilnehmen. Die FH-Fakultät Architektur- und Bauingenieurwesen schließlich beschäftigt sich mit der Zukunft des Wohnens.

Anregungen zum Nachdenken über das Selbstverständnis, die kulturelle Bedeutung und die Zukunft der akademischen Musikausbildung gibt die Hochschule für Musik (HfM). Deren Präsident, Christoph Wünsch, kündigt zahlreiche Konzerte bis hin zur Operetten-Gala an.

Werbung für den Wachstumsmotor Gesundheit

Die Uni-Klinik wird sich den LGS-Besuchern mit vielen Projekten öffnen, behandelt vor allem die Themen Medizin und Forschung, Ökologie und Arbeitswelt. Ärztlicher Direktor Georg Ertl spricht von „exzellenter medizinischer und ärztlicher Ausbildung“, kaufmännische Direktorin Anja Simon vom „Wachstumsmotor Gesundheit“ – beides Themen, die in der Zukunft immer wichtiger werden. Das Uni-Klinikum lobt auch Wettbewerbe aus, beispielsweise einen Schüler-Fotowettbewerb zum Thema „Tränendes Herz & Co – auf der Suche nach Pflanzen in Herzform“, oder fordert Schüler auf, „Röntgen & Co“ auf die Bühne zu bringen.

Rund 500 Quadratmeter nehmen LGS und Hochschulen für ihr Projekt im Erdgeschoss des Gebäudes ein, das bis zum Beginn der Landesgartenschau noch hergerichtet wird, so LGS-Geschäftsführer Klaus Heuberger bei einem Pressegespräch. Die Kosten – „ein kleinerer sechsstelliger Betrag, Personalkosten nicht mitgerechnet“ – teilen sich bislang die LGS-Gesellschaft, die Hochschulen und die Sparkasse Mainfranken. Die Fachhochschule erstellt gleich noch Visionen für eine künftige Nutzung des Gebäudes Nummer 13, so Claudia Frey, die hier die Projektleitung inne hat. Hier könnten ein Jugendtreff und eine Kindertagesstätte eingerichtet werden.

Hinweis auf eine bunte Landesgartenschau: der Eingangsbereich zum LAB 13. Foto: Regina Urbon
Hinweis auf eine bunte Landesgartenschau: der Eingangsbereich zum LAB 13. Foto: Regina Urbon Foto: regina urbon
Noch keine Schönheit ist das Gebäude an der Rottendorfer Straße in der LGS-Baustelle am Hubland, in welchem das LAB 13 entsteht. Aber das wird noch, verspricht LGS-Geschäftsführer Klaus Heuberger. Foto: Regina Urbon
Noch keine Schönheit ist das Gebäude an der Rottendorfer Straße in der LGS-Baustelle am Hubland, in welchem das LAB 13 entsteht. Aber das wird noch, verspricht LGS-Geschäftsführer Klaus Heuberger. Foto: Regina Urbon Foto: regina urbon

Rückblick

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