Hausen

Wo können wir auf Plastik verzichten?

Ein Dankeschön von Vorsitzender Petra Höfer-Paweletzki (links) an die Referentin Svenja Dirksen. Foto: Irene Konrad

Das Thema Plastik beschäftigt aktuell alle Generationen und wird heiß in der Politik diskutiert. In den Nachrichten geht es um Verbote von Plastiktüten, die Verschmutzung der Weltmeere oder um Mikroplastik im Duschgel. Kein Wunder, dass dieses Thema in Zeiten wachsenden Umweltbewusstseins auch in Hausen interessierte. Bei einem Vortrag über die Vermeidung von Plastik platzte das Sportheim mit 70 interessierten Gästen aus allen Nähten.

Die Einladung zum Vortrags- und Gesprächsabend kam vom Obst- und Gartenbauverein Hausen und Ortsteile. "In unserer Satzung steht, dass wir uns auch um die Erhaltung der menschlichen Gesundheit und um den Umweltschutz kümmern wollen", sagte Vorsitzende Petra Höfer-Paweletzki. Den Vereinsmitgliedern gehe es um mehr als Obst, Gemüse oder Blumen.

Es mache sie nachdenklich, dass Länder wie Kenia, Ruanda oder Costa Rica viel schärfere Gesetze zur Vermeidung von Plastik hätten als die Deutschen. Dennoch nütze es wenig, auf Vorschriften zu hoffen. "Was können wir selbst verändern? Wo können wir persönlich auf Plastik verzichten?", fragte sie.

Mit Svenja Dirksen hatte der Obst- und Gartenbauverein die richtige Expertin gefunden. Die Doktorandin arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Würzburg im Bereich der Ägyptologie und gibt auf der Online-Plattform Utopia – ein Magazin zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltiger Konsum - Tipps zur Vermeidung von Plastik im Alltag. Dieses Thema ist ihr eine Herzensangelegenheit.

Bei ihrem Vortrag ging es zunächst um die Vorteile und den Siegeszug des Kunststoffs Plastik, um unterschiedliche Zusammensetzungen und die Einsatzgebiete. Leider mache die Entsorgung viele Probleme, vor allem, weil Plastik nicht wasserlöslich und daher nicht biologisch abbaubar ist. Es dauere zehn bis zwanzig Jahre, bis sich eine Plastiktüte zersetzt und 450 Jahre, "bis sich eine einzige Plastikflasche aufgelöst hat".

Weil weltweit nur 14 Prozent des Plastiks recycelt wird und knapp 400 Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr produziert werden, sei die Belastung für die Umwelt, für Menschen, Tiere und Meere trotz zahlreicher neuer Verpackungsgesetze ein Problem. Kleine Kunststoffteile, also Mikroplastik, würden sich mittlerweile überall auf der Welt befinden.

"Wirklich umweltfreundlich ist nur das, was mehrmals und lange genutzt wird", warb Referentin Dirksen für einen bewussten Blick auf das eigene Konsumverhalten. Sie gab den Zuhörerinnen und Zuhörern Internetadressen mit, Bücher in die Hand und den Tipp, in Unverpackt-Läden oder auf Wochenmärkten einzukaufen.

Das Interesse am Vortrag im Hausener Sportheim über Plastikmüll war groß. Foto: Irene Konrad

Den Hausenern zeigte sie Produkte, die sie selbst verwendet. Dazu gehörten festes Shampoo, eine Bambus-Zahnbürste, ein abwaschbares Wattestäbchen aus Silicon, selbstgenähte und waschbare Wischtücher, Edelstahlboxen und Schraubgläser zur Vorratshaltung, ein wiederverwendbares Wachstuch statt Frischhaltefolien, Baumwollbeutel und Netze für den Einkauf sowie eine Box mit den Grundreinigungsmitteln Zitronensäure, Natron, Essig, Soda und Kernseife.

Vorsitzende Petra Höfer-Pawesletzki hoffte zusammen mit Svenja Dirksen, dass der eine oder andere Tipp die Zuhörer animiert, im Alltag auf die Vermeidung von Plastik zu achten. Aus dem Publikum gab es Fragen zum Tetrapack, zur Mülltrennung und dazu, "warum die Politik nicht einfach Dinge wie einzeln verpackte Schoko-Bons in Plastiktüten verbietet".

"Es braucht viel Idealismus, aber wir können es wirklich schaffen", ist Dirksen überzeugt. Sie sieht den Kassenbon als Stimmzettel. "Sie als Verbraucher entscheiden, was produziert und angeboten wird", war ihr Credo des Abends.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Hausen
  • Irene Konrad
  • Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten
  • Blumen
  • Doktoranden
  • Duschgel
  • Gemüse
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Mikroplastik
  • Obst- und Gartenbauverein Hausen
  • Plastiktüten
  • Shampoos
  • Tiere und Tierwelt
  • Umweltbewusstsein
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!