Opferbaum

Wohin kommt der Opferbaumer Kindergarten?

Der Kindergarten in Opferbaum ist über 40 Jahre alt, zu klein und nicht mehr zeitgemäß. Eine Generalsanierung scheint zu aufwändig. Foto: Irene Konrad

Ein Antrag der Freien Wähler Bergtheim-Dipbach-Opferbaum hat den Bergtheimer Gemeinderat beschäftigt. Es ging um den Opferbaumer Kindergarten. Das 40 Jahre alte Gebäude hätte eine Generalsanierung nötig und ist zu klein geworden. Die Freien Wähler plädieren für einen Neubau. Aber es gibt es einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats, dass der Kindergarten in die ehemalige Opferbaumer Schule umzieht.

Der Anlass für den Sinneswandel der Freien Wähler ist eine Besichtigung des Mainkinderhauses in Eisenheim. Dieser Besuch habe den Teilnehmern verdeutlicht, dass sich die Lage dort wesentlich von der Situation in Opferbaum unterscheide. Die ehemalige Schule im Gemeindeteil Opferbaum liegt nicht in einem Wohngebiet, sondern in der Nähe einer Spedition. Deshalb gebe es gefährlichen Schwerlastverkehr, Lärm und Schadstoff-Emissionen.

Unterschiedlich seien auch die topografische Ausrichtung, eine erschwerte Barrierefreiheit und eine unverhältnismäßig aufwändige brandschutzrechtliche Erschließung. Die Freien Wähler fürchten zudem Einschränkungen für den Sport- und Musikverein und damit "ein falsches Signal der Wertschätzung der Vereinsarbeit".

FW-Vorsitzender Christoph Schäuble bat deshalb um Prüfung, ob im Opferbaumer Pfarrgarten der Neubau einer Kindertagesstätte realisiert werden könne. Dieses Grundstück gehört der Katholischen Pfründestiftung Opferbaum. "Auch wenn die Kirche dieses Grundstück nicht verkaufen will, kann sie es über Erbpacht zu einem symbolischen Euro zur Verfügung stellen", meinen die Freien Wähler.

Bürgermeister Konrad Schlier, dritte Bürgermeisterin Angelika Königer und weitere Gemeinderäte konnten dieses Anliegen nicht nachvollziehen. "Wollen wir wieder von vorn anfangen und Zeit verlieren?", fragte Schlier. Die Bedarfsermittlung sei gemacht worden und Architekt Bernhard Schubert habe bei einem ersten Planentwurf "einen möglichen und hervorragenden Vorschlag" zum Schulhausumbau vorgelegt.

"Wollen wir wieder von vorn anfangen und Zeit verlieren?"
Konrad Schlier, Bürgermeister

Im Gegensatz zum Pfarrgarten gehört die ehemalige Schule der Gemeinde. Die Hülle des Hauses müsse nicht angegriffen werden. Ein größtenteils leer stehendes Gebäude würde wieder genützt. Schlier geht davon aus, dass "ein Neubau mindestens eine Million Euro teurer ist als der Ausbau der Schule". An eine Veräußerung des Kirchengrunds durch die Pfründestiftung und den symbolischen einen Euro als Erbpachtzins glaube er persönlich nicht.

FW-Vorsitzender Schäuble erwiderte, dass bei einem Umbau der Schule "unvorhergesehene Kosten auf uns zukommen können". Außerdem sei seit dem Grundsatzbeschluss ein halbes Jahr ins Land gezogen, ohne dass in der Sache etwas passiert sei. Der Umbau habe noch nicht begonnen. Eine Prüfung der Alternative sei zumindest möglich und die Katholische Kirchenverwaltung habe Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Letztendlich entschied der Gemeinderat, dass mehrere Maßnahmen ergriffen werden. Erstens: An der ehemaligen Schule soll ein Messgerät aufgestellt werden, das den LKW-Verkehr und den landwirtschaftlichen Verkehr mit fundierten Zahlen belegt. Zweitens: Bürgermeister Schlier wird mit der Opferbaumer Kirchenverwaltung bezüglich des Pfarrgartens als Standort für einen neuen Kindergarten sprechen.

Drittens: Gleichzeitig werden die Pläne für den Umbau der Schule weitergeführt. Die Gemeindeverwaltung wurde beauftragt, mit einem ausgelobten Wettbewerb vier bestimmte Architekturbüros um Ideen und Kostenvoranschläge für den Umbau der ehemaligen Schule zu bitten. Dafür nimmt die Gemeinde Geld in die Hand.

Derzeit ist der Opferbaumer Kindergarten St. Josef in kirchlicher Trägerschaft und für eine Kleinkindgruppe konzipiert. Demnächst werden 30 Kinder in den Dorfkindergarten gehen. Leiterin Sabine Fraj-Adelmann freut sich deshalb vor allem, dass "Bewegung in die Sache kommt".

Weil das Dach des jetzigen Kindergartens undicht ist, neue Fenster nötig wären, die Türen kaputt seien und eine Wärmeisolierung fehle, bestehe dringend Handlungsbedarf. Zumal aktuell 13 Geburten im Dorf anstehen und die Eltern wirklich Bedarf an Plätzen haben. Die künftige Kindertagesstätte soll für zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe gebaut werden.

Ein Neubau des Opferbaumer Kindergartens ist der Wunsch der Freien Wähler. Der idyllische Pfarrgarten in der Dorfmitte hinter der Kirche würde ihnen als Standort gefallen. Foto: Irene Konrad
Ein Neubau des Opferbaumer Kindergartens ist der Wunsch der Freien Wähler. Der idyllische Pfarrgarten in der Dorfmitte hinter der Kirche würde ihnen als Standort gefallen. Foto: Irene Konrad
Ein Neubau des Opferbaumer Kindergartens ist der Wunsch der Freien Wähler. Der idyllische Pfarrgarten in der Dorfmitte hinter der Kirche würde ihnen als Standort gefallen. Foto: Irene Konrad
Der Gemeinderat in Bergtheim stellt sich vor, dass der Opferbaumer Kindergarten in die ehemalige Schule umzieht. Um die Machbarkeit zu prüfen, hat sie einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Foto: Irene Konrad

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