WÜRZBURG

Woolworth steht nach 57 Jahren vor Schließung

Nicht nur Bekleidung gefragt: Woolworth-Kunden schätzen vor allem das breite Angebot des Billigkaufhauses am Barbarossaplatz, über dessen Zukunft ein großes Fragezeichen steht. Foto: FOTO NORBERT SCHWARZOTT
Die Woolworth-Filiale am Barbarossaplatz steht offenbar vor dem Aus. Peter König von der Gewerkschaft Verdi hat gehört, dass im Herbst Schluss sein soll. Nach Informationen dieser Zeitung schließt die Filiale der insolventen Billigkaufhauskette spätestens im Oktober – nach 57 Jahren.

Offiziell will Pietro Nuvoloni, Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann, das nicht bestätigen. Nuvoloni sagt aber: „Die sehr kleinen und sehr großen der über 300 Filialen haben eher geringe Chancen auf eine Fortführung.“ Das Würzburger Haus mit seinen 65 Mitarbeitern, davon 28 in Vollzeitbeschäftigung, und über 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf zwei Etagen ist eines der großen Häuser – und fällt damit aus dem Fortführungskonzept des Insolvenzverwalters. Dieses sieht vor, für Filialen mit 25 bis 35 Mitarbeitern und einer Verkaufsfläche zwischen 900 und 1600 Quadratmetern einen Investor zu finden. Über 150 Filialen erfüllen diese Voraussetzung. Aber auch für die anderen Häuser, wozu wahrscheinlich Würzburg zählt, gebe es Interessenten wie Drogeriemarkt-, oder Schuhketten, sagt Nuvoloni.

Im Kaufhaus am Barbarossaplatz sind keine Informationen zu erhalten. Die Verkäuferinnen schweigen, der Filialleiter verweist auf den Sprecher des Insolvenzverwalters. Es herrscht reger Kundenbetrieb, im Schaufenster künden Plakate: „Riesig billig!“ Ab sofort 10 000 Artikel stark reduziert“. Das Angebot könnte einen Abverkauf signalisieren.

Als sicher gilt, dass die Mitarbeiter dem Eintritt in eine Transfergesellschaft zugestimmt haben. Das sichert ihnen zumindest eine Beschäftigung oder Bezahlung bis zum Jahresende, allerdings mit Lohneinbußen bis zu einem Drittel. Zudem verlieren sie alle Ansprüche aus alten Verträgen. Die Alternative wäre der sofortige Arbeitsplatzverlust. Die Transfergesellschaft finanziert sich aus dem laufenden Geschäft.

Dazu sieht auch Gewerkschaftsmann König keine Alternative, der das Aus des Traditionshauses in 1a-Lage sehr bedauern würde.

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