Würzburg

Würzburg: Erst eine clevere, dann eine schlanke Stadt?

Würzburg soll zur smarten, also zur cleveren Stadt werden. Jetzt hat eine Partei einen anderen Vorschlag. Könnte die Stadt bald "lean" werden? Was das sein soll.
Was soll mit Stellen passieren, die im Zuge der Digitalisierung wegfallen? Die Würzburger SPD hätte einen Vorschlag.
Was soll mit Stellen passieren, die im Zuge der Digitalisierung wegfallen? Die Würzburger SPD hätte einen Vorschlag. Foto: Gralla, Grigull

Heute reicht es anscheinend nicht mehr, wenn eine Stadt besonders ökologisch, effizient oder einfach nur schön anzuschauen ist. So soll die Stadt Würzburg in Zukunft "smarter" sein, also cleverer. Behördengänge und Bürgerbeteiligungen sollen dann zum Beispiel digital ablaufen. 

Dazu hat Klaus Walther, Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Standortmarketing bei der Stadt, vor Kurzem vorgestellt, dass sich Würzburg dafür um Fördergelder bewerben wird. Der Plan ist es, die Bewerbung am 17. Mai einzureichen. Sollte Würzburg als eine von zehn Modellstädten ausgewählt werden, sind Fördermittel in Höhe von maximal 15 Millionen Euro möglich. Dieser Betrag wird bezogen auf den gesamten Projektzeitraum bis 2026.

Vorschlag der SPD

Nun bringt die Würzburger SPD einen anderen Vorschlag ins Spiel. Zwar begrüßt die Partei laut Pressemitteilung, dass die Stadt Strategien entwickelt, um Würzburg digital voranzubringen. Doch sie kritisiert, dass dadurch auch Tätigkeiten überflüssig werden könnten, die vermutlich auch Arbeitsplätze betreffen. Also schlägt sie vor, "dass sich die Stadt im Verbund mit anderen Städten an einem Konzept 'schlanke Stadt' beteiligt", heißt es in der Mitteilung. In dem Zusammenhang fällt der Begriff "lean city". 

"Das ist ein ungewöhnlicher Begriff, und er ist mir so nicht bekannt."
Urbanistik-Experte Jens Libbe über die "lean city"

Jens Libbe vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) hat diesen Ausdruck noch nicht gehört. "Das ist ein ungewöhnlicher Begriff und er ist mir so nicht bekannt", sagt er auf Nachfrage dieser Redaktion. So gebe es im Internet zwar einige Abhandlungen darüber, der Begriff sei aber kein wissenschaftlicher. Er könne sich jedoch denken, dass die SPD damit die schlankere und effizientere Verwaltungsarbeit der Stadt Würzburg meint.

Unterstützung im Zuge der Digitalisierung

Ist das auch so? "Durch zunehmende Digitalisierung fallen in der Verwaltung Jobs weg", versucht es Freya Altenhöner (SPD) zu erklären. Und bei dieser "Verschlankung der Verwaltung" solle man die frei gewordenen Ressourcen und Einsparungen nutzen, um sie an anderer Stelle einzusetzen.

Das heißt: Die neu einzurichtenden Stellen könnten in allen Stadtteilen vor allem Menschen helfen, die mit der Digitalisierung nicht zurechtkommen. Das kann beispielsweise die Hilfe beim Kauf von Fahrkarten bedeuten, bei Überweisungen oder Behördenkontakten. Diese Aufgabe könne vom Quartiersmanagement übernommen werden, das die SPD für jeden Stadtteil fordert.

Im Konzept der Smart City Würzburg ist kein Abbau von Stellen zu erkennen. Im Gegenteil: Wie Klaus Walther kürzlich in der Stadtratssitzung aufzeigte, werden Stellen geschaffen, um den digitalen Wandel von Seiten der Stadtverwaltung stemmen zu können.

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