WÜRZBURG

Würzburg im Silvester-Fieber

Prosit Neujahr: Zahlreiche Menschen feierten in Würzburg den Beginn des neues Jahres. Damit machten sie Polizei, Feuerwehren, Rettungsdiensten und Stadtreiniger wieder jede Menge Arbeit.
Auch im Club Zauberberg in der Veitshöchheimer Straße wurde die ganze Nacht gefeiert und auf das neue Jahr 2018 angestoßen.Ulsies Ruiz
Auch im Club Zauberberg in der Veitshöchheimer Straße wurde die ganze Nacht gefeiert und auf das neue Jahr 2018 angestoßen.Ulsies Ruiz Foto: Foto:

Erleichterte Blicke am Silvesterabend auf die aktuellen Prognose-Seiten der Wetterdienste im Internet: Während andere Teile Deutschlands teilweise heftige Regengüsse abbekommen sollten, wurde für den Raum Würzburg eine trockene Silvesternacht bei milden Temperaturen vorhergesagt.

Und so kam es. Deshalb strömten bis Mitternacht wieder mehrere tausend Menschen nach Würzburg, um dort ausgelassen das neue Jahr zu begrüßen. Vornehmlich junge Leute versammelten sich in der Innenstadt entlang der beiden Mainuferseiten und natürlich auf der Friedensbrücke, der Alten Mainbrücke und der Löwenbrücke. Viele hatten Feuerwerkskörper und Böller mitgebracht, die sie vornehmlich entlang des Mains und auf dem Marktplatz zündeten.

Würzburgs Restaurants ausgebucht

Zu Mitternacht traten auch die zahlreichen Silvester-Gäste der Lokale auf die Straßen, um sich das Feuerwerksspektakel nicht entgehen zu lassen. Schon Tage vor dem Silvestertag hatte kaum mehr ein Würzburger Restaurant Plätze für kurzfristig Entschlossene anzubieten.

Wunderkerzen und Selfies

Schlag null Uhr lagen sich dann die Menschentrauben auf der Alten Mainbrücke in den Armen, um sich ein gutes und gesundes neues Jahr zu wünschen. Auf der Friedensbrücke wurden mit viel Freude Wunderkerzen gezündet und über Smartphones eine wahre Flut von Selfies an Freunde und Verwandte verschickt. Auf dem Viehmarktparkplatz prosteten sich Reisende vor ihren abgestellten Wohnmobilen zu. Auch drei voll besetzte Ausflugsschiffe hatten am Alten Kranen angelegt, damit die Gäste das Spektakel verfolgen konnten. Zahlreiche Familien mit ihren kleinen Kindern waren im nächtlichen Trubel unterwegs. Eine Besucherin sprach für viele: „Das war eine besondere Silvester-Nacht.“

Das mitternächtliche Feuerwerk war in diesem Jahr eine besonders attraktive Schau. Die günstige Witterung verhinderte, dass der Rauch sich in der Stadt sammelte und erlaubte so einen ungestörten Blick auf die bunten Bilder der Raketen. Zum Wohlbefinden der Besucher trug auch die helle Fast-Vollmond-Nacht bei. Auf den Straßen, in den Lokalen und Clubs wurde noch bis tief in die Nacht weitergefeiert.

Von einer arbeitsreichen Nacht berichteten am Neujahrsmorgen Polizei, Feuerwehren, Rettungsdienste und Stadtreiniger.

71 Einsätze der Polizei

71 Einsätze hielten die Würzburger Polizei auf Trab. Sie hatte zahlreiche Streitigkeiten zu schlichten, bei denen insgesamt sechs Personen leicht verletzt wurden. In der Innenstadt lagen sich zwei Gruppen derart in den Haaren, dass sie sich mit Böllern und Raketen beschossen. Ein 57-Jähriger wurde dabei am Ohr, ein 27-Jähriger am Bauch verletzt. In der Beethovenstraße wurde ein 22-Jähriger von einem Unbekannten niedergeschlagen. Eingreifen mussten die Beamten auch, als eine 19-Jährige aus Kitzingen in einer Diskothek von einem 29-Jährigen aus Hessen bedrängt und angegriffen wurde.

Am Jugendzentrum in der Zellerau stellten Beamte bei einem 17-Jährigen eine Schreckschusswaffe samt Munition sicher, was Gespräche der Polizisten mit den Eltern des jungen Mannes nach sich ziehen wird. Schaden von 5000 Euro entstand bei einem Unfall mit einem alkoholisierten Autofahrer. „Mehrere Personen mussten zur Unterbindung von Straftaten oder zu ihrem eigenen Schutz in Gewahrsam genommen werden“, berichtet die Polizei.

Auch für die Würzburger Feuerwehren waren es erwartungsgemäß keine ruhigen Stunden. In der Unterdürrbacher Straße geriet gehen 1.30 Uhr die Gartenhütte eines dortigen Restaurants in Brand. Die Unterdürrbacher Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude. Nach drei Uhr wurden Versbacher Feuerwehr und Berufsfeuerwehr zu einem Balkonbrand in der Schwabenstraße in der Lindleinsmühle gerufen. Ein Bewohner hatte dort die glühende Kohle seiner Wasserpfeife vergessen, die auf dem Balkon Abfall in Brand setzte. Verletzt wurde niemand.

Mit 38 Beschäftigten und 29 Fahrzeugen hatten die Würzburger Stadtreiniger am Neujahrsmorgen von 4 bis 8.30 Uhr in einem Großeinsatz wieder Feuerwerksreste und Partymüller der Silvesternacht beseitigt. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei – wie bereits seit vielen Jahren – von 50 freiwilligen Helfern der muslimischen Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya-Gemeinde.

Stadtreiniger holen den Silvestermüll

6,74 Tonnen Silvestermüll wurden dabei zusammengetragen. „Eine ähnliche Menge wie im Vorjahr, als 6,85 Tonnen gewogen wurden“, berichtet der Betriebsleiter der Stadtreiniger Christian Strohalm. Der Abwärtstrend des Vorjahres beim Glas habe sich in diesem Jahr nicht fortgesetzt. In diesem Jahr hatten die Stadtreiniger wieder eine größere Menge an Glasbruch zu verzeichnen. Strohalm dankt allen Feiernden, die ihren Abfall wieder mitgenommen haben.

Eine Nachreinigung der einzelnen Stadtteile kündigen die Stadtreiniger für diesen Dienstag, 2. Januar, an.

Bereits kurz nach Mitternacht war ein kleines Team der Stadtreiniger auf die Löwenbrücke ausgerückt, um das gesperrte Bauwerk als wichtige Verkehrsverbindung für Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei schnellstmöglich wieder frei zu bekommen.

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