Würzburg

Würzburger Bischof: "Papst sieht Laien in der Verantwortung"

Nun hat sich auch der Würzburger Bischof Franz Jung zum Papst-Schreiben "Querida Amazonia" geäußert. Ebenso der verheiratete Priester Edgar Büttner. Ihre Meinungen dazu.
Auch Würzburgs Bischof Franz Jung hat sich nun zum Papst-Schreiben "Querida Amazonia" geäußert. Foto: Christine Jeske

Das Papst-Schreiben zur Amazonas-Synode "Querida Amazonia" (Geliebtes Amazonien) ruft weiter Reaktionen hervor. Nun äußerte sich der Würzburger Bischof. Eingangs würdigt Franz Jung die "umfassende Vision für Amazonien", die der Papst entfalte und dass er die soziale, kulturelle, ökologische und kirchliche Dimension des Lebens im Amazonasgebiet beleuchte. Der Bischof geht aber auch auf die Stellen im Papst-Schreiben ein, die besonders kommentiert wurden: Zölibatsfrage, Viri probati (bewährte Männer), Priestertum der Frauen.

Wer erwartet hatte, dass der Papst sich dazu äußern würde, der sei enttäuscht worden, so Jung. "Allerdings war realistischerweise auch gar nicht zu erwarten gewesen, dass der Papst Regelungen für eine einzelne Ortskirche treffen würde, die Auswirkungen auf die Weltkirche haben. Denn die genannten Fragen bedürfen nun einmal einer weltkirchlichen Beratung und Beantwortung."

"Der Papst misstraut einer reinen Versorgungspastoral durch Amtsträger."
Bischof Franz Jung zum Papst-Schreiben "Querida Amazonia"

Unabhängig davon sind nach Meinung des Bischofs die Ausführungen des Papstes auch für andere Ortskirchen in den Umbrüchen unserer Tage höchst bedenkenswert. "Denn der Papst misstraut einer reinen Versorgungspastoral durch Amtsträger." Ihm liege daran, dass das Glaubensleben in den Gemeinden selbst wächst. Dazu sieht der Papst laut Jung ausdrücklich die Laien in der Verantwortung, deren Engagement er gefördert wissen will, besonders auch das der Frauen.

"Zum wiederholten Mal lässt Franziskus diese Frage offen."
Edgar Büttner, verheirateter Priester, zu den Äußerungen des Papstes zum Zölibat
Edgar Büttner, verheirateter katholischer Priester, sieht beim Thema "Zölibat" die deutschsprachige Kirche gefragt.  Foto: Archiv Büttner

Edgar Büttner, der 1978 in Würzburg geweihte und seit Jahren verheiratete katholische Priester, findet es gut, dass das Wort "Zölibat" im Papst-Schreiben nicht vorkommt. Zum wiederholten Mal lasse Franziskus diese Frage offen. "Gemessen an den Erwartungen ist das wenig. Gemessen an Befürwortern des Pflichtzölibats, darunter amtierende deutsche Kardinäle – auch Reinhard Marx – ist das viel."

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Für Büttner "sind wir als deutschsprachige Kirche gefragt. Welche Richtung die Laien, die Bischöfe und Priester beim Synodalen Weg einschlagen werden ist jedoch (auch für den Papst) unklar". Amazonien sei überall. Die Christen der Südhalbkugel seien nicht dazu da, unsere pastoralen Probleme zu lösen. "Das müssen wir schon selbst hinkriegen und das können wir auch", ist sich Büttner sicher, der im Forum "Priesterliche Existenz heute" beim Synodalen Weg mitdiskutiert.

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