Würzburg

Würzburger Frankenhalle: Wie es mit dem Denkmal weiter geht

Vor einem halben Jahr hat der Stadtrat einen Käufer für die Frankenhalle ausgewählt. Die Beschwerde eines Konkurrenten wurde abgeschmettert. Wie geht es jetzt weiter?
Der Vorbau der Frankenhalle in der Veitshöchheimer Straße soll abgerissen werden. 
Der Vorbau der Frankenhalle in der Veitshöchheimer Straße soll abgerissen werden.  Foto: Johannes Kiefer

Vor einem halben Jahr wurden verschiedene Ideen diskutiert, was man am besten mit der leerstehenden  Frankenhalle in der Veitshöchheimer Straßeanstellen soll. Im Dezember hatte der Stadtrat schließlich das Konzept der Würzburger Beethovengruppe ausgewählt und die Verwaltung beauftragt, den Kaufvertrag auszuhandeln.   

"Ich hoffe, dass wir bis zur Sommerpause fertig sind", sagt Kämmerer Robert Scheller auf die Nachfrage, wie weit diese Verhandlungen denn inzwischen sind. Man stehe mit der Beethovengruppe, die auch das Post-Areal am Bahnhof gekauft hat, im Gespräch. Unter anderem gehe es laut Scheller beim Projekt Frankenhalle noch über das Maß der baulichen Nutzung sowie um die Frage, wie viele Stellplätze dort nötig sind.

Regierung: Stadt hat keine Fehler gemacht

Die Immoblienentwickler wollen die denkmalgeschützte Halle sanieren, um sie tagsüber als Markthalle und abends für Veranstaltungen zu nutzen. Bis in die 1990er Jahre wurde die Halle für Viehaktionen genutzt. Hinter ihr sollen zukünftig zwei vier- bis siebengeschossige Neubauten mit 120 Wohnungen entstehen, wovon die Hälfte Sozialwohnungen sein sollen. Den Kopfbau des gut 100 Jahre alten Bauwerks möchte man abreißen und durch einen freien Platz mit Bäumen ersetzen. 

Verzögert wurden die Verhandlungen zwischen Stadt und Beethovengruppe durch die Beschwerde eines Investors, der nicht zum Zug gekommen war. Wie berichtet hatte sich die Grünes Stadttor Würzburg GmbH Ende 2018 bei der Regierung von Unterfranken über das Verfahren beschwert, weil sie glaubte, dass die Stadtverwaltung beim Investorenwettbewerb Fehler gemacht hätte. 

Die besondere Atmosphäre der Halle machen die hölzernen Tribüne und das freiliegende Gebälk aus.  
Die besondere Atmosphäre der Halle machen die hölzernen Tribüne und das freiliegende Gebälk aus.   Foto: Johannes Kiefer

Die Regierung von Unterfranken hat die Beschwerde der Grünes Stadttor Würzburg GmbH geprüft und inzwischen festgestellt, dass die Durchführung des Investorenangebotsverfahrens rechtlich nicht zu beanstanden sei. Dieses hatte die Stadt im März vergangenen Jahres ausgeschrieben. Das "Grüne Stadttor" war mit dem Vorschlag einer umfangreichen Bebauung hinter der Halle in der ersten Runde ausgeschieden. Den Sieger Beethovengruppe wählten die Stadträte unter drei Angeboten aus. 

Laut Regierung von Unterfranken war weder eine europaweite Ausschreibung notwendig, noch hat die Stadt bei der Bewertung zur Auswahl der Angebote Verfahrensfehler gemacht, die eine Wiederholung nötig machen würden. Auf Anfrage dieser Redaktion erklärt Stadttor-Projektleiter Georg Seissiger dazu, "dass das Angebot eines Grünen Stadttors an die Stadtgesellschaft dennoch weiter aufrechterhalten wird."       

Hallenpläne von Brückner und Brückner 

Die Beethoven-Gruppe hat inzwischen die Würzburger Architekten Brückner und Brückner mit der Hallenplanung beauftragt. Diese orientiere sich laut Geschäftsführer Niko Rothschedl an der Planung von 2010. Damals hatten die Kulturspeicher-Architekten Brückner und Brückner den Umbau  der Halle zur Ausweichspielstätte des Mainfrankentheaters geplant und mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt. Für die Denkmalschüterz sind vor allemdie Holzkonstruktion der Sitzreihen und die stützenfreien Holzbinderkonstruktion des Dachs erhaltenswert. Parallel zu den Verkaufsverhandlungen mit der Stadt bereitet die Beehoven-Gruppe die Bauvoranfrage zur Sanierung der Halle und der Bebauung des hinteren Grundstücks vor.       

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