Würzburg

Würzburger beleuchten das Busnetz und äußern ihre Wünsche

Moderatorin Ursula Heller (links) und Ingmar Vogt von der WSB (rechts) erläutern in einer der drei Arbeitsgruppen die geplanten Verbesserungen im städtischen Busliniennetz. Foto: Patrick Wötzel

Das Interesse war groß: Mehr als 200  Würzburger haben sich an den drei Bürgerworkshops des Projekts "Busnetz+" beteiligt, mehr als 400 Vorschläge und Anmerkungen zur Neuplanung der innerstädtischen Buslinien haben die Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) online oder schriftlich erreicht. "Es sind für uns viele Aspekte neu beleuchtet worden. Jetzt werden wir den Stadträten unsere konkreten Vorstellungen präsentieren, um die Themen, die wir hier diskutiert haben, auch zur Umsetzung zu bringen", sagte Bernd Karl, Prokurist der WSB, am Ende der dritten vierstündigen Veranstaltung am Freitagabend.

Zum Abschluss der Workshop-Phase ging es vor allem um die Bereiche Frauenland und Hubland. Das gesamte Busnetz der WSB soll neu aufgestellt und dadurch für die Nutzer attraktiver werden. Ermöglicht werden soll das durch die Einführung von Premiumlinien mit kurzen Taktzeiten und Vorrang im Straßenverkehr und so genannten Tangentiallinien als Verbindung der einzelnen Stadtteile untereinander. Zusätzlich sollen die einzelnen Stadtteile durch Quartierslinien erschlossen werden.

Eigene Busspuren und Vorfahrt an Ampel-Kreuzungen

Über 80 Bürger gingen mit den Planern der WSB in drei Arbeitsgruppen ins Detail und brachten ihre Vorstellungen und Wünsche zu den vorgestellten Planungsvarianten ein. Wie in den vorherigen beiden Workshops im Oktober waren sich die Anwesenden in ihrer Forderung einig, dass Busse – so weit möglich – eigene Spuren und eine Bevorrechtigung an Ampel-Kreuzungen bekommen müssen, wenn der Busverkehr zuverlässiger und damit attraktiver werden soll.

  • Lesen Sie auch: So soll der Würzburger Busverkehr besser werden

Dass sich die Workshop-Teilnehmer auch einen möglichst schnellen Bau der geplanten Straßenbahnlinie vom Bahnhof durch das Frauenland zum Hubland wünschten, versteht sich von selbst. "Wir wollen aber nicht auf die Straßenbahn warten, wir wollen jetzt schon gute Lösungen anbieten", betonte Ingmar Vogt von der WSB in einer der drei Arbeitsgruppen.

Studenten wünschen sich eine Direktverbindung von der Innenstadt zum Hubland

In der Diskussion der Bürger mit den Planern ging es immer wieder auch um aktuelle Defizite. Auf dem Wunschzettel der Studierenden steht zum Beispiel eine direkte Busverbindung von der Innenstadt zum stetig wachsenden Campus Hubland-Nord, und das am besten an Werktagen auch vor 8 Uhr morgens. Derzeit fährt die Linie 10 erst nach 8 Uhr zum Campus Nord: "Da haben wir ein Problem mit den Fahrzeugkapazitäten. Zu dieser Spitzenzeit fährt jetzt schon alles, was Räder hat", erläuterte Vogt. Da Omnibusse ein Massenverkehrsmittel sind, "werden wir immer Kompromisse machen müssen. Es ist nicht möglich, jeden Fahrgast umsteigefrei an sein Ziel zu bringen."

Insgesamt wurden die Planungen von den Workshop-Teilnehmern begrüßt und für gut befunden, allerdings war aus ihren Beiträgen auch immer wieder deutliche Skepsis herauszuhören, was die konsequente Umsetzung des Projekts "Busnetz+" angeht: "Die WVV tut sich doch ihren Finanzen jetzt schon schwer, und die Fahrkarten sind unverhältnismäßig teuer", sagte eine ältere Teilnehmerin aus dem Frauenland: "Wir haben sehr viele Bekannte, denen der Bus zu teuer ist und die deshalb lieber mit dem Auto in die Stadt fahren." Ende November wird es in einem gemeinsamen Workshop der WSB mit dem Landkreis "auch um Tarifanpassungen gehen", kündigte Vogt in diesem Zusammenhang an.

Bessere Arbeitsbedingungen für Busfahrer

Auch die Qualität der Busfahrer sei für die Attraktivität des ÖPNV ein wichtiges Thema, sagte Sigbert Schneider von der Seniorenvertretung: "Wir brauchen freundliches Personal, das uns als Kunden behandelt. Die Fahrer müssen so gut verdienen, dass sie mit Spaß an die Arbeit gehen." Ohne die Anschaffung neuer Busse und die Einstellung von zusätzlichem Personal wird es nicht gehen, bestätigte Bernd Karl. Nach dem nächsten ÖPNV-Workshop mit den Stadträten am 2. Dezember hofft der WSB-Prokurist auf zeitnahe Beschlüsse im Stadtrat, damit die Umsetzung des Projekts "Busnetz+" im kommende Frühjahr beginnen kann: "Das Ganze wird eine geraume Zeit brauchen. Und wir müssen es auch finanzieren können", betonte Karl.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Patrick Wötzel
  • Fahrer
  • Fahrkarten
  • Innenstädte
  • Mitarbeiter und Personal
  • Omnibusse
  • Ortsteil
  • Passagiere und Fahrgäste
  • Straßenbahnen
  • Straßenverkehr
  • Würzburger Straßenbahn
  • Öffentlicher Nahverkehr
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
5 5

Kommentar schreiben

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte vorher an.

Anmelden

Sie sind noch kein Mitglied auf mainpost.de? Dann jetzt gleich hier registrieren.