WÜRZBURG

Zehn Jungunternehmer und ein Büro

Selbst hingelangt: Die Jungunternehmer (v. li.) David Hirschfeld, Günter Selbert, Tobias Fries, Jonas Jäger, Stefan Wild und Eva Bachmann bauen eine Küche für ihre Bürogemeinschaft auf.
Selbst hingelangt: Die Jungunternehmer (v. li.) David Hirschfeld, Günter Selbert, Tobias Fries, Jonas Jäger, Stefan Wild und Eva Bachmann bauen eine Küche für ihre Bürogemeinschaft auf. Foto: Theresa Müller

Vier Unternehmen, zehn junge Gründer und 80 Quadratmeter Bürofläche in der Sanderstraße 4: Viel Platz haben die Jungunternehmer nicht, dafür aber eine Klimaanlage für heiße Tage. Die Stadt Würzburg unterstützt Gründer mit Rat und Tat und eben Räumlichkeiten.

„Wir wollen Leerstände in den Straßen der Innenstadt vermeiden und gleichzeitig das Wissen der Universität und der Fachhochschule in der Region behalten,“ sagt André Hahn, Stadtbeauftragter der Stadt Würzburg. Und so kam die Idee, so genannte Co-Working-Spaces zu schaffen, also hausbacken übersetzt „Bürogemeinschaften“, ein Starthub. Das ist ein Begriff aus dem Netzwerkbereich: Ein Knotenpunkt als Netzwerkverteiler. So entstand in der Sanderstraße, in den Räumen eines Sonnen-Studios, ein Starthub für Jungunternehmer.

„Der Vermieter kam uns beim Preis entgegen, die Stadt ist der Puffer dazwischen, als Hauptmieter zwischen Eigentümer und Untermieter,“ sagt Hahn. Das Praktische für Jungunternehmer: keine langfristige Bindung an eine Immobilie. Wenn es nicht läuft, räumt man den Schreibtisch und macht Platz für andere.

Gemietet werden übrigens die Schreibtische mit einem Anteil für Wasser, Strom und Heizung. Einer kostet 156 Euro im Monat, zwei 191 Euro, die Kosten sind also überschaubar. Unterstützt wird die Gründeraktion von der Anwaltskanzlei Lexa, engagiert in der Würzburg AG, die die Idee gut fand. Und so Schreibtische und Stühle zur Verfügung stellte. Die Sparkasse Mainfranken hilft ebenfalls mit.

„Die meisten Startups fangen in WG-Zimmern an“, sagt Jungunternehmerin Eva Bachmann. „Und wenn man dann einen eigenen Schreibtisch in einem Büro hat, ist das schon toll. Man muss nicht erst seine persönlichen Sachen wegräumen, wenn man arbeiten will.“ Alle Jungunternehmer sind seit Juni 2015 in der Sanderstraße. Kuscheln müssen sie auf 80 Quadratmetern nicht wirklich, denn die Schreibtische sind nie alle gleichzeitig besetzt, zu unterschiedlich sind die Arbeitszeiten.

Und mit was wollen die zehn jungen Leute nun ihr Geld verdienen? Eva Bachmann und Jonas Jäger bauen unter dem Namen comuvo eine Fitness-Plattform auf. Dort finden Menschen, die sich bewegen oder fithalten wollen jede Menge Angebote in der Nähe. „Wenn Sie mal eine Rückenschule brauchen finden Sie die auch auf unserer Plattform“, sagt Bachmann, die selbst Fitnesskurse gibt. Und dort, im Netz, kann man sich auch mit Trainern, Studios und Teilnehmern austauschen.

Stylerella, das sind David Hirschfeld, Tobias Fries und Sascha Hartmann. Sie gehen mit einer ortsbasierten Suchmaschine für Mode an den Start. Für neun Boutiquen organisieren sie schon den Onlineshop. Und wenn man in Würzburg unterwegs ist und beispielsweise ein paar schwarze Schuhe im Umkreis von 200 Metern sucht, findet Stylerella den Modeartikel und bietet eine Navigation dorthin an. Das Unternehmen ist seit dem Juli 2014 auf dem Markt.

Sewisoft, hinter diesem Namen verbergen sich die findigen Köpfe von Günter Selbert und Stefan Wild. Ihre Software verbindet die IT-Anforderungen von Unternehmen mit Onlineshop-Systemen. Und das auch noch maßgeschneidert. „Das erspart jede Menge Menge Arbeit,“ sagt Selbert, denn die Firmen pflegen so nur einmal zentral ins System ein und müssen nicht diverse Verkaufskanäle bedienen.

Sie suchen eine Möglichkeit, sich mal eben in einer Mittagspause sozial zu engagieren? Dann ist Flink-engagiert die ideale Möglichkeit, fündig zu werden. Jan Preßler und Ruben Schmidt haben eine Plattform im Netz entwickelt, um Helfer und Hilfesuchende zusammenzubringen.

Die Adressen der vier Startups:

www.comuvo.com

www.stylerella.de

guenter.selbert@sewisoft.de

www.flink-engagiert.de

Tipps für junge Gründer

Vermieter gesucht: Wer eine Aktion unterstützen will, sollte sich an Andre Hahn wenden: Tel. (0931) 37-3832. Der Bedarf ist groß.

Die Initiative „gruenden.wuerzburg“ bietet Infos über alle Leistungen rund um das Thema Existenzgründung in Würzburg und ist Anlaufstelle für Startups. Sie ist eine Initiative von Impulsgebern aus der Region mit öffentlichen Einrichtungen und freiberuflichen Dienstleistern. Ziel der Initiative ist es, den Austausch zwischen den Gründern zu fördern und Gründern für ihr Vorhaben den jeweils besten Ansprechpartner zu vermitteln, der sie aktiv auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt.

wwwgruenden.wuerzburg.de

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