WÜRZBURG

Zeitkapsel mit Bauplänen

Rebstock-Chef Christoph Unckell beschriftet den frischen Beton, unter dem sich die Zeitkapsel für die Grundsteinlegung befindet.
Rebstock-Chef Christoph Unckell beschriftet den frischen Beton, unter dem sich die Zeitkapsel für die Grundsteinlegung befindet. Foto: Th. Obermeier

Die Baustelle im Hof des Franziskanerklosters ist gewaltig. Die Decke im Erdgeschoss wird gerade gegossen, sie liegt höher als die bestehende Klostermauer. Die zweistöckige Tiefgarage ist schon fertig. Nun wurde es Zeit für die Grundsteinlegung.

Bauherr und Hotelchef Christoph Unckell nahm die aufwendigen und teuren Grabungsarbeiten der Archäologen gelassen. „In der Zeitkapsel, die wir versenken, befinden sich auch die Baupläne auf einem USB-Stick. Wenn andere Menschen sie in 1000 Jahren finden, können sie sich die Grabungsarbeiten sparen.“ Immerhin beteiligten sich die Grundstückseigentümer, die Franziskaner-Minoriten, an den 1,6 Millionen Euro für die Archäologen.

Freistaat fördert Neubau mit

Und auch aus dem Fördertopf des Freistaates, „Premium Offensive Tourismus“ gab es Fördermittel von 1,33 Millionen Euro für das Projekt, das auf 12,30 Millionen Euro Gesamtkosten geschätzt wird. In der Zeitkapsel finden sich weiter ein paar Münzen und die aktuelle Freitag-Ausgabe der Main-Post.

Unckell skizzierte den Weg des neuen 4-Sterne-plus-Bettenhauses. „Mein erster Arbeitstag im Hotel war der 1. Juli 1993. Ich bin jetzt seit 25 Jahren im Betrieb und startete mit den Nachbarn 1997 schon erste Gespräche. Doch daraus wurde nichts. Doch so schnell gibt man seinen Lebenstraum, eine Erweiterung in der unmittelbaren Nähe, nicht auf.“ Und so nahm der Unternehmer 2015 einen neuen Anlauf, der im jetzigen Neubau gipfelte.

Gute Zusammenarbeit

Er lobte besonders die Zusammenarbeit mit der Stadt Würzburg. „Viele schimpfen nur, es geht nichts voran. Diese Erfahrung habe ich zu keiner Zeit gemacht.“ Eine gute Kooperation fand der Hotelier auch mit den Eigentümern, die ihm das Grundstück in Erbpacht überließen. „Es war sicher nicht einfach, die Zustimmung zu erteilen, dass im Hof des ältesten Franziskanerklosters jenseits der Alpen ein modernes Tagungs- und Bettenhaus gebaut wird“.

Trotz des großen Lobes über den Fortgang der Bauarbeiten – die Arbeiter schaffen bei Kälte und Hitze unverdrossen – hänge der Zeitpunkt der Neueröffnung von vielen Faktoren ab, so Unckell. Daher gebe es nur seinen Wunschtermin: Frühjahr oder Sommer 2019.

Novum: Der rote Teppich

Bei einem solchen Vorzeigeprojekt aus privater Hand war auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt selbst zur Stelle. Er hatte gemeinsam mit Stadtbaurat Christian Baumgart noch nie zuvor eine Grundsteinlegung besucht, deren Zugang mit einem roten Teppich geschmückt war. Der Neubau verbinde Historisches und Moderne in der Prachtstraße Neubaustraße. „Sie schreiben hier eine ganz große Story, und ich bin sicher, dass das neue Angebot stark nachgefragt wird“.

Das planende Architekturbüro Grellmann, Kriebel und Teichmann hatte die Bauentwürfe übernommen. Und Rainer Kriebel freute sich sehr, innerhalb des Bischofshutes einen architektonischen Fußabdruck zu hinterlassen. Er sprach gar von der Grundsteinlegung als magische Sache. Natürlich waren die Grundstückseigentümer des Klosters auch bei der kurzen Feier dabei. Pater Bernardin Seither wünschte der Baufirma einen weiterhin unfallfreien Verlauf und sprach ein Gebet.

Zeitkapsel für die Nachwelt

Dann verschwand die kupferne, frisch polierte Zeitkapsel für die Nachwelt in einem Loch im Boden, dort, wo sich bald der Eingangsbereich des neuen Bettenhauses befindet. Und der Hotelchef schrieb das aktuelle Datum in den noch weichen Beton.

Wie kommen die Hotelgäste nun in die Tiefgarage und zu ihren Zimmern? In der Klostermauer in der Franziskanergasse wird es eine Einfahrt geben und die Zimmer erreicht man über einen Zugang, der unter der öffentlichen Straße durchführt. Der wird laut Kriebel im Januar angepackt.

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