Güntersleben

Zeitweise diente der Sitzungssaal als Großraumbüro

Viele Besucher interessierten sich für das neue Archiv der Gemeinde Güntersleben. Foto: Robert Issing

So recht hat sich wohl keiner der Mitarbeiter des Rathauses an die Zeit auf der Baustelle gewöhnt. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch abgeschlossen und die Angestellten können in zeitgemäß gestalteten Büros arbeiten. Beinahe genau 42 Jahre nach der Einweihung des Rathauses und der angrenzenden Raiffeisenbank am 15. Januar 1978 unter Bürgermeister Alfons Müller hatte nun die Gemeinde zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Mit seiner Fassade aus rotem Buntsandstein und auffallenden Kupferverkleidung setzte das Rathaus bis heute gestalterisch einen besonderen Akzent im Altort.

Nötig wurde die Sanierung, da das Gebäude nicht mehr die geltenden Vorschriften für den Brandschutz erfüllte. Mit dem Einbau eines Aufzugs ist es nun barrierefrei. Neu ist auch eine Fluchttreppe, die vom Sitzungssaal auf den Rathausplatz führt. Im Zuge der Bauarbeiten wurden zudem die einzelnen Büros mit moderner IT-Technik ausgestattet. Nötig war auch die Erneuerung der Sanitäranlagen und der verkalkten Leitungsrohre. Außerdem wurde das Dachgeschoss für weitere Büros ausgebaut und gedämmt.

Trauungen fanden im Lagerhaus statt

Für die Angestellten der Verwaltung bedeutete die zweieinhalbjährige Bauzeit Zusammenrücken. Zeitweise wurde der Sitzungssaal als "Großraumbüro" genutzt, während der Gemeinderat unter das Dach des Feuerwehrhauses auswich. Trauungen fanden im Lagerhaus statt. Im April konnte schließlich der letzte Mitarbeiter sein neues Büro beziehen. Es hat sich gelohnt, betonte Bürgermeisterin Klara Schömig in ihrer Ansprache. "Nun haben wir ausreichend und ordentlich ausgestattete Arbeitsplätze und ein ansprechendes Arbeitsumfeld zur Verfügung", sagte sie.

Dabei hatte sich schon bald gezeigt, dass der ursprünglich vorgesehene Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Ursprünglich wollte der Amtsvorgänger der heutigen Bürgermeisterin Ernst Joßberger die Baumaßnahme noch vor dem Ende seiner Amtszeit zu beenden. Dafür geht die Bürgermeisterin jedoch von einer "Punktlandung" bei den Baukosten aus: wie geplant bleibt es bei Kosten von 2,75 Millionen Euro.

Das neue Archiv der Gemeinde ist im Keller untergebracht

Um das Rathaus nahe an der Ortsmitte zu bauen, hatte die Gemeinde ein bäuerliches Anwesen, das Forsthaus und eine Gemeinschaftsgefrieranlage erworben und abgerissen. Nötig wurde dies, das das heute als "Altes Rathaus" bezeichnete Gebäude am Kirchplatz nach 138 Jahren für heutige Ansprüche an eine Verwaltung deutlich zu klein war. Mehr zur Ortsgeschichte lässt sich nun im neuen Archiv der Gemeinde recherchieren, das im Keller eingerichtet wurde.

In fünfjähriger Arbeit hat es der frühere Bürgermeister Josef Ziegler geordnet, mit Stichworten versehen und in Kartons eingeordnet. Dort konnten die Bürger einen Blick in das älteste Buch des Archivs aus dem Jahr 1610 werfen. Angelegt hat das mit einem lateinischen Titel versehene "Buch der täglichen Verwaltungsgeschäfte" ein Schulmeister. Es überrascht wie genau schon vor 400 Jahren er und seine Nachfolger als Gemeindeschreiber wichtige Entscheidungen der Verwaltung aufgezeichnet haben, etwa wer das Bürgerrecht erhielt, an wen die Schmiede, die Gemeindeschenke oder die Mühle verpachtet wurden. Es ist jedoch nur eines von insgesamt 130 Amtsbüchern, die sich im Archiv befinden.

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