KIST

Zirkus Wirbelwind gastierte im Wald

Kleine Mäuse zeigten auf dem Hochseil was sie können. Foto: Picasa

Wenn Mäuse auf dem Hochseil balancieren, Flughörnchen am Trapez hängen und Frösche durch die Manege hüpfen, dann ist wieder Zirkuszeit. Doch nicht irgendein Zirkus machte in diesem Jahr Station in Kist, es ist der Zirkus „Wirbelwind“, ein Projekt des Landkreises Würzburg.

Seit neun Jahren ist der Zirkus ein Dauerbrenner unter den Ferienangeboten im Landkreis. Klaus Rostek erinnert sich noch gut an die Anfänge. Er hatte damals die Idee zur Zusammenarbeit mit dem Zirkuspädagogen, Feuerfakir und Clown Herrn Lui und konnte den Landrat schnell begeistern. Schließlich ist das zweiwöchige Zirkuscamp auch eine Kostenfrage. Doch das war zweitrangig. Im Vordergrund stand damals wie heute der Spaß für Kinder und Jugendliche an den Attraktionen eines Zirkus.

Zirkusreife Vorstellung

In jeder Woche werden 38 Kinder von neun bis 17 Jahren von Herrn Lui und seinem Helferteam mit dem nötigen Rüstzeit für eine zirkusreife Vorstellung angeleitet. Höhepunkt sind dann jeweils zwei Aufführungen am Ende der Woche vor Publikum.

Dabei sind die Vorgaben von Zirkusdirektor Herr Lui sehr gering, die meiste Kreativität kommt von den Camp-Teilnehmern selbst. So wird zu Beginn ein gemeinsames Thema festgelegt und daran orientieren sich alle Nummern. „Ich bin immer wieder überrascht, wie einfallsreich die Kinder sind. Da stimmt dann alles von der Choreografie bis hin zu den Kostümen“, so Herr Lui.

Vor allem bei der Kostümauswahl wird dem Fundus des Zirkusdirektors einiges abverlangt. Und wenn dann mal was fehlt, wird es kurzfristig besorgt. In dieser Woche mussten es unbedingt Pfadfinderhemden sein und Feuerwehrhelme. Da haben dann alle gemeinsam angepackt und überall im Landkreis besorgt, was für die Aufführung notwendig waren.

Professioneller Clown

Die Zuschauer bekommen von den Vorbereitungen natürlich wenig mit. Sie genießen einfach die Zirkusluft und die Auftritte der kleinen Artisten. Ganz begeistert war auch die stellvertretende Landrätin Karen Heußner, die den ganzen Abend im Zelt gebannt den Auftritten folgte. Vorher hatte Herr Lui sie auf Händen in die Manage getragen, da merkte man den professionellen Clown, der sich nichts anmerkten ließ und seine Späße machte.

Doch dann ging es wirklich los. Zu Beginn balancierten kleine Mäuse auf dem Hochseil und zeigten ihre Kunststücke. Dabei halfen die Jugendlichen sich gegenseitig und gaben sich Hilfestellung, wenn nötig. Einige, die schon mehrere Jahre in den Sommerferien dabei sind, balancierten auf dem dünnen Seil auch schon freihändig, was für besonderen Applaus sorgte.

Ebenso akrobatisch waren die Seilspringer mit langen und kurzen Seilen, sowie die dann folgende Nummer mit den Diabolos. Vier Jugendliche zeigten ihr Können und ließen die Rollen mehrfach durch die Luft fliegen, so dass sie ihre Partner wieder auffangen konnten.

Wahre Könner unterwegs

Atemberaubend war der Auftritt der Flughörnchen am Trapez, natürlich immer gut gesichert oder die Kunststücke am hängenden Ring. Da sind wahre Könner unterwegs, hörte man immer wieder im Publikum. Das setzte sich übrigens nicht nur aus Eltern und Geschwistern zusammen. Auch viele Stammgäste, die extra wegen der Aufführungen quer durch den Landkreis fahren, sind immer wieder dabei. Die sahen Eichhörnchen auf Laufkugeln balancieren oder Fakire, die sich auf Glasscherben stellten oder legten, ohne dass sie einen Kratzer abbekamen. Zum Schluss gab es noch eine Feuerfakir-Schau, die das Zirkuszelt so richtig erhellte.

Lang anhaltender Beifall beim Finale war dann der Lohn der Künstler. Das lag sicher auch an der stimmigen Geschichte zur Programmansage, das sich in vielen Facetten mit dem Thema Wald beschäftigte. Der Ausgang des Publikums durch das Spalier der Künstler ist ein immer wiederkehrendes Ritual, das einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Die kleinen Künstler räumten dann den Zirkusplatz noch auf, bevor sie sich glücklich und zufrieden in ihre Zeltstadt zum Schlafen zurückzogen.

Die nächsten Vorstellungen

Wer am kommenden Wochenende die nächsten Vorstellungen des Zirkus Wirbelwind erleben möchte: Der Festplatz befindet sich in Kist im Gebiet Lange Läng, gleich hinter der Tennishalle.

Aufführungen sind am Samstag, 2. September, um 19 Uhr und am Sonntag, 3. September, um 14 Uhr. Dann mit einem neuen Thema und neuen Kindern, die aber ebenso begeistern werden, wie das Zirkusteam der ersten Woche.

Feuerfakire mit brennenden Fackeln waren der Höhepunkt der Vorstellung des Zirkus Wirbelwind in Kist. Foto: Matthias Ernst

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