Würzburg

Africa Festival blickt ganz in den Westen des Kontinents

faada freddy       -  Kennt das Africa Festival von den Auftritten mit seiner Band Daara J. Nun kommt Faada Freddy als Solist mit A-Cappella-Gruppe.
Foto: Mai Lucas | Kennt das Africa Festival von den Auftritten mit seiner Band Daara J. Nun kommt Faada Freddy als Solist mit A-Cappella-Gruppe.

Das gab es noch nie in der 28-jährigen Geschichte des Würzburger Africa Festivals: Noch vor der Adventszeit liegt das komplette Programm für die Abendkonzerte vor. Das viertägige Festival findet vom 25. bis 28. Mai 2017 statt, Schwerpunktländer sind diesmal der Senegal und die Kapverden, der Vorverkauf ist gestartet.

Nach dem Hochwasser-Abbruch von 2013 und drastischen finanziellen Einbußen sahen sich die Veranstalter vom Afro Project zu Sparmaßnahmen gezwungen. Mittlerweile aber hat sich die Situation normalisiert: „Es geht uns wieder besser“, sagte Gründer und Organisationsleiter Stefan Oschmann am Donnerstag vor der Presse.

Dazu beigetragen habe das vergangene Festival mit „vernünftigem Wetter“ und 80 000 Besuchern. Das ist für Oschmann auch das Maß für 2017: „Wenn wir diese Zahl wieder erreichen, wäre das ausgezeichnet.“ Zu besten Zeiten kamen noch über 100 000 Afrika-Fans auf die Talavera Mainwiesen.

Dank des zurückgewonnenen finanziellen Spielraums kann das Festivals – es hat einen Etat von rund einer Million Euro – auch wieder Stars einladen. Dazu zählt für Oschmann zuvorderst Wally Seck. Der 31-jährige hat im Senegal den heutigen Kulturminister und Weltmusiker Youssou N'Dour als Superstar abgelöst. Seine aktuelle CD „Xel“ ist das meistgekaufte Album in dem westafrikanischen Land. Er interpretiert die typische Mbalax-Musik auf eigene Weise.

Beim Africa Festival gibt er zum Auftakt am 25. Mai sein Deutschland-Debüt. Oschmann rechnet mit einem vollen Haus und vielen Exil-Senegalesen. Wally Seck ist Sänger, Komponist, Autor und Schauspieler und wollte zunächst eigentlich Profi-Fußballer in Europa werden.

Vor ihm steht zum Auftakt sein Landsmann Faada Freddy auf der Bühne im Zirkuszelt am Main. Auch dies eine Festivalpremiere: Erstmals tritt bei einem Abendkonzert eine reine A-Cappella-Band auf, die sich nur ihrer Stimmen und der Körper-Percussion bedient. Als Teil der HipHop-Formation Daara J war Faada Freddy bereits häufiger in Würzburg zu Gast.

Zwar sind sich der Senegal und die Kapverdischen Inseln geografisch nahe – in der Musikkultur und sprachlich unterscheiden sich beide Länder aber gewaltig.

Schon mehrfach waren auf dem Africa Festival brillante Frauen-Stimmen von den Kapverden zu hören. Von dort stammen die Eltern von Sara Tavares, die in Portugal aufgewachsen ist, Ende Mai zum dritten Mal beim Festival auftritt und hier ihre neue CD vorstellt.

Auch Weltmusiker Salif Keita, in Würzburg im Rahmen seiner Tournee zum sechsten Mal zu Gast, hat ein neues Album produziert. Als Betroffener weiß er um die schwierige Situation von Albinos in Afrika, für deren Rechte er sich einsetzt.

Für dieses Engagement wurde er 2013 mit dem Festival Award ausgezeichnet – ebenso wie Fatoumata Diawara aus Mali. Sie tritt am Samstagabend nach Eneida Marta aus Guinea-Bissau auf und gilt als Streiterin für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit in ihrer Heimat. Sie hat einen Film über den „Mali Blues“ gedreht, der beim Festival im Arte Kinozelt gezeigt wird – ansonsten konzentriert man sich dort ganz auf das Schwerpunktland Senegal.

Den Abschlussabend bestreiten Sängerin Marema (Senegal) und der deutsch-ghanaische Reggae-Musiker Dellé, der zusammen mit dem nicht weniger bekannten Gentleman auf der Bühne stehen wird.

Bis 31. Januar kosten die Vier-Tage-Konzertkarten mit Frühbucherrabatt 99 Euro (plus Gebühr), Tagestickets 34 Euro. Vorverkauf in den Main-Post-Geschäftsstellen, in Würzburg bei Hugendubel und im Falkenhaus, bei den CTS-Eventim-Verkaufsstellen oder online (www.africafestival.org).

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