Würzburg

Africa Festival: Mit Modenschau und Lebensfreude

Designerin Rama Diaw (Mitte) und ihre Models. Dieses Jahr präsentiert Rama Diaw eine Modenschau, die zeitgemäße Designs und traditionelle senegalesische Kleidung aus ihrer Region und der Stadt Saint Louis, einem Weltkulturerbe, verbindet.  Eine zweite Show, 'African child” wird den Kindern gewidmet sein.
Foto: Bugs Steffen | Designerin Rama Diaw (Mitte) und ihre Models. Dieses Jahr präsentiert Rama Diaw eine Modenschau, die zeitgemäße Designs und traditionelle senegalesische Kleidung aus ihrer Region und der Stadt Saint Louis, einem ...

Noch sind es knapp elf Wochen bis zum Beginn des 29. Africa Festivals. Doch wer noch Dauerkarten haben möchte, sollte sich sputen. Denn nur noch ein kleines Kontingent davon stand zur Verfügung, als Festival-Chef Stefan Oschmann und Mona Mäusbacher vom Orga-Team am Donnerstag das Platzprogramm vor der Presse präsentierten. Auch die Karten für die einzelnen Tage haben sich in diesem Jahr sehr gut verkauft. So wird es wohl an den einzelnen Festivaltagen nur noch ein sehr kleines Restkartenkontingent an den Tageskassen geben, prophezeite Mäusbacher.

Doch auch, wer „nur“ die Konzerte auf der offenen Bühne und der neuen Bühne für traditionelle afrikanische Musik unter der Friedensbrücke anhören will, bekommt dazu auch in diesem Jahr noch ein „sehr umfangreiches“ Rahmenprogramm auf dem Festivalgelände geboten, erläuterte Oschmann.

ARTE ist Partner der Veranstaltung

Dazu gehört wie jedes Jahr das Arte Filmzelt. Der Kultursender ARTE ist Partner des Africa Festivals und zeigt im Kinozelt ein vielfältiges Programm mit Filmen zu Mali und Senegal. Täglich bieten eine Kurzdokumentation und ein Kinofilm Einblicke in die Kultur, Musik und Traditionen der beiden westafrikanischen Länder. Zusätzlich zur Musik ist in diesem Jahr die immer noch ausgeübte Praxis der Genitalverstümmelung bei Frauen ein großes Thema der Informationen.

Neben zwei Filmen über und mit betroffene Frauen wird am Festivalsonntag um 11 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema geben. „Das ist ein wichtiges Thema. das muss auf den Tisch“, erläutertet Oschmann das Engagement auf dem Festival. „Im Islam steht das nicht drin und ist in vielen Ländern verboten. Man muss die Leute erreichen, die die Macht zur Beeinflussung haben, das sind die gebildeten, die müssen eine Fatwa (Islam. Rechtsgutachten, Anm. d. Red.) gegen die Genitalverstümmelung aussprechen“, so der Festivalleiter weiter.

Geschichtenerzähler und Artisten.

Neben tiefgründigen und sozialen Themen werden aber auch Spaß und afrikanische Lebensfreude nicht fehlen. So unterhalten im Rahmen des Kinderprogramms im und um das Kinderzelt wieder der senegalesische Geschichtenerzähler Ibrahim (Ibo) Ndiyae und die Artisten und Clowns von Adesa aus Ghana. „Karibuni Watoto - Willkommen Kinder!” - so heißt der abgeschlossener Kinderbereich, in dem es ein großes Spieleangebot geben wird. Auch in diesem Jahr wird s.Oliver die Organisation des Kinderbereiches unterstützen. In einer neuen „Family-Area“ wird es eine Stillecke, Wickel- und Ruhemöglichkeiten für Familien geben.

Neben dem fast schon selbstverständlichen bunten Basar mit seinen Händlern und dem großen Bereich mit afrikanischen und exotischen Essensständen und Getränken wird es auch wieder eine Oase der Schönheit und Entspannung geben, mit Liegestühlen und marokkanischem Tee. Direkt neben dem Kinderbereich lockt eine Open-Air-Cocktail-Lounge, und im Havana-Club und Reggae-Zelt gibt es nach den Konzerten genügend Gelegenheit zu tanzen und sich auszutauschen.

„Ohne Bildung weder Wohlstand noch Frieden.”

In der Bambushalle präsentieren sich täglich von 10 bis 18 Uhr verschiedene Initiativen. Darunter das Tropeninstitut, Terre des Femmes, Ärzte ohne Grenzen oder die Initiative „EinDollarBrille” sowie s.Oliver und die „Stiftung Africa Festival Würzburg“. Im Unizelt geht es heuer um das Thema „Bila elimu hakuna maendeleo na amani“ („Ohne Bildung weder Wohlstand noch Frieden”, Swahili) und die kritische Lage der Bildungspolitik im ehemaligen Vorzeigestaat Kongo.

Die Modeschöpferin Rama Diaw aus Saint Louis (Senegal), bereits mehrfach zu Gast beim Festival, entwirft seit einigen Jahren moderne afrikanische Mode und Accessoires und verwendet dabei einheimische Techniken und Materialen. Alle Materialen, die sie verwendet, werden im Senegal, Mauretanien und Mali eingekauft. Dieses Jahr präsentiert Madame Rama eine Modenschau, die zeitgemäße Designs und traditionelle senegalesische Kleidung aus ihrer Region und der Stadt Saint Louis, einer Weltkulturstadt, verbindet. Eine zweite Show, „African child” wird den Kindern gewidmet sein. Die Modenschau vor dem Zelt von Madame Rama findet Freitag, Samstag und Sonntag um 15 und um 17 Uhr neben dem Havana Club statt.

 

Fotoausstellung zum Festival

Begleitet wird das Africa Festival, das seit Jahren als das größte Festival für afrikanische Kultur und Musik auf dem europäischen Kontinent gilt von einer Fotoausstellung mit dem Titel „Begué - Lebensfreude“. Der international bekannte Fotograf Youri Lenquette hat die Großen der afrikanischen und westlichen Musikwelt fotografiert. Bekannt geworden ist er durch seine Fotos von Nirvana, Prince, Iggy Pop sowie Youssou N‘ Dour, Papa Wemba, Tiken Jah Fakoly und vielen weiteren. Er lebt zurzeit in Paris und Dakar und wird eine Auswahl seiner Fotos aus dem Senegal aus den Jahren zwischen 1995 und 2017 präsentieren.

Die Ausstellung findet vom 26. April bis 27. Mai in der Stadtbücherei im Falkenhaus am Markt und vom 12. Mai bis 02. Juni 2017 im Spitäle an der Alten Mainbrücke statt.

Das Programm

Das neue Programmheft für das 29. Internationale Africa Festival ist gedruckt. In dem 80-seitigen Heft werden alle teilnehmenden Bands und Künstler in Wort und Bild vorgestellt. Außerdem gibt es ausführliche Informationen zu den Schwerpunktthemen Senegal und Kap Verde, sowie zum gesamten Rahmenprogramm. Es kann ab sofort gegen Einsendung einer Briefmarke von 1,45 Euro beim Festivalbüro, Afro Project e.V., Friedenstr. 5, 97072 bestellt werden.

Außerdem ist es auch in allen Vorverkaufsstellen – Main-Post, Hugendubel, Stadtbücherei, Rathaus und Falkenhaus – erhältlich. Mehr Infos und Vorverkauf: www.africafestival.org/

Fatoumata Diawara (links) im Film „Mali Blues“. Mali gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Musikalisch ist es allerdings so reich wie kaum ein anderes Land und gilt als Wiege des Jazz und Blues.
Foto: Konrad Waldmann | Fatoumata Diawara (links) im Film „Mali Blues“. Mali gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Musikalisch ist es allerdings so reich wie kaum ein anderes Land und gilt als Wiege des Jazz und Blues.
Der Autor und Musiker Ibrahima Ndiaye aus dem Senegal wird durch das Kinderprogramm führen. Er versteht es einzigartig, sein junges Publikum mit einer Mischung aus traditioneller Erzählkunst, Pantomime, Perkussion, Tanz und Gesang zu begeistern.
Foto: Bugs Steffen | Der Autor und Musiker Ibrahima Ndiaye aus dem Senegal wird durch das Kinderprogramm führen. Er versteht es einzigartig, sein junges Publikum mit einer Mischung aus traditioneller Erzählkunst, Pantomime, Perkussion, ...
Die ghanaische Akrobatik- und Musikgruppe Adesa wird Freitag, Samstag und Sonntag um 13 Uhr und 15 Uhr eine Straßenparade mit einer atemberaubenden Vorstellung präsentieren. Sie werden vom Kinderzelt aus über das Gelände gehen und alle jungen Besucher rechtzeitig zum Kinderprogramm mitnehmen.
Foto: Patty Varasano | Die ghanaische Akrobatik- und Musikgruppe Adesa wird Freitag, Samstag und Sonntag um 13 Uhr und 15 Uhr eine Straßenparade mit einer atemberaubenden Vorstellung präsentieren.
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