Würzburg

aja Würzburg erhält zum dritten Mal Gütesiegel

Virtuelle Feier: Barbara Klamt, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern, überreicht Matthias Denich, Geschäftsführer aja Würzburg,  zum dritten Mal das Gütesiegel.
Foto: Screenshot Claudia Lother | Virtuelle Feier: Barbara Klamt, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern, überreicht Matthias Denich, Geschäftsführer aja Würzburg,  zum dritten Mal das Gütesiegel.

Die aja Würzburg (aktion jugend und arbeit) hat zum dritten Mal das „Gütesiegel berufliche und soziale Integration“ der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern erhalten und trägt diese Qualitätsauszeichnung seit 20 Jahren. Die Übergabe fand in kleinem Rahmen und virtuell über Livestream statt. Zu diesem Anlass wurde auch das im vergangenen Jahr 40-jährige Bestehen der aja gefeiert.

Barbara Klamt, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern, erklärte bei der Überreichung des Gütesiegels, welche Qualitätsstandards Betriebe vorweisen müssen, die das Gütesiegel erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg. Bewertet werden das betriebliche und pädagogische Lernfeld der dezentral organisierten Einheiten, die Kernelemente sozialer und beruflicher Integration, das Bildungsangebot. Die Betriebe werden nach diesen Standards in sieben Stufen eingeteilt.

„Die aja! Würzburg“, so Klamt, „ist in allen Geschäftsbereichen ein sehr gut aufgestellter Betrieb, der sich ständig weiterentwickelt.“ Besonders Bildung und Personalmanagement seien, seit Verleihung des letzten Gütesiegels, weiter modifiziert worden. Hohe Qualität im pädagogischen Lernfeld und die Ermittlung der Kundenzufriedenheit bzw. das Beschwerdemanagement seien hier zu nennen. Zudem habe die aja! Würzburg entgegen aller Trends in der Beschäftigtenförderung immer an der realen Entlohnung ihrer Tätigkeit festgehalten.

Jungen Menschen den Weg in den Arbeitsmarkt ebnen

Gegründet wurde die aja 1980 in Kooperation mit der Stadt Würzburg und ist bis heute Teil des Fachbereichs Jugend und Familie. Gründungsanlass war die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit der späten 70er Jahre. „12 Monate lang werden Zuverlässigkeit, aber auch die persönliche Verantwortung für die Qualität der Arbeit trainiert“, erklärt Wilfried Ziegler, Mitglied im ehrenamtlichen Vorstand. Geleistet wird, unter pädagogischer und fachlicher Anleitung, professionell ausgeführte Arbeit in den Bereich Garten, Malerarbeiten, Transporte. Die Entlohnung erfolgt wie auf dem realen Arbeitsmarkt.

„Die aja ist ein Kind der Stadt“, sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei der Feierstunde. Initiiert wurde Ende der 1970er Jahre vom ehemaligen Sozialreferenten Peter Motsch das Projekt „sozialpädagogische Maßnahmen gegen die Folgen der Jugendarbeitslosigkeit“. „Es wurde sehr schnell deutlich, dass Beratung und persönliche Unterstützung wichtig waren, aber dass ohne ein sinnvolles und vor allem bezahltes Beschäftigungsangebot den Jugendlichen keine wirkliche berufliche und persönliche Perspektive eröffnet werden konnte.“

Angefangen als reines Beratungsprojekt

Daher gründeten städtische Sozialpädagogen mit Unterstützung der Stadtverwaltung im Februar 1980 den Verein „Aktion Junge Arbeitslose“ und begannen, mit den jungen Menschen kleinere Transporte, Renovierungs- und Malerarbeiten im Kundenauftrag zu erledigen. Aus dem ehemaligen reinen Beratungsprojekt wurde eine fest etablierte Institution der Jugendberufshilfe und der soziale Handwerks- und Dienstleistungsbetrieb „aktion jugend und arbeit“.

In Spitzenzeiten beschäftigte die „aja“ acht Anleiter und 20 junge Menschen und erzielte Jahresumsätze von fast 400 000 Euro. 2020 arbeiteten 20 Jugendliche an 394 Aufträgen, heute sind bis zu zwölf junge Menschen bei der aja sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Jugendlichen Perspektiven aufzeigen

„Die Auftragsarbeit ist immer nur Mittel zum Zweck, nämlich die jungen Menschen anhand von sinnvollen Tätigkeiten persönlich zu stabilisieren, ihnen berufliche Perspektiven aufzuzeigen und sie durch Erfolgserlebnisse, Wertschätzung und gerechte Bezahlung zu motivieren und zu befähigen, ihre Zukunft selbst zu gestalten.“ Schuchardt lobte die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit viel Sachverstand und viel Herzblut, die die jungen Menschen willkommen heißen und auf dem Weg ins (Berufs-)Leben ein Stück begleiten. „Gleichzeitig haben sie die wirtschaftliche Seite im Blick und verstehen es, mit den Jugendlichen gemeinsam, die Kunden zufriedenzustellen.“

Sozialreferentin Hülya Düber sprach der aja eine „elementare Bedeutung für die Sozialstruktur der Stadt Würzburg“ zu: „40 Prozent der jungen Menschen bei der aja nehmen im Anschluss eine Ausbildung oder einen sozialversicherungspflichtigen Beruf auf. Dies ist eine herausragende Quote, vor allem wenn man bedenkt, dass viele von ihnen vorher scheiterten.“ Sie betonte die Flexibilität und Verlässlichkeit der aja: „Sie nehmen die jungen Menschen an wie sie sind, stellen sich auf sie ein, geben ihnen Halt und erfüllen dabei die Erwartungen der Kunden.“

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