Würzburg

Ausstellung "Logik des Wassers": Regen im Kunstschiff

Ausstellung in trockenen Tüchern: Harriet Groß mitten in ihrem gelungenen Aufbau.
Foto: Joachim Fildhaut | Ausstellung in trockenen Tüchern: Harriet Groß mitten in ihrem gelungenen Aufbau.

Der Ausstellungskahn des Kunstvereins Würzburg zeigt seit dem Wochenende Schwarzweiß- beziehungsweise Schwarzsilberwerke. Die Berliner Künstlerin Harriet Groß geht in Zeichnung, Fotografie und Skulptur der "Logik des Wassers", so ihr Ausstellungstitel, nach. Dabei konzentriert sie sich auf die Erscheinungsform des Wassers als Regen. Das passt gut zur Jahreszeit.

Die Hälfte der Schau korrespondiert gleich auf den ersten Blick miteinander: Tuschezeichnungen voller delikater, lebendiger Schraffuren hängen an den Bordwänden, zwischen denen sich schwarz-silberne Röhrchen von der Decke bis zu Spiegelflächen auf den Bodenplanken erstrecken – beide Male eine extrem reduzierte Form in der Senkrechte.

Mit dem Wackelbild auf die spielerische Seite

Die dreidimensionale Schraffur lädt zum Durchwandeln ein, zum Regenspaziergang im Trockenen, aber nicht auf dem Trockenen; schließlich findet diese Auseinandersetzung mit der Logik des Wassers auf dem leibhaftigen Fluss Main statt. Auch die zweite größere Kunstvereinsausstellung des Jahres arbeitet mit der Einzigartigkeit des schwimmenden Galeriesaals.

Die extrem fein gestrichelten Tuschzeichnungen gibt es nicht nur pur zu sehen. Variationen von ihnen tauchen auch in einer Serie auf, die eine extrem seltene Technik – jedenfalls für die Schönen Künste – einführt: das Wackelbild. Groß überlagert ihre graphischen Regen-Chiffren mit Fotos von wässrigen Landschaften – nur dass ihre Handzeichnungen je nach Standpunkt des Betrachters verschwinden. Wie wenig schematisch Harriet Groß arbeitet, zeigen einige Ausnahmswerke. Auf einem wackelt die Ansicht zwischen einer fotografierten Pfütze und – nein, eben nicht regentropfenförmigen Strichen, sondern – einem dicken Tuscheklecks.

Viertes Medium dieser "Logik" ist der Klang: Aus kleinen Lautsprechern dringt Rauschen, Klopfen, bisweilen nur eine Art Summen. Die Töne überlagern sich wie die Schichten der Wackelbilder, von denen die Vernissagerednerin Frizzi Krella (ebenfalls aus Berlin) den Fachbegriff verriet: Lentikulardrucke. Die akustischen Eindrücke wirken übrigens wie die visuellen: auch schwarzweiß.

Die strengen Formen und die Ernsthaftigkeit und Systematik, mit der sich Harriet Groß mit ihren Themen auseinandersetzt, verhindern von Grund auf, dass man die Ausstellung als neckisch empfinden könnte. Spielerisch aber, eine spielerische Seite hat sie.

Bis 11. November, donnerstags bis samstags und feiertags 15 - 18 Uhr, sonntags 12 - 18 Uhr.

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