Veitshöchheim

Australische Austauschschülerin zu Gast in Veitshöchheim

Die australische Austauschschülerin Charly mit ihrem Veitshöchheimer Gastgeber Julius Zollner vor dem Gymnasium Veitshöchheim.
Foto: Dieter Gürz | Die australische Austauschschülerin Charly mit ihrem Veitshöchheimer Gastgeber Julius Zollner vor dem Gymnasium Veitshöchheim.

Zehn Wochen am anderen Ende der Welt. Diesen Traum erfüllte sich die Australierin Charly, die bei Familie Zollner in der Veitshöchheimer Gartensiedlung wohnte. Julius, der 15-jährige Sohn ihrer Gastgeber möchte im Gegenzug im Juni für den gleichen Zeitraum nach Australien reisen.

Die 16-Jährige stammt aus dem Melbourner Vorort Hampton. Die Umstellung von der Fünf-Millionen-Großstadt Melbourne auf die kleinstädtisch strukturierte Region hier und vom australischen Sommer auf den deutschen Winter musste von ihr erst einmal gemeistert werden.

Sorgenvoll blickte Charly Mitte Januar in ihre Heimat nach Melbourne, wo die Feuer in den Brandgebieten die Luft rekordverdächtig dick gemacht hatte. Viele Menschen trugen Schutzmasken, so auch Charlys Mutter, die unter Asthma leidet. Ein in der Nähe der Buschfeuer wohnender Onkel musste mit seiner Familie evakuiert werden. 

Charly lernt seit fünf Jahren deutsch

Charly besucht während ihres Aufenthalts mit Julius den Unterricht des Gymnasiums Veitshöchheim, allerdings nicht in der 10b von Julius, sondern  in der 10a.

Lehrer Michael Körber äußerte sich angetan über Charly, die er in den Fächern Englisch und Religion unterrichtete. Sie hatte keine Probleme mitzukommen, denn sie hat das Wahl-Fach Deutsch bereits seit fünf Jahren belegt. Dennoch bedeutete der Schulbesuch in Veitshöchheim für Charly eine große Umstellung.  Die durchgehend sieben Wochen am Stück dauernden Sommerferien beginnen im Dezember.

Charly gehört zu dem einen Drittel der Schüler, die in Australien eine Privatschule besuchen, wo Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet werden und Uniform-Pflicht besteht. In den zwei Monaten hat es ihr so gut im Gymnasium gefallen, sie hat in der Klasse auch eine Freundin gefunden, dass sie lieber hier weiter zur Schule gehen würde.

Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung

Gastgeberin Ursula Zollner bescheinigt Charly, dass sie sich sehr gut in ihre Familie integriert und eingelebt hat. Die Jugendlichen seien nachmittags oft mit dem Fahrrad rumgefahren oder hätten Gesellschafts-Spiele gespielt.

Eine neue Erfahrung machte Charly in der Weihnachtszeit, ist doch bei ihr Zuhause gerade Hochsommer. So gebe es keine Adventszeit mit Plätzchenbacken, keinen Nikolaus, keine Weihnachtsmärkte und die Christbäume seien aus Plastik. Selbst an Heilig Abend gehe sie mit der ganzen Familie noch surfen.

Bei ihrem Aufenthalt in Veitshöchheim sah die australische Schülerin viele Seiten des Lebens in Deutschland. Die Zollners haben mit ihrem Gast nicht nur Veitshöchheim mit seinem Hofgarten und Würzburg besichtigt. Ausflüge führten nach München, am letzten Wochenende nach Berlin und auch einige Tage nach Regensburg zur Oma von Julius. Hier hatten es Charly besonders die bayerischen Gerichte wie Schweinshaxe mit Semmelknödel und Sauerkraut oder Schweinebraten mit Knödel und Blaukraut und Wiener Schnitzel angetan.

Klimaschutz spielt untergeordnete Rolle

Auf die Aktivitäten von Schülern bei der Aktion "Friday for Future" angesprochen,  gab sie zu erkennen, dass Klimaschutz für sie ein eher untergeordnetes Thema ist. Was sie sehr beschäftige, seien Frauenrechte und die Integration von Ausändern in unsere Gesellschaft. So kann sie nicht verstehen, dass viele Frauen schon jahrelang in Deutschland leben ohne die Sprache zu können und sich so abhängig von ihren Ehemännern machen.

Ursula Zollner: "Es war mit ihr sehr unkompliziert, weil sie alles mitgemacht hat, auch den Tanzkursabschlussball von Julius, ohne tanzen zu können. Wir haben die Zeit mit ihr als sehr bereichernd empfunden und hoffen, dass sie uns mal wieder besucht." Und Charly sagt: „Ich möchte mich bei meiner Gastfamilie für meine tollen Erfahrungen bedanken.”

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