Würzburg

Auszeichnung für Würzburger Krebsforscherin Barbara Altieri

Die Würzburger Krebsforscherin Dr. Barbara Altieri (Mitte) erhielt den Anke-May-Preis der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Den Preis übergaben (von links) Tagungspräsident Professor Stefan Wudy, DGE-Präsident Professor Josef Koehrle, Preisstifterin Dr. Anke Mey und Vizetagungspräsident Professor Andreas Schäffler bereits im Februar.
Die Würzburger Krebsforscherin Dr. Barbara Altieri (Mitte) erhielt den Anke-May-Preis der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Den Preis übergaben (von links) Tagungspräsident Professor Stefan Wudy, DGE-Präsident Professor Josef Koehrle, Preisstifterin Dr. Anke Mey und Vizetagungspräsident Professor Andreas Schäffler bereits im Februar. Foto: Irina Chifu

Die Diagnose Nebennierenkrebs wird laut einer Pressemitteilung vergleichsweise selten gestellt: Nur ein bis zwei unter einer Million Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an dieser Krebsart. Gut 20 Prozent aller Patienten sterben in den ersten zwei Jahre nach der Diagnose. Aber weitere zehn Prozent, bei denen bei der Erstdiagnose Metastasen festgestellt wurden, leben noch fünf Jahre später.

Behandlung mit Mitotane bringt keinen zuverlässigen Erfolg

Was eine Behandlung erschwert: Es gibt für das Nebennierenkarzinom derzeit keine zuverlässigen molekularen Prognosefaktoren, keine Prädiktoren für das Ansprechen auf eine Behandlung, keine wirksame zielgerichtete Krebstherapie und keinen personalisierten Behandlungsansatz.

Auch die Behandlung mit dem einzigen zugelassenen Medikament, dem Wirkstoff Mitotane, verspricht keinen zuverlässigen Erfolg: Nur rund 30 Prozent der Patienten profitieren davon. Dabei leiden sie häufig unter schweren Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Stoffwechselstörungen oder Störungen des zentralen Nervensystems. Nicht wenige Patienten brechen aufgrund dieser Nebenwirkungen die Behandlung vorzeitig ab.

Altieris Studie ist in der Fachzeitschrift Cancers erschienen

Biomarker zu identifizieren, die eine Vorhersage ermöglichen, bei wem Mitotane anspricht, war das Ziel einer internationalen Multicenterstudie, die der Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik I am Universitätsklinikum Würzburg unter der Leitung von Dr. Cristina Ronchi und Professor Martin Fassnacht koordinierte.

Barbara Altieri hat die Ergebnisse ausgewertet und in der Fachzeitschrift Cancers im Februar dieses Jahres veröffentlicht. Dafür zeichnete die Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie sie mit dem Anke-Mey-Preis aus. Der mit 5000 Euro dotierte Preis geht an herausragende wissenschaftliche Originalarbeiten auf dem Gebiet maligner Nebennieren-Erkrankungen.

Erklärung für therapeutisches Versagen oder Nebenwirkungen

Gestiftet hat ihn Anke Mey nach ihrer Genesung von einer solchen Erkrankung. Anliegen der Stifterin ist es, sowohl die Ursachen als auch mögliche Therapien dieser Krankheiten zu erforschen, so dass mehr Patienten behandelt und geheilt werden können.

Im Mittelpunkt der Studie mit 182 Patientinnen und Patienten standen Mitglieder der sogenannten "CYP-Superfamilie". Dabei handelt es sich um das wichtigste Enzymsystem im menschlichen Körper, das an der Verstoffwechslung körpereigener wie auch von außen zugeführter Substanzen, und damit auch von Arzneimitteln, beteiligt ist.

"Mitglieder der CYP-Superfamilie sind weit verbreitet und beeinflussen in der Regel die katalytische Aktivität des Enzyms, wodurch der Arzneimittel-Stoffwechsel modifiziert wird, was zu therapeutischem Versagen oder verstärkten Nebenwirkungen führen kann", erklärt Altieri.

Erster Schritt zu einer personalisierten Therapie mit Mitotan

Vier potenzielle Marker haben die an der Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter die Lupe genommen und deren feine genetische Variabilität zwischen Patienten in Korrelation gesetzt mit dem Stadium der Krebserkrankung und dem Erfolg einer Mitotane-Therapie.

Dabei zeigte sich, dass die Marker in unterschiedlicher Kombination und nach Stadium der Krankheit sich besser oder schlechter zur Vorhersage des Therapieerfolgs eignen.

Mit diesem Wissen können sie so eingesetzt werden, dass die jeweiligen Werte Prognosen zulassen, ob ein Patient eine gute Chance hat, dass Mitotane bei ihm wirkt. Dies ist ein erster Schritt hin zu einer personalisierten Mitotan-Therapie bei Patienten mit Nebennierenkrebs.

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