Hohestadt

Baugebiet Hohestadt: Stadträte sind uneins über die Eignung

In möglichst allen Ochsenfurter Stadtteilen sollen überschaubare Baugebiete entstehen. Warum die geplante Erweiterung in Hohestadt nicht überall auf Begeisterung trifft.
Das Baugebiet Hohestadt Nord soll nach Westen hin erweitert werden.
Foto: Claudia Schuhmann | Das Baugebiet Hohestadt Nord soll nach Westen hin erweitert werden.

In Ochsenfurt ein Haus bauen: Insbesondere für junge Familien hat die Vorstellung durchaus ihren Reiz, wie die stetig eintreffenden Anfragen bei der Stadt zeigen. Um die Nachfrage auch befriedigen und vor allem einheimischen Familien Bauplätze anbieten zu können, plant das Bauamt fleißig an neuen Baugebieten in den Ortsteilen. Auch in Hohestadt sollen neue Flächen zur Verfügung gestellt werden, und zwar westlich des Blumenrings in Richtung Thierbachtal. Neun bis elf Grundstücke könnten dort entstehen, sagte Stadtbaumeister Jens Pauluhn in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Dafür soll der bestehende Bebauungsplan "Hohestadt Nord" geändert und erweitert werden.

Denn in seiner jetzigen Fassung, die noch aus den 1970er Jahren stamme, sei der Bebauungsplan nicht mehr umsetzbar, sagte Bürgermeister Peter Juks (UWG). Das liegt unter anderem an einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nachbarschaft, der Bestandsschutz genießt. Dass künftige Grundstücksbesitzer in dem neuen Baugebiet mit Besonderheiten rechnen müssen, steht indessen jetzt schon fest. Es könne sein, dass bei einigen Häusern aufgrund der Höhenlage und der Position des Kanals Hebeanlagen für das Abwasser eingebaut werden müssten, sagte Jens Pauluhn.

"Ich würde da nicht bauen, deshalb bin ich nicht dafür."
Manfred Singer, CSU-Stadtratsmitglied

Hinzu komme, dass nahe an der Erweiterungsfläche eine Hochspannungsleitung vorbei führt, die sogar noch ausgebaut werden soll. Die zusätzliche Traverse samt der Erhöhung der Masten sei genehmigt, sagt Juks. Es könne aber sein, dass unter den möglichen Interessenten für die Grundstücke auch Menschen seien, die besorgt sind über die elektromagnetischen Felder, die von solchen Leitungen ausgehen, ergänzte Pauluhn. Deshalb soll von Anfang an auf die Nähe der Hochspannungsleitung sowie die eventuell nötigen Hebeanlagen hingewiesen werden.

Die Hochspannungsleitung in der Nähe der Erweiterungsfläche empfinden einige Stadträte als problematisch.
Foto: Claudia Schuhmann | Die Hochspannungsleitung in der Nähe der Erweiterungsfläche empfinden einige Stadträte als problematisch.

Manfred Singer (CSU) findet die geplante Erweiterungsfläche zum einen wegen der Stromleitung nicht ideal, aber auch wegen der aus seiner Sicht problematischen Entwässerungssituation. Im Zusammenhang mit den neuen Bauplätzen möchte Peter Juks diese unzureichende Kanalsituation beseitigen. "Bei normaler Schmutzfracht ist das kein Problem, aber bei Starkregen schon", sagte er. Manfred Singer, selbst in Hohestadt wohnhaft, kennt die Situation gut. Vom Hang herab kommt das Oberflächenwasser angeschossen und sammelt sich im Bereich Blumenring/Veilchenweg in einer Senke. Von dort fließt dann zu viel Wasser in den Graben.

Lieber auf geeignetere Flächen warten

In Anbetracht dieser Probleme meint Singer: "Ich würde da nicht bauen, deshalb bin ich nicht dafür." Bert Eitschberger (SPD) teilt Singers Bedenken. Etliche unproblematische Baugebiete habe die Stadt in jüngster Vergangenheit in Angriff genommen, und auf diese solle sie sich auch konzentrieren. "Wir sollten nicht ausgerechnet die Baugebiete, die von Anfang an Probleme haben, priorisieren", sagte er. Eitschberger hofft, dass in Hohestadt in absehbarer Zeit auch wieder Grundstücke zu Verkauf stünden, die sich besser eignen. Darauf würde er lieber warten.

Auch die Entwässerungssituation in dem Bereich ist problematisch.
Foto: Claudia Schuhmann | Auch die Entwässerungssituation in dem Bereich ist problematisch.

Daran zweifelt aber Peter Juks. "Auf anderen möglichen Flächen wird derzeit nichts verkauft", sagte er. Die Stadt möchte aber bei allen Baugebieten, die sie ausweist, möglichst komplett im Besitz der Flächen sein, damit dort auch tatsächlich gebaut wird und die Bauplätze nicht als Wertanlage brach liegen bleiben. Aus diesem Grund legt die Stadt Wert auf ein Baugebot auf ihren Flächen, das die Käufer verpflichtet, in einem bestimmten Zeitraum mit dem Bau ihrer Häuser auch tatsächlich zu beginnen.

Diese Fläche oder keine, lautet zumindest nach aktuellem Stand die Ansage der Verwaltung zum Ortsteil Hohestadt. Am Ende stimmten sieben Ausschussmitglieder für die Änderung und Erweiterung des Geltungsbereichs des Bebauungsplans, vier stimmten dagegen.

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