WÜRZBURG

Beckmann: „Kein wahltaktischer Schwenk“

Neubau Fachhochschule       -  Ein Modell des Neubaues, der am Sanderheinrichsleitenweg (oben) entstehen soll.
Foto: FH | Ein Modell des Neubaues, der am Sanderheinrichsleitenweg (oben) entstehen soll.
Wahlkampfthema, Schlingerkurs oder ernsthaftes Bemühen um neuen Standort? Der Wirbel um den umstrittenen Erweiterungsbau der Fachhochschule (FH) am Alandsgrund wirft mehr Fragen auf als er Antworten gibt. Ausgelöst hat ihn Oberbürgermeisterin Pia Beckmann, als sie der Bürgerinitiative „Alandsgrund“ im Kampf gegen den Standort Sanderheinrichsleitenweg einen gemeinsamen Besuch beim Bauherrn Wissenschaftsminister Thomas Goppel anbot.

„Populistisch falsche Hoffnungen zu machen, ist unredlich“, reagierte SPD-OB-Kandidat Georg Rosenthal. Er spricht vom „Zickzack-Kurs der nervösen Rathaus-Chefin“, die noch im November bei einem symbolischen Spatenstich für eine FH am Alandsgrund posierte. Er selbst stehe zu diesem Standort, weil sonst die Entwicklung der FH gefährdet sei.

Gespräche seien immer gut und er habe „die leise Hoffnung, dass tatsächlich Bereitschaft entsteht, auszuloten, ob es Alternativen gibt“, kommentiert Grünen-Fraktionschef Matthias Pilz den Vorstoß der OB. Alleine eine Fahrt zum Minister reiche aber nicht. Vorher müsse die Stadt nach Räumlichkeiten für die von Raumnot geplagte FH suchen. Ob Beckmann mit der Unterstützung der Bürgerinitiative (BI) Wahlkampftaktik in grüner Richtung betreibt, „kann ich weder bestätigen noch dementieren“, erklärt Pilz. Er stelle aber fest, die CSU sei durch den Wahlkampf grüner geworden. „Ich hoffe, dass dieser Prozess nach der Stichwahl weitergeht.“

Die OB kann die Aufregung ihres Kontrahenten Rosenthal nicht verstehen. Wenn er ein Gespräch zwischen Minister, OB und Bürgerinitiative als „unglaubwürdige Hauruck-Aktion“ bezeichne, sei das diffamierend, schreibt sie in einer Presseerklärung. Gespräche könnten schließlich „im Idealfall zu neuen Einsichten führen“. Von einem „wahltaktischen Schwenk“ könne „keine Rede sein“. Sie habe zudem deutlich gemacht, dass sie eine Gefährdung der Studienplätze vermeiden wolle. So habe sie auch keine „falschen Hoffnungen“ geweckt, wie ihr Rosenthal vorwerfe.

 

„Ich gehe davon aus, dass die FH wie geplant baut“

Margot Müller Chefin Autohaus Müller

Die Bürgerinitiative, die am Wochenende über 200 neue Unterschriften gegen den FH-Standort gesammelt hat, lobt derweil die OB und lädt Rosenthal zum Dialog ein.

Keinen Widerspruch oder gar Meinungswandel mag FH-Präsident Heribert Weber in den Äußerungen von Beckmann erkennen – obwohl die OB Alternativen zu dem von der FH klar favorisierten Standort Sanderheinrichsleitenweg ausloten will. Er sieht Beckmann weiterhin als „zuverlässige Verbündete“, die sich „immer für unser Projekt eingesetzt“ habe. Dieses ist laut Weber auf gutem Weg, wie er am Dienstag bei einem Besuch in München erfahren habe. Die Pläne des 23-Millionen-Projektes für 450 neue Studienplätze würden derzeit vom Wissenschaftsministerium überprüft. Minister Goppel hat den Spatenstich für Herbst angekündigt.

Als Alternative für eine FH-Erweiterung in der Münzstraße hat, wie berichtet, WL-Stadtrat Gerhard Franke, das benachbarte Autohaus „Renault Müller“ ins Gespräch gebracht. Sie sei immer gesprächsbereit, mit ihrem Standort aber sehr zufrieden, kommentiert Inhaberin Margot Müller den Kauf-Vorstoß. Sie wundert sich indes, weshalb Franke seinen Antrag auf Verhandlungen an diesen Donnerstag in den Stadtrat einbringt. Er und sein FDP-Stadtratskollege Joachim Spatz hätten sich bereits im Herbst das Autohaus angesehen. Sie geht davon aus, dass die neue FH am Alandsgrund entsteht.

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