Ochsenfurt

Behon: Stadtrat über alle Fraktionen hinweg zusammenführen

Rosa Behon ist bei der Stichwahl die Herausforderin um das Amt des Ersten Bürgermeisters. Ihre Netzwerke will sie zum Wohl der Stadt nutzen.
Rosa Behon (hier bei der Wahlarena der Main-Post) tritt am 29. März in der Stichwahl gegen Antsinhaber Peter Juks an.
Foto: Fabian Gebert | Rosa Behon (hier bei der Wahlarena der Main-Post) tritt am 29. März in der Stichwahl gegen Antsinhaber Peter Juks an.

Wie es sich anfühlt, auf dem Bürgermeistersessel zu sitzen, weiß Rosa Behon schon. Seit sechs Jahren ist die Kandidatin der CSU zweite Bürgermeisterin in Ochsenfurt. Den Amtsinhaber hat sie während seiner Krankheit eine Zeit lang vertreten. Am Sonntag möchte sie in der Stichwahl den Posten nun dauerhaft für sich erringen. 35,31 Prozent der Wähler hatten sich am 15. März bereits für sie entschieden. Mit 47,88 Prozent im ersten Wahlgang hat Amtsinhaber Peter Juks (UWG) allerdings einen deutlichen Vorsprung herausgearbeitet. Wie Rosa Behon jetzt noch Wähler auf ihre Seite ziehen will.

Frage: Hat sich Ihre Wahlkampfstrategie nach dem ersten Wahlgang geändert?

Rosa Behon: Inhaltlich hat sich an meiner Strategie nichts geändert. Wir haben unsere Inhalte, Vorstellungen, Wünsche und Anregungen den Menschen nähergebracht. Allerdings hatte ich vor der Stichwahl noch einen Haustürwahlkampf geplant, von dem ich mir Einiges erhofft hatte. Aufgrund der aktuellen Situation geht das jetzt nicht mehr.

Wie können Sie angesichts von Corona derzeit überhaupt Wahlkampf führen?

Behon: Wahlkampf mache ich derzeit hauptsächlich über die sozialen Medien, also Facebook, aber auch übers Telefon. Ich werde von vielen Leuten angerufen, die Fragen haben. Die Flyer, die ich habe drucken lassen, haben wir am Freitag nicht mehr verteilt. Die Coronakrise ist so groß, dass es im Moment einfach wichtig ist, zusammenzuhalten. Aber ich werde noch E-Mails verschicken, in denen ich die Bürger auffordere, zu wählen – und natürlich mich zu wählen.

Welche Aufgabe muss in Ochsenfurt nach dem 1. Mai als allererste gelöst werden?

Behon: Ich möchte in Ochsenfurt alles enger zusammenführen: den Stadtrat über alle Fraktionen hinweg und auch die Verwaltung. Als Bürgermeisterin würde ich dort zunächst einmal an jeden Arbeitsplatz gehen und mir anschauen, was die Arbeitnehmer dort machen, ob man eventuell die Abläufe ändern und Synergien nutzen kann. Dann möchte ich in allen Bereichen Prioritätenlisten erstellen, zum Beispiel im Bereich Straßensanierung. Außerdem wissen wir noch nicht, wie sich die Coronakrise in Ochsenfurt auswirken wird. Ich möchte da auch den Unternehmern in der Stadt helfen und für alle Ansprechpartner sein. In dieser Krise ist es wichtig, dass wir alle zusammenstehen.

Was sind Ihre wichtigsten Ziele für die kommenden sechs Jahre?

Behon: Da bleibe ich bei meinem Wahlprogramm. Als Beispiele seien der Erhalt von Arbeitsplätzen in Ochsenfurt und die Belebung der Altstadt genannt Darüber hinaus ist aber, wie gesagt, noch nicht klar, welche Auswirkungen Corona bei uns noch haben wird. Das wird zuallererst gelöst werden müssen.

Welche Qualifikationen bringen gerade Sie mit, um diese Ziele umsetzen zu können?

Behon: Ich bin offen und kommunikativ und kann langjährige kommunalpolitische Erfahrung im Stadtrat, im Kreistag und im Bezirkstag vorweisen. Ich bin ein Teamplayer und immer auch offen für Kritik. Außerdem habe ich über die Jahre hinweg Netzwerke aufgebaut, kann Verbindung nutzen und dadurch gestalten.

Was schätzen Sie an ihrem Gegenkandidaten?

Behon: Peter Juks kann in manchen Situationen, wenn ein Thema ihm wichtig ist, sehr hartnäckig sein.

Rosa Behon
Zu Hause ist Rosa Behon im Ortsteil Hopferstadt, wo sie aufgewachsen ist und nach wie vor mit ihrem Mann lebt. Die gelernte Bankkauffrau ist 56 Jahre alt und bei der Sparkasse Mainfranken tätig. Sie hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Seit 2008 sitzt Rosa Behon im Ochsenfurter Stadtrat und ist seit 2014 zweite Bürgermeisterin. Im gleichen Jahr wurde sie in den Kreistag gewählt. Außerdem ist sie Bezirksrätin des Landkreises Würzburg. In der CSU engagiert sie sich bereits seit Jahrzehnten. Seit 2018 ist sie Vorsitzende der Frauen-Union Würzburg-Land. Außerdem ist sie Mitglied in verschiedenen Vereinen der Stadt.
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