WÜRZBURG

BI will Blicke und Bewusstsein schärfen

Die Bürgerinitiative „Ringpark in Gefahr“ will mit einer Ausstellung „positive Wege zu einem besseren Umgang mit der Stadt“ aufzeigen.
So gefällt der Bürgerinitiative (BI) Ringpark in Gefahr die Stadt nicht: Die unansehnlichen Glascontainer auf der Südseite der Marienkapelle sind ein Negativbeispiel in der BI Ausstellung „positiv – negativ“.I
Foto: FOTO B | So gefällt der Bürgerinitiative (BI) Ringpark in Gefahr die Stadt nicht: Die unansehnlichen Glascontainer auf der Südseite der Marienkapelle sind ein Negativbeispiel in der BI Ausstellung „positiv – ...

„Ringpark in Gefahr“ ist eine Initiative von Bürgern, die den Bau der Würzburg-Arcaden verhindern wollten. Das haben sie geschafft. Jetzt wollen sie, teilt die BI mit, „nicht permanent nur als Kritiker und Verweigerer abgestempelt werden“. Mit der Ausstellung „Blicke auf Würzburg: negativ – positiv“, zu sehen ab 20. Mai im Treffpunkt Architektur in der Herrnstraße, soll das eigene Image besser werden, und auch Würzburg soll etwas davon haben.

BI-Mitglieder stellten in einer Pressekonferenz ihr Unbehagen beim Schauen in der Stadt vor. Sprecherin Suse Schmuck schilderte „Spuren der Vernachlässigung“ und beklagte eine geringe Verweilqualität in der Altstadt. Belege dafür und Beispiele für Wohlgeratenes sollen auf den 120 Fotografien in der Ausstellung zu sehen dabei, eingeteilt in 14 Themen zu: Plätze, Höfe, Brunnen, Stadtgrün, Kioske, Bänke, Bodenbeläge, Außengastronomie, Kommerz im öffentlichen Raum, Werbung, Tourist Information, Technische Anlagen, Altglas und Müll. Zum „genaueren Hinschauen“ wollen die Ausstellungsmacher verführen, und zum „bewussteren Wahrnehmen“.

Sie haben viel gesehen, was ihnen nicht gefiel. Schmuck etwa findet die „ganze Brunnensituation völlig desolat“. Dass die Brunnen trocken liegen, tue der Stadt überhaupt nicht gut. Sie sahen nicht einen Altglascontainer, den sie nicht als störend empfunden haben, und beim Kommerz im öffentlichen Raum haben sie, sagt Schmuck, „vergeblich nach positiven Beispielen gesucht“. Überhaupt der Kommerz: Die BI beklagt, dass es in der Altstadt fast keine öffentlichen Bänke mehr gibt; wer sitzend rasten und schauen, wolle sei gezwungen zu konsumieren. Also sind die Beispiele für eine gelungene Stadtgestaltung in der Ausstellung in der Minderzahl.

Alles könne gut werden, glaubt Wolf von Bodisco, wenn die Stadt eine Gestaltungssatzung erließe, „die Auswüchse gar nicht zulässt“. Weniger Vielfalt will die BI sehen, mehr Einheitlichkeit, etwa bei den Bodenbelägen. Freiburg halten die Stadtbewahrer für ein gutes Beispiel, auch Regensburg oder Passau. Peter Schlagbauer fasste das vermeintliche Malheur zusammen: „Es ist unsere Anklage an die Stadt, dass sie alles so widerspruchslos hinnimmt. Es fehlt offensichtlich am politischen Willen.

Ein Maß, ein Vorbild

Das junge Leute eine andere Vorstellung vom Leben in der Stadt haben als die Älteren von der BI, räumt Schlagbauer ein. Denen fehle aber „ein Maß, ein Vorbild“. Alle seien doch froh „über das Schöne, das wir haben“. Würzburg müsse seinen Wiedererkennungswert erhalten.

Die Ausstellung wird am Dienstag, 20. Mai, um 19 Uhr im Treffpunkt Architektur in der Herrnstraße 3 in Würzburg eröffnet. Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 15 Uhr. Die Ausstellung ist bis einschließlich 20. Juni zu sehen.

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