Margetshöchheim

Bilanz der Feuerwehr: Diese Probleme gab es 2019

Insgesamt 160 Einsätze und fast 1200 Arbeitsstunden verzeichnet die Freiwillige Feuerwehr für das Jahr 2019 – Ausbildungs- und Übungsstunden ausgenommen. Damit blieb das Einsatzgeschehen im Vergleich zu 2018 beinahe unverändert. Erfreulich ist die Tatsache, dass 2019 acht Personen durch die Hilfe der Feuerwehr das Leben gerettet werden konnte, bilanziert der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Margetshöchheim, Peter Götz.

Auch gab es keine Toten bei Bränden oder Verkehrsunfällen zu beklagen. Fünf Personen sind bei Ersthelfereinsätzen in 2019 verstorben oder konnten nur noch tot von den Helfern geborgen werden.

Eine Zunahme gab es bei akuten Türöffnungen. Der Grund: Wohnungen werden immer sichere und damit auch für Einsatzkräfte schwerer zugänglich. Wenn sich eine hilflose Person in der Wohnung befindet, müssen die Einsatzkräfte vermehrt mit Spezialwerkzeug arbeiten.

Gefährdung für Einsatzkräfte

Immer häufiger kommt es vor, dass Verkehrsteilnehmer die Anweisungen der Feuerwehr an Einsatzstellen missachteten, stellt Götz fest. Einige Fälle habe man hier bereits zur Anzeige gebracht. Außerdem verweist der Kommandant auf die Fremdgefährdung von Einsatzkräften durch die Parksituation am Feuerwehrhaus. Parkplätze im hinteren Bereich des Feuerwehrmagazins würden teilweise als Pendlerparkplätze dauerhaft blockiert, deutet Götz an. "Hier sind teilweise schon erhebliche Gefährdungen aufgetreten", mahnt Götz. Auch eine fehlende, sichere Unterstellmöglichkeit für Fahrräder gefährde ein reibungsloses Einsatzgeschehen. "Hier müssen wir eine Lösung finden", sagt Götz.

Zu wenige Mitglieder

Weit mehr Sorgen bereiten dem Kommandanten jedoch die niedrige Anzahl an Mitgliedern. In 2019 bewältigten 58 aktive Mitglieder die Arbeit der Feuerwehr. "Nach dem Bedarfsplan bräuchten wir hier aber 82 Aktive", zeigt Götz auf. Ein weiteres Problem neben der mangelnden Mitgliederzahl im Dienst, ist weiterhin auch der Wegzug aktiver Einsatzkräfte aus der Gemeinde.

Aufgrund mangelnder Wohn- und Ausbildungsperspektiven verlagern viele Jugendliche ihren Lebensmittelpunkt in andere Städte. Der Lösungsvorschlag des Kommandanten lautet daher wie bereits in den Jahren zuvor: Bezahlbaren Wohnraum für ehrenamtlich Engagierte in der Gemeinde schaffen. Darüber hinaus könne die Gemeinde auch bezahlbare Bauplätze für ehrenamtlich engagierte Familien ausschreiben. Damit könne man dem Wegzug entgegenwirken und Anreize schaffen, fügt Götz hinzu.

Dennoch stuft der Kommandant die Rolle der Jugendfeuerwehr bei der Mitgliedergewinnung als wichtigsten Faktor ein. So waren alle vier Neuzugänge in 2019 zuvor Mitglieder der Jugendfeuerwehr gewesen. In Zukunft müsse die Gemeinde hier mehr Werben, empfiehlt Götz. Auch Quereinsteiger können dabei hilfreich sein mehr Mitglieder zu generieren.

Verantwortungsbewusste Arbeitgeber

Als Positiv hebt der Kommandant das Verantwortungsbewusstsein der Arbeitgeber in der Gemeinde hervor. "Viele Firmen stellen ihre Mitarbeiter für Einsätze und Ausbildungen frei, ohne dass dabei Kosten für die Gemeinde entstehen", lobt Götz. Dies sei nicht selbstverständlich. Trotzdem rufe er mehr Firmen dazu auf, ihr Mitarbeiter für den Dienst der Allgemeinheit freizustellen.

Die Herausforderungen der nächsten Jahre liegen neben dem Anwerben neuer Mitglieder auch im Bau des neuen Feuerwehrhauses. "Die bisherigen Räumlichkeiten sind für die nächsten Jahrzehnte nicht mehr zu gebrauchen. Wir brauchen ein neues Gebäude", ist sich Götz sicher.

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