Blutdurst und Exzesse

Lohr In den letzten Wochen des 2. Weltkrieges, als eigentlich auch den überzeugtesten Nazi klar sein musste, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, zeigte der Nationalsozialismus noch einmal ungeschminkt sein brutales Gesicht. Mit dem Wüten der Standgerichte befasste sich ein Vortrag von Dr. Monika Schmittner aus Goldbach, zu dem am Donnerstag Spessartmuseum und Volkshochschule eingeladen hatten.
Eine Gedenktafel auf dem Marktheidenfelder       -  Eine Gedenktafel auf dem Marktheidenfelder Altstadtfriedhof erinnert an
Männer, die in den letzten Kriegstagen an Ostern 1945 einen
gewaltsamen Tod fanden.
Foto: FOTO JULIA MEND | Eine Gedenktafel auf dem Marktheidenfelder Altstadtfriedhof erinnert an Männer, die in den letzten Kriegstagen an Ostern 1945 einen gewaltsamen Tod fanden.

Die Historikerin hat sich durch Veröffentlichungen zu verschiedenen Aspekten der Regionalgeschichte einen Namen gemacht. Die "Torschluss-Massaker" stellten eine eigenständige Phase in der Geschichte des Nationalsozialismus dar, sagte sie und sprach von einer Atmosphäre von Lynchjustiz in einer Chaosgesellschaft, für die Wehrmacht und Gestapo verantwortlich waren. Schmittner sprach von "pathologischem Blutdurst und mörderischen Exzessen", die sich gegen das eigene Volk richteten.

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