WÜRZBURG

Bombendrohung: Jobcenter geräumt

Zwangspause: Wegen einer Bombendrohung blieb das Jobcenter am Dienstag Vormittag geschlossen.
Foto: Theresa Müller | Zwangspause: Wegen einer Bombendrohung blieb das Jobcenter am Dienstag Vormittag geschlossen.

Eine Bombendrohung hat am Dienstagvormittag das Jobcenter in der Würzburger Bahnhofstraße in Atem gehalten. Rund 60 Mitarbeiter mussten das fünfstöckige Haus verlassen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Es ist 9.25 Uhr, als sich telefonisch ein Mann bei einer Mitarbeiterin meldet: „Ihr habt mir mein Leben zerstört. In der Bahnhofstraße ist eine Bombe platziert, die hochgehen wird.“ Die Angestellte verständigt sofort ihren Chef. Winfried Schreyer, Leiter des Jobcenters, lässt sich den Wortlaut der Drohung wiedergeben. Dann ruft er die Polizei. Diese ist zehn Minuten später mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. Nicht die Polizei, sondern der Einrichtungsleiter veranlasst die Räumung des Gebäudes. Sicher ist sicher. Zuvor hat Schreyer per e-Mail alle Mitarbeiter im Haus über die eingegangene Bombendrohung informiert.

Um 9.40 Uhr verlassen die Mitarbeiter „ruhig und besonnen“ (Schreyer) das Gebäude und sammeln sich – wie für den Notfall vorgesehen – auf dem gegenüberliegenden WVV-Parkplatz. Die einzelnen Stockwerksbeauftragten passen auf, dass auch alle aus dem Haus kommen. Es wird von der Polizei großräumig abgeriegelt. Nach einigen Minuten in der Kälte dürfen sich die Mitarbeiter in die Stadt verteilen. Das Jobcenter bleibt an diesem Vormittag geschlossen.

Um 9.55 Uhr wiederholt ein Anrufer die Bombendrohung direkt bei der Polizei. Der Anruf, so heißt es, kommt offenbar aus einer Telefonzelle in der Zellerau. Währenddessen durchsucht ein Hundeführer mit einem Spürhund das komplette Jobcenter-Gebäude samt Tiefgarage. Sprengstoff finden sie nicht. Um 11.40 Uhr wird der Einsatz für beendet erklärt, nach der Mittagspause nehmen die Angestellten ab 14 Uhr wieder den Publikumsverkehr auf.

Die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt versucht nun in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter dem Täter auf die Spur zu kommen. Die Ermittlungen laufen wegen der „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“. Jobcenter-Chef Schreyer geht davon aus, dass es sich um einen Kunden in verzweifelter Lage handelt. „Wir haben die Drohung sehr ernst genommen“, sagte er gegenüber unserer Zeitung.

Seit 2005 gibt es das Jobcenter in der Würzburger Bahnhofstraße als gemeinsame Einrichtung der Stadt Würzburg und der Agentur für Arbeit. Es ist das fünftgrößte Jobcenter in Bayern. In diesen acht Jahren gab es bis dato eine Bombendrohung, die sich ebenfalls als harmlos herausstellte. Vor einem halben Jahr wurden mit Wurfgeschossen drei Scheiben im Jobcenter zerstört. Davor gab es einmal aggressive Graffiti-Schmierereien.

Auch Sprecher Gunther Kunze ist klar, dass oftmals die Enttäuschung über eine persönliche Notlage auf das Jobcenter und seine Mitarbeiter projiziert wird. Da fallen in Gespräch auch mal Gehässigkeiten oder Drohungen. Schreyer: „Es sind meistens Leute, die sich mit dem Gesetz nicht abfinden können und sich ungerecht behandelt fühlen. Sie drücken das dann vor Ort aus.“

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Würzburg und erhalten Sie dreimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Bombendrohungen
Jobcenter
Kriminalpolizei
Stadt Würzburg
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (8)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!