Bergtheim

Brandschutzerziehung der Grundschulkinder ist unterbrochen

Die Vorschulkinder der beiden Bergtheimer Kindergärten mit ihren Urkunden nach der Brandschutzerziehung. Der Feuerwehrdrache Grisu war als Maskottchen mit dabei.
Foto: Bruno Kiesel | Die Vorschulkinder der beiden Bergtheimer Kindergärten mit ihren Urkunden nach der Brandschutzerziehung. Der Feuerwehrdrache Grisu war als Maskottchen mit dabei.

Die Brandschutzerziehung bei Kindern und Senioren ist dem ehemaligen Kreisbrandinspektor Bruno Kiesel ein Herzensanliegen. Seit vielen Jahren führt er beispielsweise in der Bergtheimer Grundschule und im Kindergarten "Die kleinen Strolche" theoretische und praktische Stunden durch, heißt es in einer Pressemitteilung. Er will die Kinder vor den Gefahren des Feuers warnen und mit ihnen üben, wie sie im Brandfall richtig reagieren sollen.

Diesmal kam erstmalig der neue gemeindliche Kindergarten "Vogelnest" dazu. Aufgrund der Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen konnte lediglich die Brandschutzerziehung bei den Vorschulkindern der beiden Kindergärten abgeschlossen werden. Für die betroffenen 47 Grundschulkinder ist es wegen der Einstellung des Unterrichts seit 16. März noch fraglich, ob ihre Schulung zur Brandschutzerziehung durchgeführt und abgeschlossen werden kann.

Die Vorschulkinder lernten und übten zwischen dem 30. Januar und dem Abschlusstag mit Übergabe der Urkunden am 6. März. Für ihre Brandschutzausbildung engagierten sich neben Bruno Kiesel auch die Bergtheimer Feuerwehrfrau Kerstin Stark sowie die Feuerwehrmänner Holger Kiesel, Rudi Faatz, Werner Gerber, Johannes Östreicher und Leon Volk.

Unterstützt wurde die Brandschutzerziehung vom Kindergartenteam mit Leiterin Birgit Müller sowie Theresia Schiffmaier und Andrea Arbeiter vom katholischen Kindergarten "Die kleinen Strolche" mit 21 teilnehmenden sowie von Alishia Westhermann vom Johanniter-Kindegarten "Vogelnest" mit sechs Vorschülern.

Streichhölzer aussortieren

Zum ersten Teil Ende Januar wurden die 27 Kinder mit einem großen Tanklöschfahrzeug und einem Löschgruppenfahrzeug an den Kindergärten abgeholt. Im Feuerwehrhaus erfuhren sie anhand einer Bildergeschichte, wie Höhlenmenschen einst das Feuer entdeckten und wie gefährlich es sein kann. Die Erkenntnisse: "Gutes Feuer" spendet Licht und Wärme. "Böses Feuer" kann das Zuhause von Tieren und Menschen vernichten. Im Feuer kann man auch sterben.

Unter Aufsicht durften die Vorschulkinder, die es sich zutrauten, eine Kerze mit dem Streichholz anbrennen. Vorher sortierten die Kinder aus vorbereiteten Streicherholzschachteln brauchbare und unbrauchbare Streichhölzer heraus. Angebrochene oder zu kurze Streichhölzer sowie abgebrannte Zündhölzer gehören nicht in eine Streichholzschachtel.

Zur Sicherheit wurden eine nicht brennbare Unterlage und Wasser zum Ablöschen der noch heißen Streichholzglut vorbereitet. Feuerwehrmann Kiesel zeigte zudem anhand eines Hanfzopfes, wie schnell Menschenhaar brennt. Das gelte vor allem bei Mädchen mit langem Haar, wenn sie einer Kerzenflamme beim Ausblasen zu nahe kommen. Kinder dürfen eine Kerze mit Streichholz nur dann anzünden, wenn Erwachsene dabei sind.

Das Rauchhaus

Holger Kiesel verdeutlichte den Kindern mit einem Rauchhaus, wie sich Feuer ausbreitet. Es gibt Verhaltensregeln, wenn man Rauch und Feuer entdeckt. "Ihr müsst Türen schließen um das Feuer einzusperren! Ihr dürft nicht in den Flur durch den giftigen schwarzen Rauch laufen, sondern müsst in einem rauchfreien Zimmer bleiben! Öffnet die Fenster und ruft um Hilfe! Wenn ihr gefahrlos ein Telefon erreicht, ruft im Notfall mit der Nummer 112 die Feuerwehr! Wartet auf die Feuerwehr!

Das richtige Verhalten konnten die Kinder mit einem Übungstelefon und mit der Vorlage eines Schadensbildes trainieren. Leider konnten nur wenige Kinder dem Feuerwehrmann am anderen Ende des Telefons sagen, in welcher Straße mit Hausnummer ihr Zuhause ist. Das sollten Eltern ihren Kindern frühzeitig lernen. Zum Abschluss der ersten Einheit gab Bruno Kiesel den Kindern ein Arbeitsheft mit nach Hause. Das sollten sie mit Unterstützung der Eltern ausmalen und besprechen.

Im Feuerwehrhaus

Beim zweiten Teil der Brandschutzerziehung konnten die Vorschulkinder die Feuerwehrautos kennen lernen und besichtigten die Werkstatt und den Schulungsraum im Feuerwehrhaus. Außerdem führte Holger Kiesel vor, wie ein Feuerwehrmann seine Schutzkleidung anzieht und ein Atemschutzgerät benutzt. Im Brandfall brauchen Kinder vor solch ausgerüsteten Feuerwehrlern keine Angst zu haben. Sie sollen sich nicht vor ihnen verstecken sondern wissen, dass er sie sicher retten will.

Zum Abschluss der Brandschutzerziehung wurden den Kindern ihre Urkunden übereicht. Alle 27 Vorschulkinder haben bestanden. Darüber freute sich auch das Maskottchen, der Feuerdrache Grisu. Schließlich wurden die Vorschulkinder wieder mit den Feuerwehrfahrzeugen in ihre Kindergärten zurück gebracht.

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