Würzburg

Bürgerentscheid: Die meisten stimmten im Steinbachtal ab

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Wie der Bürgerentscheid ohne die erstmals gleich mit den Wahlbenachrichtigungen mitversandten Briefwahlunterlagen ausgegangen wäre, ist eine hypothetische Frage. Fest steht jedoch, dass der neue „Brief-Service“ die Wahlbeteiligung auf sensationelle 41,5 Prozent hievte.

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Das glaubt auch der Initiator der Neuerung, Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Ich bin überzeugt, dass die Abstimmungsbeteiligung wegen der unmittelbaren Möglichkeit zur Briefwahl so hoch ausgefallen ist.“ Nur noch 2,6 Prozent der 103 599 Wahlberechtigten stimmten am Sonntag an der Urne ab.

13 Stimmbezirke

Das Ratsbegehren, also die Variante mit der Tiefgarage, fand nur in zwei der 13 Stimmbezirken eine Mehrheit: 50,8 Prozent der Wähler aus Lengfeld und 50,5 Prozent aus Versbach wollten unteririsch parken, der große Rest votierte mehrheitlich für das Bürgerbegehren mit einem Park auf dem Faulhaberplatz.

Die größte Zustimmung fand diese Lösung in der Lindleinsmühle (66,5 Prozent), der Sanderau (64,6) und in Grombühl (63,6). Aber auch in der von der Platz-Neugestaltung am meisten betroffenen Altstadt erzielte das Bürgerbegehren „Grüner Platz am Theater“ mit 62 Prozent eine deutliche Mehrheit. In der Altstadt – mit 16 189 wahlberechtigten Bürgern der größte Stimmbezirk – stimmten auch die meisten Bürger ab, nämlich 7054.

Top-Quoten bei mehr Nähe zur Innenstadt

Mit 58,4 Prozent fand das Bürgerbegehren nahezu überall ein große Zustimmung. Es lässt sich jedoch ein Trend ausmachen: Die über 60-Prozent-Quoten wurden vor allem in den relativ innenstadtnahen Bezirken wie Sanderau, Frauenland, Grombühl oder der Zellerau erzielt – mit Ausnahme vom Frauenland allesamt mit Straßenbahn-Anbindung.

Diese ÖPNV-Anbindung kann aber nicht unbedingt als Grund gegen ein Tiefgaragen-Votum gelten, denn auch Heidingsfeld, Rottenbauer und der Heuchelhof stimmten nur relativ knapp über der 50-Prozent-Grenze für die grüne Park-Lösung, sind allerdings von der Innenstadt auch weit weg. Besonders knapp war's für das Bürgerbegehren im Dürrbachtal (50,1 Prozent).

Ein „Ausreißer“ ist die Lindleinsmühle: Obwohl ebenfalls verhältnismäßig weit von der Innenstadt entfernt und ohne Straba-Anschluss, erzielte hier der grüne Park sein Top-Ergebnis. Allerdings stimmten im zweitkleinsten Bezirk (3673 Stimmberechtigte) mit 1221 die wenigsten Bürger ab. Und die Wahlbeteiligung ist mit 33,2 Prozent die zweitschlechteste.

Schlusslicht Heuchelhof

Absoluter Sieger bei der Wahlbeteiligung (insgesamt 41,5 Prozent) wurde – gemessen an der Zahl der Stimmberechtigten – einer der kleinsten und landschaftlich grünsten Stadtteile: das Steinbachtal. Hier machten über 51,6 Prozent der 3757 Wahlberechtigten ihr Kreuzchen, über 56 Prozent für einen Park am Theater.

Relativ groß das Interesse am Bürgerentscheid auch im Frauenland (47,4 Prozent), in Versbach (46,9), im Dürrbachtal (46,11) und in Rottenbauer (45,8) – gefolgt von der Altstadt (43,6).

Am Heuchelhof – mit 7335 Stimmberechtigten einer der größeren Stadtteile –, scheint die Platzfrage am Theater dagegen nicht sonderlich relevant: Nur 28,6 Prozent Wahlbeteiligte bedeuten Minus-Rekord.

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