Würzburg

Bund Naturschutz: Würzburg soll Schwammstadt werden

„Der Schutz unserer Wälder in der Trockenregion Mainfranken und der anhaltende Flächenverbrauch bestimmten unsere Arbeit“, berichtet Vorsitzender Armin Amrehn in der Umweltbilanz des Bund Naturschutz Würzburg (BN).  „Wichtige Themen waren auch der Schutz der Artenvielfalt sowie die zunehmende Klimakrise und unsere Umweltbildung“, beschreibt Steffen Jodl, Geschäftsführer der 6700 Mitglieder in 29 Ortsgruppen zählenden Kreisgruppe, weitere zentrale Themen.

Der BN fordert seit Jahren, Wälder großflächig aus der Nutzung zu nehmen. Er begrüßt daher die Ausweisung von 510 Hektar Naturwald im Irtenberger Wald, wünscht sich aber auch großflächige Naturwälder im Gramschatzer Wald sowie im Guttenberger Forst. Kritisch sieht er den massiven Holzeinschlag in diesen Wäldern. Damit werde der Austrocknung der Böden Vorschub geleistet.

Bäume vertrocknen schneller als nachgepflanzt werden könne

Die geplante Ausweisung von weiteren 12,5 Hektar Wohngebiet bei Würzburg-Lengfeld auf besten landwirtschaftlichen Böden und das knapp 1,7 Hektar große Baugebiet „Lehmgrube“ bei Goßmannsdorf auf ökologisch wertvollen, geschützten Flächen sind für den BN Beispiele für eine verfehlte Politik des ungezügelten Flächenverbrauchs.

In der Stadt Würzburg habe sich von 2015 bis 2020 die Temperatur um durchschnittlich rund 1,4 Grad Celsius erhöht. Seit 2015 fehlten insgesamt rund 570 Millimeter Niederschlag, nahezu die Menge eines Jahres (rund 600 Millimeter). Konsequenz: Statt dass die Zahl der Bäumen in der Innenstadt zunimmt, gehe sie zurück. Bäume vertrockneten schneller, als nachgepflanzt werden konnte, so der BN. Würzburg müsse Niederschlag auf der Fläche zurückhalten und diesen gezielt Grünflächen und Bäumen zuführen. "Ein Umbau zur ,Schwammstadt' ist daher dringend nötig."

Beschwerde bei EU soll Hamsterschutz verbessern

Der Feldhamster habe bayernweit sein letztes Rückzugsgebiet in der Region zwischen Würzburg, Schweinfurt und Kitzingen. Die Bestände hätten sich zwischen 2017 und 2019 aber laut bayerischem Landesamt für Umwelt mehr als halbiert. Der BN hat daher 2020 Beschwerde bei der EU eingereicht. Man will erreichen, dass der Freistaat Bayern ein wirksames Schutzsystem für Feldhamster etabliert.

Der BN setzte sich auch gegen Spritzmittel gegen den Schwammspinner in den Laubwäldern um Würzburg ein. Dass sich die Natur selbst helfen kann, zeige der Wald bei Hettstadt. Dort konnte das geplante Spritzen nicht erfolgen. Dennoch kam es nicht zu der vom Forst prognostizierten Massenvermehrung des Schwammspinners.

Leider würden immer wieder Dämme von Bibern eingerissen. Sie sorgten für einen Wasserrückhalt in der Landschaft. In der niederschlagsarmen Region könnte so Wasser vor Ort versickern. Gleichzeitig würden Lebensräume für Arten geschaffen, die im und am Wasser leben.

Nur halb so viele Teilnehmer bei Umweltbildung

Trotz Einschränkungen durch Corona wurden Amphibienrettungen durchgeführt, Magerwiesen gemäht, Bäume gepflanzt und Baumscheiben in der Stadt mit Blumenzwiebeln aufgehübscht. Bei Kist beantragte der BN einen Amphibientunnel im Guttenberger Forst.

Das Umweltbildungsangebot des BN hatte 2020 coronabedingt nur etwa die Hälfte der Teilnehmerzahlen des Vorjahres. Nachgefragt waren vor allem die Naturführungen und das Kinder- und Familienprogramm. Das Naturerlebnis-Programm für Schulklassen und Kindergärten nahmen 28 Gruppen wahr. Am Sonderprogramm „Schmetterlinge" nahmen 320 Kinder aus 30 Vorschulgruppen teil.

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