Würzburg

Bundesverdienstkreuz für Professor Gerhard Bringmann von der Uni Würzburg

Prof. Dr. Gerhard Bringmann (l.) und Wissenschaftsminister Bernd Sibler
Foto: Photo Credit: JMU Würzburg/ Rudi Merkl | Prof. Dr. Gerhard Bringmann (l.) und Wissenschaftsminister Bernd Sibler

Wissenschaftsminister Bernd Sibler händigte am Donnertag in der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gerhard Bringmann aus.  Dies berichtete das bayerische Wissenschaftsminsiterium in einer Pressemitteilung. Anlass ist laut Pressemitteilung sein jahrzehntelanges Engagement in Forschung und Lehre und der akademischen Selbstverwaltung der Universität Würzburg sowie sein Einsatz für die Weiterentwicklung des Bildungssystems und vor allem für den Wiederaufbau des Hochschulwesens in der Demokratischen Republik Kongo.

Staatsminister Sibler würdigte Bringmanns großes akademisches Engagement und dankte dem Ordensträger: "Professor Bringmann hat sich nicht nur in Würzburg, sondern auch in Afrika Meriten im Dienste der Wissenschaft erworben. Über Jahrzehnte arbeitete er eng mit wissenschaftlichen Partnern aus mehreren afrikanischen Ländern zusammen. Insbesondere in der Demokratischen Republik Kongo setze er sich tatkräftig dafür ein, Wissenschaft und Forschung, Erziehung und Berufsbildung ebenso zu fördern wie internationale Gesinnung, Toleranz, Völkerverständigung und Entwicklungszusammenarbeit. Ich freue mich daher sehr, Professor Bringmann das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aushändigen zu dürfen, das ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Auszeichnung für seine besonderen Verdienste verliehen hat."

Von 1987 bis 2017 war Professor Bringmann Lehrstuhlinhaber an der Fakultät für Chemie und Pharmazie, seither ist er als Seniorprofessor tätig. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt im Bereich der Naturstoffchemie, insbesondere forscht er zu Naturwirkstoffen aus tropischen Pflanzen. Dazu arbeitete er über Jahrzehnte mit wissenschaftlichen Partnern aus mehreren afrikanischen Ländern zusammen und suchte nach neuen wissenschaftlichen Leitstrukturen im Kampf gegen vernachlässigte tropische Infektionskrankheiten. Über 700 Publikationen und Patente dokumentieren seine herausragende wissenschaftliche Arbeit.

2003 gründete Professor Bringmann an der Universität Würzburg den Sonderforschungsbereich "Erkennung, Gewinnung und funktionale Analyse von Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten" und war dessen Sprecher für die gesamte Laufzeit von zwölf Jahren. Im selben Jahr konnte ein Partnerschaftsvertrag zwischen der Universität Würzburg und der Universität Kinshasa unterschrieben werden, der nicht nur zur Gründung des heutigen Forum Afrikazentrum mit Mitgliedern aus allen Fakultäten der Universität Würzburg führte, sondern es auch ermöglichte, ein weltweit einzigartiges Exzellenz-Stipendiensystem mit dem Namen "Bourse d’Excellence Bringmann aux Universités Congolaises (BEBUC)" in der Demokratischen Republik Kongo aufzubauen. BEBUC dient der Unterstützung des akademischen Austauschs und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und soll zum Wiederaufbau eines funktionierenden Universitätswesens in der Demokratischen Republik Kongo beitragen. Um dies zu ermöglichen, hat Professor Bringmann 2009 den "Förderverein Uni Kinshasa e. V. (fUNIKIN) gegründet. Finanziert wird das BEBUC-Stipendienprogramm von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, mit der der Förderverein fUNIKIN seit 2010 zusammenarbeitet. Derzeit fördert BEBUC fast 200 herausragende junge Menschen an 25 verschiedenen Institutionen des Landes.

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