Würzburg

Caritas macht auf Armut in Würzburg aufmerksam

Im Caritasladen bekommen die Ehrenamtlichen hautnah mit, was es heißt, arm zu sein.
Foto: Claudia Jaspers | Im Caritasladen bekommen die Ehrenamtlichen hautnah mit, was es heißt, arm zu sein.

Im Caritasladen in der Koellikerstr. 5, einem Secondhand-Laden für finanziell benachteiligte Menschen, bekommen die Ehrenamtlichen hautnah mit, was es heißt, arm zu sein. Sie erfahren viele persönliche Geschichten von Menschen in Würzburg, bei denen das Geld im Alltag immer knapp ist.

Anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung der Armut am 17. Oktober macht der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Würzburg deswegen in einer Pressemitteilung auf die Armut in Würzburg aufmerksam und bittet um finanzielle Unterstützung des Caritasladens. Er ist auf Spenden angewiesen. Mindestens 15 000 Euro muss der Caritasverband jährlich aufbringen, um die laufenden Kosten des Ladens zu decken (Spendenkonto bei der Liga Bank, Iban: DE29 7509 0300 0203 0011 05, Verwendungszweck: Spende Patenschaft CL).

Für die Armut nennt die Caritas Beispiele. Etwa eine alleinerziehende Mutter, die regelmäßig in den Caritasladen kommt. Ihr Teilzeitgehalt als Angestellte im Gesundheitswesen reiche einfach nicht aus, der Vater zahle keinen Unterhalt und der siebenjährige Sohn wachse ständig aus der Kleidung heraus. „Ich erzähle meinem Sohn immer, dass ich ganz normal einkaufen war. Er weiß nicht, dass es gebrauchte Kleidung aus dem Caritasladen ist. Ich möchte, dass er denkt, alles ist normal, wie bei den anderen Kindern eben auch. Deshalb nehme ich ihn auch nicht mit hierher“, wird sie zitiert.

Laut EU-Konvention gelten Menschen, die weniger als 60 Prozennt des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, als arm oder armutsgefährdet. Nach dieser Definition sind laut Paritätischem Wohlfahrtbericht von 2019 15,5 Prozent der Menschen in Deutschland arm, schreibt die Caritas. Wie beim Beispiel der alleinerziehenden Mutter werde Armut oft versteckt, da sie mit gesellschaftlichen Vorurteilen und Schuldzuweisungen verbunden ist.

Scham und das Gefühl, nicht mithalten zu können, prägten das Leben der Betroffenen, obwohl oft strukturelle Gründe – kleingerechnete Hartz-IV-Regelsätze, Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt, niedrige Löhne, mangelnde Kinder-Betreuungsangebote und anderes – ausschlaggebend seien. „Der Caritasladen kann die strukturellen Gründe von Armut nicht beseitigen. Wir können hier nur ganz konkret Hilfe leisten, wenn am Monatsende kein Geld mehr für Kleidung übrig ist“, wird Michael Zeh vom Caritasladen zitiert.

Im Laden sammelt und sortiert der Caritasverband Würzburg gute, tragfähige Kleidung und gibt sie an finanziell benachteiligte Menschen weiter. Angenommen werden Kleiderspenden mittwochs von 15 bis 18 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr. Geöffnet ist der Laden für Kunden mit Berechtigungsschein: dienstags und donnerstags jeweils von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr. Infos und Kontakt: www.caritas-wuerzburg.org, caritasladen@caritas-wuezburg.org

Im Caritasladen bekommen die Ehrenamtlichen hautnah mit, was es heißt, arm zu sein.
Foto: Claudia Jaspers | Im Caritasladen bekommen die Ehrenamtlichen hautnah mit, was es heißt, arm zu sein.
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