UNTERFRANKEN

Corona: Die Lage in Unterfranken am Mittwoch

51 946 (+98) bestätigte Corona-Fälle gibt es in Bayern seit Beginn der Krise, 2627 (+0) Menschen sind am Coronavirus gestorben (Stand Dienstag). Für Unterfranken meldet das Robert-Koch-Institut 3764 (+4) Infizierte und 191 Todesopfer. Wo es bestätigte Fälle gibt und was Sie wissen müssen.
Besonders in den vergangenen Wochen fällt auf: Beliebte Freizeitorte in Würzburg und der Umgebung vermüllen zunehmend. Statt zu Hause zu feiern, zieht es Menschen wegen der Coronakrise vermehrt ins Freie, um sich dort zu treffen. Nicht immer wird dann der Müll mitgenommen.
Besonders in den vergangenen Wochen fällt auf: Beliebte Freizeitorte in Würzburg und der Umgebung vermüllen zunehmend. Statt zu Hause zu feiern, zieht es Menschen wegen der Coronakrise vermehrt ins Freie, um sich dort zu treffen. Nicht immer wird dann der Müll mitgenommen. Foto: Silvia Gralla

Paukenschlag am Dienstag in Moskau: Im globalen Wettlauf um einen Corona-Impfstoff meldet Russland die weltweit erste staatliche Zulassung. Präsident Wladimir Putin sagte bei der Bekanntgabe, dass sich eine seiner beiden Töchter damit habe impfen lassen. Doch die Ankündigung wirft viele Fragen auf. Auch Würzburger Experten sind extrem skeptisch. "Ich würde mich mit diesem Impfstoff nicht impfen lassen", so Professor Lars Dölken, Leiter des Lehrstuhls für Virologie an der Uni Würzburg, die Nachricht aus Moskau. Der Impfstoff sei an viel zu wenigen Personen getestet worden.

Frankens Winzer weniger von Corona betroffen

Während in anderen Weinregionen die Sorgen groß sind, scheinen die fränkischen Winzer halbwegs mit einem blauen Auge durch die Corona-Krise zu kommen. Der Grund: Sie sind mit einem Anteil von nur zwei bis drei Prozent kaum vom Export abhängig.  "Das Geschäft, das wir über Vinotheken, Weinfeste und Gastronomie eingebüßt haben, können wir über den Einzelhandel und Online-Geschäfte nahezu ausgleichen", sagt Cornelius Lauter, Geschäftsführer der Gebiets-Winzergenossenschaft Franken (GWF). Man sei "unter Plan, aber über dem Absatz des Vorjahres". 

Erst am Montag hatte die Staatsregierung die Einrichtung von 100 Corona-Testzentren im Freistaat angekündigt. Umgehend hat sich Gerolzhofen als Standort für den südlichen Landkreis Schweinfurt beworben. Ein zweites Zentrum entsteht in der Stadt Schweinfurt.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war erneut deutlich geworden: "Corona wird jeden Tag gefährlicher", warnte der CSU-Politiker nach einer Videoschalte des bayerischen Kabinetts. Das Virus sei in ganz Europa auf dem Vormarsch, zugleich würden Leichtsinn und Unvernunft zunehmen. Die wichtigsten Neuigkeiten der Pressekonferenz im Überblick: 

  • Die Staatsregierung hat beschlossen, in jedem bayerischen Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt ein Corona-Testzentrum einzurichten.
  • Söder forderte, dass sich Reiserückkehrer in Zukunft zweimal testen lassen müssen – einmal an der Grenze beziehungsweise am Flughafen und ein zweites Mal fünf bis sechs Tage später.
  • Die Testkapazitäten in Bayern sollen weiter ausgebaut werden – von derzeit 55 000 auf über 200 000 pro Tag.
  • Über eine Maskenpflicht im Schulunterricht will die Staatsregierung am Ende der Sommerferien entscheiden.
  • Großveranstaltungen – insbesondere Konzerten – erteilte Söder eine klare Absage und spricht von einer "katastrophalen Signalwirkung". Lesen Sie hier mehr

Alle Details der Pressekonferenz:

Diskussion um Geisterspiele

Dürfen Fans zum Bundesliga-Start im September ihren Mannschaften wieder vor Ort zujubeln? Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder kann sich das derzeit nicht vorstellen. Volle Stadien seien angesichts steigender Infektionszahlen das falsche Signal, betonte der 53-Jährige. Anders sieht das sein Parteifreund Michael Kretschmer, der der Deutschen Fußball Liga zumindest eine Chance geben möchte. Lesen Sie hier, wie es im Herbst weitergehen könnte.

Region profitiert von neuer Liebe zum Radtourismus

Corona verändert das Urlaubsverhalten: Viel mehr Menschen als sonst bleiben im Lande, machen hier Urlaub und fahren dabei besonders gern Rad.  "Die Tendenz zum Radurlaub ist steigend", sagt Laura Ganswindt, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Hier erfahren Sie, welche Regionen in Unterfranken besonders beliebt sind. 

Zahlen in Unterfranken: Die höchste Inzidenz im Landkreis Würzburg

Unsere Quelle für die Zahlen bleibt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Die Gesamtzahl der Infektionen finden Sie täglich aktualisiert hier:

Die meisten Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tages-Inzidenz) gibt es in Unterfranken (Stand: Dienstag) im Landkreis Würzburg (7,4) und Landkreis Miltenberg (5,4). Es folgen die Landkreise Aschaffenburg mit 4,0, Rhön-Grabfeld mit 3,8, die Stadt Schweinfurt mit 3,7 und der Landkreis Main-Spessart mit 3,2. 

Die Sieben-Tages-Inzidenz für die Stadt Würzburg beträgt 3,1, für die Stadt Aschaffenburg 2,8, den Landkreis Schweinfurt 2,6.  Es folgen  der Kreis Haßberge mit 2,4 und der Landkreis Bad Kissingen mit 1,9. Für den Kreis Kitzingen gibt das RKI einen Wert von 0 an. Dort hat es in den letzten sieben Tage keine Neuinfektionen gegeben. Im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 3,8.

Den kritischen Inzidenzwert hat die Staatsregierung für Bayern mit 35 (Bund: 50) festgelegt, dann müssten die Behörden vor Ort gezielte Maßnahmen zur Eindämmung ergreifen.

In Unterfranken haben sich seit Beginn der Corona-Krise laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag 3764 Menschen (+4)  mit dem Virus infiziert.

Die meisten Infizierten in der Region gibt es mit 594 (+0) im Landkreis Aschaffenburg vor dem Landkreis Schweinfurt mit 544 (+0) und der Stadt Würzburg mit 501 (+1).

Es folgen die Landkreise Würzburg mit 444 (+0) und Miltenberg mit 339 (+2). Im Landkreis Bad Kissingen sind 265 (-1) Fälle bestätigt, im Landkreis Rhön-Grabfeld 204 (+2), im Landkreis Kitzingen 198 (+0), in der Stadt Schweinfurt 196 (+0), im Landkreis Haßberge 179 (+0), im Landkreis Main-Spessart 165 (+0) und in der Stadt Aschaffenburg 135 (+0).

Im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg liegt die Zahl der gemeldeten Infektionen bei 472 (-1). Insgesamt 11 Menschen sind dort an den Folgen des Coronavirus gestorben.  

Bayernweit insgesamt 51 946 Infizierte und 2627 Tote

Insgesamt 191 (+0) Menschen sind laut RKI in Unterfranken bislang an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben: 52 in der Stadt und 7 im Landkreis Würzburg, 18 in der Stadt und 25 im Landkreis Schweinfurt, 1 in der Stadt und 42 im Landkreis Aschaffenburg, 18 im Landkreis Bad Kissingen, 8 im Landkreis Rhön-Grabfeld, 6 im Landkreis Haßberge, 6 im Landkreis Main-Spessart, 5 im Landkreis Miltenberg und 3 im Landkreis Kitzingen.

Bayernweit zählte das RKI am Dienstag  51 946 (+98) Infizierte, darunter etwa 48 000 Genesene und 2627 Tote (+1).

Die Zahlen des RKI unterscheiden sich aufgrund unterschiedlicher Meldezeiten von denen der Regierung von Unterfranken. Um Verwirrungen vorzubeugen, richtet sich diese Redaktion nach den Zahlen des RKI. Hinweis: An den Wochenenden werden Neuinfektionszahlen meist mit Verzögerung gemeldet!

Die Karte mit den bestätigten Coronafällen in Unterfranken und im Main-Tauber-Kreis wird laufend aktualisiert:

Aus ganz Deutschland wurden 217 293 (+966) Corona-Fälle an das RKI gemeldet sowie 9201 (+4) Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen (Stand: Montag). Mittlerweile gelten rund 195 000 Menschen als genesen.

Mit Mundschutz, ohne Abstand

Noch genießen die Familien ihre Sommerferien, doch der Schulstart nähert sich: Statt getrennter Klassen und einem Wechsel von Präsenz- und Digitalunterricht sollen alle Schüler im September wieder in die Klassenzimmer zurückkehren. Ein aktuelles Schreiben des Kultusministeriums enthält einige Hinweise, was Schüler und Lehrer erwartet. Alle Details finden Sie hier.

Hellwach sein, egal ob früh oder spät: Auf dem Höhepunkt der Coronakrise standen die Intensivstationen besonders im Fokus. Reichen die Betten? Gibt es genug Personal? Doch auch ohne Pandemie stehen die Intensiv-Ärzte und -Pfleger unter enormem Druck. Ein Blick hinter die Kulissen.

Aktuelle Empfehlungen: Symptome des Coronavirus sind Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen, vorübergehender, kompletter Verlust des Geschmacks- und Geruchssinnes oder Durchfall. Wer davon ausgeht, sich angesteckt zu haben, sollte sich – telefonisch! – an seinen Hausarzt oder den kassenärztlichen Notdienst unter der Telefonnummer 116 117 wenden. 

Bürgertelefone: 

  • Würzburg (0931/8003-5100): Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr, Freitag von 9 bis 12 Uhr
  • Schweinfurt (09721/55-745): Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr
  • Main-Spessart (09353/793-1490): Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr
  • Miltenberg (09371/501-700): Montag bis Donnerstag von 6 bis 16 Uhr, Freitag von 8 bis 13 Uhr
  • Main-Tauber-Kreis (09341/82-4010)
  • Die Bürgertelefone für die Landkreise Kitzingen, Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld wurden wegen mangelnder Nachfrage eingestellt.

Das müssen Sie zu Corona wissen:

Weitere Informationen:

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