Veitshöchheim

Corona: Musiker der Bundeswehr spielten für Senioren

Das Heeresmusikkorps hat in Coronazeiten keine großen Auftritte. Nun nutzten die Musiker die Gelegenheit und spielten im kleinen Kreis - und taten damit noch Gutes.
Ein Blechbläser-Sextett des Heeresmusikkorps Veitshöchheim musizierte für die Heimbewohner von St. Hedwig.
Ein Blechbläser-Sextett des Heeresmusikkorps Veitshöchheim musizierte für die Heimbewohner von St. Hedwig. Foto: Dieter Gürz

Über 140 Auftritte im Jahr hat das Heeresmusikkorps Veitshöchheim, und dies nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Fast jede Minute ist laut Oberstleutnant Roland Kahle verplant. Die Corona-Beschränkungen haben nun den Orchesterleiter mit seinen zehn Musikerinnen und 40 Musikern bereits seit Mitte März zur Untätigkeit verdammt. Seit mehr als zwei Monaten konnten sie sich schon nicht mehr zu gemeinsamen Proben zusammenfinden. Corona zum Opfer fiel so das Internationale Militärmusik-Festival in Besancon in Frankreich und auch die geplanten Auftritte in Paris, Sofia und in Großbritannien wurden abgesagt.

Kein Einsatz in der Pflege

Momentan bringt sich Personal der Bundeswehr im Rahmen der Aktion "Helfende Hände" in zahlreichen Senioren- und Pflegeheimen ein: Sie bestreichen Brote, bauen Betten auf, schieben Rollstühle oder spielen Spiele. Auch das Heeresmusikkorps, freigestellt von der Musiktätigkeit, erhielt den Auftrag für eine Rufbereitschaft zum Einsatz für Unterstützungstätigkeiten in Bundeswehrkrankenhäusern. Bislang wurden die Einsatzkräfte aus Veitshöchheim jedoch noch nicht angefordert, was laut Kahle darauf hindeutet, dass die Corona-Krise momentan in den Bundeswehrkrankenhäusern beherrschbar sei.  

Daher lag es nahe, so der Oberstleutnant, in kleinen Besetzungen zu musizieren. Und dies taten sie als erstes am Heimatstandort für die Senioren im Seniorenzentrum St Hedwig. Am Dienstagnachmittag spielte ein Blechbläser-Sextett im Pavillon für die Heimbewohner. Hauptfeldwebel Matthias Michael Müller moderierte ein einstündiges kurzweiliges und buntes Programm aus verschiedenen Genres.

Ein buntes musikalisches Programm

Die musikalische Reise führte nach dem militärischen Hoch-Heidecksburg-Marsch zur Eröffnung in die Barockzeit mit dem 1. Satz von Händels Wassermusik, dann ins spanische Sevilla zur "Carmen Ouvertüre" von Georges Bizet, nach Russland  zur Jazz Suite No. 1: I. Waltz von Dmitri Shostakovich, zum volkstümlichen Teil mit "Wien bleibt Wien"-Medley, "Der Zigeunerbaron", die "Holzhacker-Buam" bis hin zu Ernst Mosch. Ins Ohr gingen auch der Beatles-Song "Hey Jude" und ein "Abba-Medley" und als Zugabe servierten die Musiker das "Frankenlied" und den Ohrwurm "Always look on the bright side of life".

Den sechs Musikern war ihre Freude anzusehen, endlich wieder einmal gemeinsam ein Konzert spielen zu können. Der Dirigent hat sein Orchester in neun verschiedene Einzelbesetzungen für Blechbläser, Klarinetten, Flöten, Saxophon und Schlagzeug sowie eine Combo aufgeteilt, so dass alle sich musikalisch ein bisschen betätigen können. Nach dem Auftritt in St. Hedwig folgt als nächstes ein Ensemble-Konzert in einem Altenheim in Bamberg, um das der dortige Landrat gebeten hatte. Kahle hofft, dass er so das Orchester am Leben erhalten kann, denn bei weiterer Untätigkeit würden die Musiker sehr schnell ihre Kernkompetenzen verlieren.

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