Gerbrunn

Das Hallenbad ist Gerbrunns größter Sanierungsfall

Gehört mittlerweile zum alten Eisen: Das Gerbrunner Hallenbad bedarf nach fast 50 Jahren einer größeren Sanierung.
Gehört mittlerweile zum alten Eisen: Das Gerbrunner Hallenbad bedarf nach fast 50 Jahren einer größeren Sanierung. Foto: Jörg Rieger

In Gerbrunn gibt es in verschiedenen öffentlichen Gebäuden einen Sanierungsbedarf von rund vier Millionen Euro. Der mit Abstand größte Brocken ist dabei das Hallenbad in der Kopernikusstraße. Es ist 1974 fertiggestellt worden. "Bis auf kleinere Erneuerungen ist es im Prinzip immer noch in dem Zustand von damals", berichtete Architekt Georg Stirnweiß in der Gemeinderatssitzung am Montagabend.

Er schätzt die Kosten für die Generalüberholung des Bades auf mindestens 2,3 Millionen Euro. Dabei hat man sogar noch Glück, dass sich die Betonwanne des Schwimmbeckens offenbar in einem relativ guten Zustand befindet. Allein die Erneuerung der Badewassertechnik sei mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt, so Stirnweiß. Ein gewisser Zeitdruck sei vorhanden, weil es im Schwimmbad immer wieder Probleme mit Legionellen gebe. Derzeit ist es wegen Corona und Wartungsarbeiten geschlossen.

Gerbrunns Bürgermeister Stefan Wolfshörndl (SPD) betonte, dass es kaum noch Gemeinden gibt, die sich ein öffentliches Hallenbad leisteten. "Von unserem Bad profitieren nicht nur die örtlichen Schulen und Vereine, sondern der ganze Westen von Würzburg." Trotzdem machte er sich wenig Hoffnung auf inter-kommunale Unterstützung.

Rostige Heizungsrohre in der Schule

Im gleichen Gebäudetrakt wie die Schwimmhalle ist auch die Schulturnhalle untergebracht. Hier schätzt Stirnweiß den Sanierungsbedarf auf 660 000 Euro. Über 80 Prozent davon seien technisch bedingt. Hinzu kämen noch 560 000 Euro für Erneuerungen in der benachbarten Eichendorff-Schule, etwa von angerosteten Heizungsrohren.

Auch die Mehrzweckhalle ein paar hundert Meter weiter ist in die Jahre gekommen. Sie ist 1983 gebaut worden. Das daneben liegende Gebäude stammt sogar von 1961. Dort sind die Bürgerstuben St. Kilian, ein Hotel sowie Mietwohnungen untergebracht. Geschätzte Reparaturkosten: 420 000 Euro. "Es gibt immer wieder Probleme mit Rohrbrüchen", erläuterte Stirnweiß.

Ein akuter Sanierungsbedarf sei hier aber nicht aufgetaucht. Derzeit wird von einer übergeordneten Behörde die Feuerlöschleitung stillgelegt. Im nächsten Schritt will man für die Sanierungsprojekte – allen voran Hallenbad und Schulturnhalle – Fördermöglichkeiten ausloten, in erster Linie bei der Regierung von Unterfranken. Auch eine europaweite Ausschreibung muss geprüft werden. Erst dann können konkrete Fahrpläne aufgestellt werden.

Grundsätzliche Briefwahl abgelehnt

Bereits zum zweiten Mal befasste sich auf Antrag der Grünen-Fraktion ein Tagesordnungspunkt mit der Einführung von Briefwahl und eventuell weiterer Vereinfachungen der Beteiligung an Bürgerentscheiden. Für Beatrix Radke ist die Corona-Pandemie ein weiteres Argument dafür, jedem Bürger den Stimmzettel nach Hause zu senden. Der Antrag wurde diesmal ohne große Diskussionen gegen die sechs Stimmen der Grünen-Gemeinderäte abgelehnt. Womöglich kommt es in Gerbrunn schon bald zu einem Bürgerentscheid. Denn die Bürgerinitiative "Keine Erweiterung Industriegebiet IV am Kirschberg" hat nach eigenen Angaben die erforderlichen Stimmen für das Begehren beisammen.

Anschließend beriet der Gerbrunner Gemeinderat über mehrere Bauanträge, die CSU-Rätin Gabriela Gottwald lieber dem Bauausschuss überlassen hätte. Einige Anträge kamen von Eigentümern aus dem früheren Wochenend-Gebiet Roßsteige. Hier soll ein neuer Bebauungsplan mehr Spielraum bei Neubauten ermöglichen. Noch aber gelten die alten Regelungen. Daher konnte sich der Gemeinderat mehrheitlich auch nicht dazu durchringen, Zusagen für größere künftige Gesamtwohnflächen zu machen. Der neue Bebauungsplan soll im Frühjahr 2021 beschlossen werden.

Als neue Ansprechpartnerin für Behindertenfragen in der Gemeinde wurde Mechtild Schwierczek bestellt. Sie ist Vorstandsmitglied im Verein St. Josefs-Stift Eisingen.

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