Zell

Das Zeller Ärztehaus rückt in weite Ferne

Auf diesem Grundstück sollte ein Gesundheitszentrum entstehen. Ob es tatsächlich in näherer Zukunft kommt, ist höchstfraglich.
Foto: Archivfoto Jörg Rieger | Auf diesem Grundstück sollte ein Gesundheitszentrum entstehen. Ob es tatsächlich in näherer Zukunft kommt, ist höchstfraglich.

Das avisierte Zeller Ärztehaus ist zuletzt wieder in weite Ferne gerückt. Wie erst auf die Anfrage eines Bürgers im Zuge der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates am Dienstag bekannt geworden ist, haben sich die beiden noch verbliebenen Allgemeinärzte mit Schreiben vom 8. Januar aus dem Projekt verabschiedet. "Wir haben gehofft, sie noch umstimmen zu können", erklärte Bürgermeister Joachim Kipke (Zeller Mitte-Freie Wähler) am Mittwoch auf telefonische Nachfrage. Schließlich sei das Ganze schon weit fortgeschritten gewesen. Die genauen Beweggründe für den Ausstieg der Mediziner kenne er zwar nicht. Eine Rolle hätten aber die Kosten gespielt.

In den Monaten zuvor hatte die Bevölkerung praktisch nichts über den aktuellen Stand erfahren, weil darüber stets nicht-öffentlich getagt worden ist. "Wir haben hier auch dem Wunsch der Interessenten entsprochen", so Kipke.

Im Mitteilungsblatt wird über Stand der Dinge berichtet

Im Herbst hatte das Rathaus eine Kanzlei beauftragt, die die Organisation des Projektes übernahm. Nun ist es ins Stocken geraten. Im nächsten Zeller Mitteilungsblatt soll auf Betreiben von Fraktionen ausführlich über den Stand der Dinge berichtet werden. Als weitere Strategie und Antwort auf die Anfrage des Bürgers hat das Rathaus vier verschiedene Stoßrichtungen formuliert, darunter weitere Gespräche mit Investoren, aber auch dem Kommunalunternehmen.

"Wir müssen jetzt mehrgleisig fahren", konstatierte Kipke: "Zell verträgt aufgrund seiner Größe in jedem Fall einen, wenn nicht sogar zwei Hausärzte. Es ist aber in der heutigen Zeit nicht so leicht, einen solchen zu finden." Seit Ende 2018 gibt es in der 4400-Einwohner-Gemeinde keinen Allgemeinmediziner mehr. Für Silvia Schlagmüller (CSU/Freie Zeller Bürger) war das Problem die zu lange Zeitschiene, wie sie auf Nachfrage zu bedenken gab.

Antrag zur Zukunft der Zeller Bücherei

Ein Antrag der vormaligen Bürgermeisterin Anita Feuerbach (CSU/FZB) beschäftigte sich mit der Zukunft der Zeller Bücherei, die von der katholischen Kirchengemeinde betrieben wird. Feuerbachs Wunsch ist es, dass der vom Markt Zell erworbene Kapitelsaal des ehemaligen Klosters Unterzell für eine öffentlich zugängliche Bibliothek genutzt wird. Auch kulturelle Veranstaltungen könnten darin stattfinden. "Die Nutzung muss erst feststehen, bevor wir an die Innenausstattung gehen. Das fängt schon beim Licht an", sagte Kipke am Telefon. Der Rat hat sich am Dienstag offenbar darauf verständigt, sich im nächsten Schritt im Gremium mit den Verantwortlichen der katholischen Bücherei auszutauschen.

Ein Thema waren auch potenzielle dazugehörige Besucherparkplätze am Main unweit des Refektoriums. Die CSU stellte sich genau wie eine Bürgerin die Frage, wo Gäste und Besucher künftig parken sollen. Erstere schlug in ihrem Antrag einen seitlichen Parkuferstreifen in der Mainuferstraße vor. Schlagmüller setzte sich zudem für einen Behindertenparkplatz an dieser Stelle ein. Nach Angaben von Kipke vom Mittwoch würden es sich um fünf bis sechs Stellplätze handeln. "Wir müssen aber zunächst die gesamte Planung für diesen Bereich abschließen." Parkplätze gebe es prinzipiell auch an anderen Stellen, die 200 bis 300 Meter weg seien.

Silvia Schlagmüller bemängelte auf Nachfrage, dass am Dienstag kaum Beschlüsse gefällt worden seien und im Gemeinderat seit Langem beschlossene Projekte nicht vorangehen würden. Als Beispiele nannte sie neben dem Ärztehaus einen nach Fußgängern und Radlern getrennten Mainradweg und ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr. Bürgermeister Kipke unterstrich, dass vieles auf dem Weg sei und manches im Zuge der Corona-Pandemie noch einmal überprüft werden müsse.

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