Veitshöchheim

Demonstration in Veitshöchheim: Bauern fordern Wertschätzung

In ganz Bayern wurde vom Verein "Land schafft Verbindung" zur Demonstration der Landwirte aufgerufen. Auch in Veitshöchheim fuhren die Traktoren vor.
Zur Demo in Veitshöchheim kamen an die 100 Teilnehmer zur Mainlände.
Zur Demo in Veitshöchheim kamen an die 100 Teilnehmer zur Mainlände. Foto: Thomas Obermeier

In ganz Bayern gingen am Donnerstagnachmittag Landwirte auf die Straße - in München wurden 200 Teilnehmer erwartet und auch in Veitshöchheim wurde demonstriert. Schon auf dem Weg von Würzburg nach Veitshöchheim bildete sich eine Schlange von Traktoren auf der B27. 50 Versammlungsteilnehmer waren angemeldet, gekommen waren ungefähr 100.

Zu Coronazeiten mussten sich alle Demonstranten in eine Liste eintragen. Zu Beginn der Veranstaltung wurden sie von den Verantwortlichen des Vereins vor Ort, den Landwirten Thomas Wolf aus Eußenheim (Lkr. Main-Spessart) und Claus Hochrein aus Eisenheim, auf die geltenden Regeln aufmerksam gemacht. 

Ärger um Bericht aus dem Bundesumweltministerium

Anlass für die Demonstrationen war der Bericht des Bundesumweltministeriums vom 19. Mai. In diesem hatte Ministerin Svenja Schulze "ganz eindeutig" die intensive Landwirtschaft als Treiber hinter den Verlusten im sogenannten Offenland, also freien Flächen, ausgemacht. Sie fordert in dem Bericht eine dringende Trendwende.

Von den Landwirten des Vereins "Land schafft Verbindung Deutschland" wird nun der Rücktritt von Ministerin Svenja Schulze sowie Staatssekretär Jochen Flasbarth gefordert. Außerdem stellten die Landwirte bei ihrem Protest grundsätzliche Fragen an Naturschutzverbände. "Wie solle die künftige Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft aussehen, wenn ihr trotz der vielen gemeinsamen Erfolge von Seiten des Naturschutzes die alleinige Schuld an Problemen der Natur vorgeworfen werde", heißt es in der Pressemitteilung des Vereins. Das gegenseitige Vertrauen werde durch die massiven Anschuldigungen immer mehr zerstört, so der Verein.

Rund 100 Demonstranten in Veitshöchheim

Die Demonstranten zogen mit Bannern und zwei Traktoren vom Parkplatz vor den Mainfrankensälen vor die Geschäftsstelle des Landesverbunds für Vogelschutz. Zu lesen waren auf großen Schildern Schriftzüge wie "Wir können Wasser-, Arten- und Klimaschutz" oder "Unsere Bauern - verraten und verkauft". Auch die Polizei war anwesend, um für Sicherheit und die Einhaltung der Regeln zu sorgen.

Nach der Begrüßung von Thomas Wolf übernahm Claus Hochrein das Wort. Er argumentierte, dass Landwirte auf die Natur angewiesen seien und sie deswegen auch gerne Naturschutz betreiben. "Natur ist unsere Lebensgrundlage", so der Landwirt. Für Hochrein sei Umweltschutz die Aufgabe aller und nicht allein die der Landwirte. Von der Politik werde zwar anerkannt, dass Landwirte für unsere Gesellschaft wichtig seien, aber die Kommunikation funktioniere oft nicht, sagte er: "Es wird nicht zugehört."

In Veitshöchheim bildete sich eine Schlange von Traktoren der Landwirte.
In Veitshöchheim bildete sich eine Schlange von Traktoren der Landwirte. Foto: Thomas Obermeier

Forderungen der Landwirte

"Kleine landwirtschaftliche Betriebe mache man mit den immer mehr werdenden Einschränkungen kaputt", so Hochrein. Deshalb fordere der Verein mehr Anerkennung und Wertschätzung für bereits geleisteten Naturschutz sowie freiwillige, nachhaltige und zielorientierte Maßnahmen sowie Rechtssicherheit und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen.

Weiter kritisierte der Eisenheimer Landwirt, dass die erzeugten Produkte zu Weltmarktpreisen gehandelt werden. Doch die Mehrkosten durch die immer höheren Auflagen würden dabei nicht berücksichtigt werden. Als Konsequenz sei eine Erwirtschaftung eines rentablen Einkommens kaum noch möglich. Solange dies der Fall sei, müsse ein Ausgleich erfolgen, forderte der Vertreter des Vereins. Die Landwirte in Veitshöchheim plädierten am Donnerstag für eine sachliche Diskussion aller Beteiligten - und stiegen nach rund einer Stunde in ihre Traktoren, um nach und nach die Veitshöchheimer Mainlände wieder zu verlassen. 

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